„Die Sehnsucht, die ist mir so leicht“. Schreiben im Exil.

978-3-86356-131-4_AHeidrun Hamersky, Ilse Hehn, Wolfgang Schlott (Hrsg.): „Die Sehnsucht, die ist mir so leicht“ Schreiben im Exil

Fragmentarium; 282 Seiten, 19,90 €
ISBN 978-3-86356-131-4

Shahla Aghapour | Ali  Akondoh | Johanna Anderka | Halina Barań | Artur Becker | Hans  Bergel | Henrike Brădiceanu-Persem | Petra Curescu | Wolfgang David Dmitri Dragilew | Dagmar Dusil | Uwe Erwin Engelmann |  Vadim Fadin | Peter Finkelgruen | Heidrun Hamersky | Ilse Hehn | Steliana Huhulescu | Kira Iorgoveanu-Mantsu Ursula Jetter | Greta Ionkis | Katharina Kilzer | Heinrich Kirschbaum | Viktoria Korb | Grigory Kroshin | Karel Kukal-Beyeler | Tatjana Kuschtewskaja | Johann Lavundi | Jiří Loewy | Alexei Makushinsky | Timo Meškank | Ngô Nguyen Dung | Ruxandra Niculescu | Annemarie Podlipny-Hehn | Mina Polianski
Traian Pop Traian | Eugen Popin | Horst Samson | Boris Samyatin | Boris Schapiro | Dieter Schlesak
Wolfgang Schlott | Frieder Schuller | Hellmut Seiler | Ljubiša Simić | Herbert Somplatzki | Ursula Teicher-Maier | Radovan Vlahović | Jaroslav Vejvoda (Marek) | Balthasar Waitz | Helîm Yûsiv

Die Entstehung des Exil-P.E.N. deutschsprachiger Länder im International P.E.N. geht in der informellen Gründungsphase auf eine nach 1948 aus kommunistischen Staaten geflüchtete Gruppe von Schriftstellern und Journalisten zurück. Es war eine Organisation von Autoren aus Ostmitteleuropa und der Iberischen Halbinsel, die sich in London herausbildete. Aufgrund der Bemühungen der polnischen Schriftstellerin Maria Kuncewiczowa wie auch dem Engagement von Autoren aus Ungarn, der Tschechoslowakei und den baltischen  Ländern entstand das Centre for Writers in Exile, das im Juni 1951 in Lausanne ins Leben gerufen wurde. Dieses Zentrum diente als Vorbild für den zunächst losen Zusammenschluss der aus osteuropäischen Staaten geflüchteten Autoren, die in der Bundesrepublik Deutschland vor allem nach 1956 aus Ungarn und nach 1968 aus der Tschechoslowakei Asyl suchten. Seit den 1980er Jahren wurden auch Schriftstellerinnen und Schriftsteller in den Exil-P.E.N.-Club, dem Vorläufer des Exil-P.E.N. deutschsprachiger Länder,  aufgenommen, die wegen antisemitischer Ausschreitungen und nationalistisch motivierter Verfolgungen ihre Heimat in mittelasiatischen Sowjetrepubliken und in Russland verlassen mussten. Hinzu kamen nach 1990 aus politischen Gründen verfolgte Autoren aus dem Iran, Syrien, Vietnam, Togo, Kuba wie auch eine Gruppe von Schriftsteller/innen, die aufgrund nationalistischer Diskriminierungen ihre angestammten Lebensräume in Südosteuropa aufgeben mussten.
Gegenwärtig gehören dem Exil-P.E.N. deutschsprachiger Länder 90 Mitglieder an.

(vgl. Dorothée Bores, Sven Hanuschek (Hrsg.). HANDBUCH PEN. GESCHICHTE UND GEGENWART DER DEUTSCHSPRACHIGEN ZENTREN. Berlin/Boston 2014, S. 448-480)

Johanna Anderka: Alles was blieb

Johanna Anderka: Alles was blieb. Gedichte. mit Collagen und Papierarbeiten von Ilse Hehn. 90 Seiten, Lyrikreihe Bd. 122, ISBN: 978-3-86356-235-9, 14,50 €

Lieferbare Titel von Johanna ANDERKA:

Heidrun Hamersky, Ilse Hehn, Wolfgang Schlott (Hrsg.): „Die Sehnsucht, die ist mir so leicht“ Schreiben im Exil. Fragmentarium; 282 Seiten, 19,90 €
ISBN 978-3-86356-131-4

Johanna Anderka: „DIE WIRKLICHKEIT DER BILDER“. Gedichte. Mit eine Monotypie und ein Aquarell von Ilse Hehn. 68 Seiten, 14,50 €
ISBN: 978-3-86356-147-5

Alles was blieb. Gedichte. mit Collagen und Papierarbeiten von Ilse Hehn. 90 Seiten, Lyrikreihe Bd. 122, ISBN: 978-3-86356-235-9, 14,50 €

 

Katharina Kilzer

Katharina Kilzer, 1959 in Jahrmarkt (Temeswar/Timișoara/Rumänien) geboren. Studium der Germanistik, Anglistik und Literaturwissenschaftten in Jassy (Rumänien) und Bielefeld. Mitglied der Stiftung Memorial Sighet und des Exil-PEN deutschsprachiger Autoren in Deutschland. Mitarbeiterin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Lebt in Wiesbaden.
Publikationsdebüt in der „Neuen Literatur“ 1981. Ana Blandiana: In einer spanischen Herberge, Berlin 2012 (Übersetzerin und Herausgeberin); Geist hinter Gittern. Berlin 2013 (zusammen herausgegeben mit Helmut Müller-Enbergs); Die vier Jahreszeiten. Berlin 2015 (zusammen herausgegeben mit Helmut Müller-Enbergs); Beiträge in: Gedächtnis der Literatur. Erinnerungskulturen in den südosteuropäischen Ländern nach 1989, Ludwigsburg 2009; PEN-Anthologie: „Die Sehnsucht, die ist mir so leicht.“ Schreiben im Exil, Ludwigsburg 2016; Wozu Dichter in dürftiger Zeit?, Berlin 2018 (zusammen herausgegeben mit Helmut Müller-Enbergs).

Lieferbare Titel von Katharina Kilzer:

 Ana Blandiana: Geschlossene Kirchen. Gedichte. Nach einer Auswahl und mit einem Nachwort von Katharina Kilzer (Hrsg.). Übersetzungen aus dem Rumänischen von Maria Herlo, Katharina Kilzer und Horst Samson. Deutsch-Rumänisch. Orpheus Reihe Band 9. ISBN 978-3-86356-185-7; 210 Seiten, €[D]19,90

Traian Pop Traian: Absolute Macht

Traian Pop Traian978-3-86356-204-5_B978-3-86356-204-5_A: Absolute Macht

Roman(z)e(n) aus einem vertraulichen Tagebuch
Roman(ţ)e dintr-un jurnal discret

Übersetzungen aus dem Rumänischen von Gerhardt Csejka, Horst Fassel, Edith Konradt, Johann Lippet, Horst Samson, Georg Scherg und Dieter Schlesak

Orpheus Reihe Band 9

394 Seiten, €[D]29,00
ISBN 978-3-86356-204-5

Lieferbare Titel von Traian Pop Traian:

Kira Iorgoveanu-Mantsu

Kira MantsuKira Iorgoveanu-Mantsu, *1948 in Bălcescu (Rumänien). Studium an der Universität Bukarest, Rumänisch-Französische Sprache und Literatur.   Redakteurin bei dem Verlag „Editura Minerva“ in Bukarest.
Lebt in Deutschland.
Lyrikerin und Übersetzerin. Veröffentlichungen: „Steauâ di dor“ (1983); “Un veac de poezie aromână” ( 1985), “Ramura de măslin” (1985); “Ahapsi Lingvisticâ” (1987); “Noi poetslji a populiloru njits” / “Nous les poèts des petits peoples” (Zweisprachige Anthologie: Aromunisch-Französisch), 2007, Verlag “Micromania”, Charleroi / Belgien; “Ainodekam” (2013).
Von 1986 bis 2007, Secretärin der Abteilung Sprache und Kultur der “Union für Aromunische (Mazedoromanische) Sprache und Kultur” aus Freiburg und Redakteurin   der in Aromunischer Sprache herausgegebenen Zeitschrift “Unser Wort”.
Führte eine reiche Tätigkeit im Bereich der Minderheitssprachen.
Mitgliedschaften: u.a. Union der Schriftsteller aus Rumänien, seit 2011 im Exil-P.E.N.

 

Lieferbare Titel von Kira Iorgoveanu-Mantsu:

  • Curnicea. Prosa für Kinder auf Aromunisch/ Prozâ pi limba Armânâ. Illustrationen/ Zuyrâpseri di Laura Armeanu. Kids Samlung Band 2, 206 Seiten, ISBN: 978-3-86356-166-6 € [D]19,90

Kira Iorgoveanu-Mantsu: Curnicea

Kira Iorgoveanu-Mantsu: Curnicea. Prosa für Kinder auf Aromunisch/ Prozâ pi limba Armânâ

978-3-86356-166-6_A 978-3-86356-166-6_BPirmithi ti ficiurits
Ma mări sh-ma njits…
Illustrationen/ Zuyrâpseri di Laura Armeanu

Kids Samlung Band 2, 206 Seiten, ISBN: 978-3-86356-166-6 € [D]19,90

*Die Aromunen (Mazedo-Romanen) sind die Nachfahrer autochthoner, beginnend mit dem Jahr 148 vor Christus romanisierter Bevölkerungsgruppen des Balkans (Makedonier, Thraker,  Illyrer, Hellenen), als Rom die Provinz Macedonia einrichtete, die auch die Regionen Epirus und Thessalien umfasste. Die Aromunen machen zurzeit eine Gruppe von mindestens einer Million aus und leben in ihren Herkunftsgebieten (Griechenland, Albanien, Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien, Bulgarien) und in der Diaspora, beginnend mit dem 18. Jahrhundert in Serbien, Mitteleuropa, Amerika, Australien und nach 1926 in Rumänien. Nach dem Fall des Osmanischen Reichs wurde Mazedonien durch den Frieden von Bukarest 1913 unter den neuen Nationalstaaten aufgeteilt (Griechenland 50%, Serbien 40%, Bulgarien 10 %). Diese Teilung hatte für die Aromunen katastrophale Folgen, die sich nun mehr in mehrere Staaten mit vollkommen unterschiedlichen nationalen Rechtssystemen befanden.
Das Aromunische ist eine romanische Sprache mit starken griechischen Einflüssen in der Lexik und bildet zusammen mit dem Rumänischen, Meglenitischen und Istroromanischen die Gruppe des Balkan- oder Ostlateinischen. Die Aromunen sind als eigene Ethnie in keinem Staat, in dem sie leben, anerkannt und das Aromunische macht einen raschen Prozess des Sprachwunds durch. Lediglich in der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien sind die Aromunen in der Verfassung als „Teil des aromunischen Volkes anerkannt“. Die parlamentarische Versammlung des Europarates in Straßburg hat mit der „Empfehlung 1333 für die aromunische Sprache und Kultur“ ein Dokument anerkannt, das auch von den Parlamenten in den Balkanstaaten unterzeichnet, aber das noch nicht in Praxis umgesetzt wurde.

Lieferbare Titel von Kira Iorgoveanu-Mantsu:

Traian Pop Traian & Liviu Tulbure: Bleierne Flügel

978-3-86356-168-0 978-3-86356-168-0_BTraian Pop Traian & Liviu Tulbure: Bleierne Flügel

Gedichte und Bilder

edition monrepos Band 15

86 Seiten, 16,90 €
ISBN 978-3-86356-168-0

 

 

Lieferbare Titel von Traian Pop Traian:

„Die 53. Woche“
Gedichte, aus dem Rumänischen übertragen von Gerhardt Csejka, Horst Fassel, Edith Konradt, Johann Lippet und Dieter Schlesak

edition monrepos. 133 Seiten; ISBN 978-3-86356-062-1; 15,00 €

Heidrun Hamersky, Ilse Hehn, Wolfgang Schlott (Hrsg.): „Die Sehnsucht, die ist mir so leicht“ Schreiben im Exil. Fragmentarium; 282 Seiten, ISBN 978-3-86356-131-4, 19,90 €

„Fundus / Stoc“.

Gedichte. Deutsch / Rumänisch
Mit einem Vorwort von Cătălin Dorian Florescu
Ins Rumänische übersetzt von Traian Pop Traian

86 Seiten; ISBN: 978-3-86356-149-9; 14,00 €

Traian Pop Traian & Liviu Tulbure: Bleierne Flügel

Gedichte und Bilder. edition monrepos Band 15. 86 Seiten, ISBN 978-3-86356-168-0; € [D] 16,90

Anneliese Merkel: Käme ein Wort

978-3-86356-161-1_A 978-3-86356-161-1_BAnneliese Merkel: Käme ein Wort. Gedichte. Mit vier Arbeiten von Ilse Hehn.

Pop Lyrik

ISBN: 978-3-86356-161-1, 72 Seiten, 14,50€

 

 

 

Lieferbare Titel von Anneliese Merkel:

Traian Pop Traian

Traian Pop Traian, 1952 in Brașov, Rumänien. Seit 1989 lebt in Ludwigsburg. Schriftsteller, Verleger, Übersetzer und Journalist.

Lieferbare Titel von Traian Pop Traian:

 

 

Johanna Anderka: „DIE WIRKLICHKEIT DER BILDER“

978-3-86356-147-5_A

Johanna Anderka: „DIE WIRKLICHKEIT DER BILDER“

Gedichte. Mit eine Monotypie und ein Aquarell von Ilse Hehn.

Pop Lyrik

68 Seiten, 14,50 €
ISBN: 978-3-86356-147-5

 

 

 

 

Lieferbare Titel von Johanna Anderka:

Gedichte. Mit eine Monotypie und ein Aquarell von Ilse Hehn. 68 Seiten, ISBN: 978-3-86356-147-5, 14,50 €

Lieferbare Titel von Ilse Hehn:

„Von Tiflis nach Tbilissi. Reise an den Ursprung einer Sehn-Sucht“

9783937139661_AB„Von Tiflis nach Tbilissi. Reise an den Ursprung einer Sehn-Sucht“

Essays, Reportagen und Geschichte(n).

Fragmentarium; FRAGMENTARIUM; 250 Seiten,  ISBN:  978-3-937139-66-1; 16,90€

Karl Wolffs neuestes Buch „Von Tiflis nach Tbilissi. Reise zum Ursprung einer Sehnsucht“ ist im Pop-Verlag soeben erschienen. Wolff stellt sein Georgienbuch erstmalig am 4. März 2009 in Münster in der Stadtbücherei vor und liest mit anderen Autoren des Ludwigsburger Verlags auf der Leipziger Buchmesse.

In 83 Kapiteln öffnet sich die pralle, sinnliche Welt Georgiens und nimmt den Leser Seite um Seite mit auf eine Reise in das nach dem russisch-georgischen Augustkrieg schon fast wieder vergessene europäische Land im Südkaukasus. Wie es den Nachfahren Medeas, die dem Argonauten Jason zum Goldenen Vlies verhalf, heute geht und dem an den georgisch-
en Berg Kazbeg gefesselten Prometheus, erfuhr der von Land und Leuten verzauberte Autor, der als erster deutscher Schriftsteller als „Musa-Stipendiat“ des Ministerium für Bildung und Wissenschaft Georgiens drei Monate im Jahr 2007 das Land bereisten konnte, aus erster Hand. Das Ergebnis ist ein facettenreiches Kaleidoskop sprachlich geschliffener Texte aus dem Lande der „Rosenrevolutionäre“, ein authentisches, bestürzend aktuelles Probleme, Potentiale und Perspektiven. Ein Fragmentarium, ein Reisebericht der offenen Form , der virtuos mit Sprache und Textsorten spielt, der Ökonomisierung der Kultur den Kampf ansagt.
Karl Wolff hat viele georgische Frauen und Männer mit Rang und Namen und viele, die unter der Armutsgrenze leben müssen, kennengelernt. Er hat Freundschaften geschlossen, in ihrer Mitte gelebt und mit ihnen gegessen, getrunken und Hochzeit gefeiert, das Land in allen Richtungen der Windrose bereist. Mit Blick fürs Detail und analytischer Kenntnis für das Wesentliche der Geschichte, Kultur, Literatur, Psychologie, Philosophie und Religion ist „Von Tiflis nach Tbilissi “ ein Lesevergnügen, bei dem subtiler Humor und sarkastischer Spott über das allzu Menschliche nicht zu kurz kommen.
Das Buch „Von Tiflis nach Tbilissi“ leistet mehr als ein Reiseführer. Es weckt nicht nur die Sehnsucht, in dieses Land zu reisen und seine beachtlichen Sehenswürdigkeiten und Schönheit persönlich in Augenschein zu nehmen. Es zeigt Georgien von innen und seinen unschätzbaren Beitrag zur Kultur- und Mentalitätsgeschichte der Menschheit. Wolffs Gedicht-
band „ex oriente luxus. Infinitives aus Russland“ wird gegenwärtig in Moskau ins Russische übersetzt, das Georgienbuch in Tbilissi ins Georgische. Eine Liebeserklärung an Georgien, 250 Seiten lang. Drei aktuelle Kapitel hat Wolff, der gebürtige Schlesier und Republikflücht-
ling aus der DDR, bekennender Russlandfan, nach seinem Solidaritätsbesuch in Georgien und der Buchvorstellung in Tiflis im Goetheinstitut im September 2008 hinzugefügt: Einen Report über ein Flüchtlingslager, ein Gedicht über den verhängnisvollen langen Schatten Stalins im russisch-georgischen Verhältnis, und drei Reaktionen berühmter georgischer Schriftsteller, wie sie den Krieg erlebten. Bessik Adeischwili, der Nestor der georgischen Übersetzer, ein namhafter Dichter und Germanist, hat das Nachwort zum Buch geschrieben. Er zollt dem Autor „das höchste Lob“ und urteilt: „Karl Wolff hat ein wunderschönes Buch geschrieben.“

Ursula Teicher-Maier

Ursula Teicher-MaierUrsula Teicher-Maier studierte in Gießen Germanistik und Politikwissenschaften und arbeitete lange als Dozentin bei verschiedenen Institutionen. Außerdem schrieb sie Reiseartikel für Printmedien.

Heute lebt sie in und um Darmstadt. Hier ist sie vernetzt mit SchriftstellerInnen der südhessischen Literaturgruppe Poseidon und mit Bildenden KünstlerInnen und MusikerInnen der Darmstädter Kunstfabrik. Sie gründete die Frankfurter Lyrikgruppe ControVers und ist Mitglied des VS und der Europäischen Literaturvereinigung Kogge.

Viele ihrer Texte wurden von Małgorzata Płoszewska ins Polnische übersetzt. Für ihre Gedichte wurde sie u. a. mit dem Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis ausgezeichnet.
Mit Kühe und Locken drehen legt Ursula Teicher-Maier ihren ersten Prosaband vor.

www.ursula-teicher-maier.de

 

Lieferbare Titel von Ursula Teicher-Maier

Kühe und Locken drehen. Epik. 136 Seiten; ISBN 978-3-86356-106-2; 14,50€.

Heidrun Hamersky, Ilse Hehn, Wolfgang Schlott (Hrsg.): „Die Sehnsucht, die ist mir so leicht“ Schreiben im Exil. Fragmentarium; 282 Seiten; ISBN 978-3-86356-131-4; 19,90 €

Johanna ANDERKA

Johanna Anderka_Johanna ANDERKA, *1933 in Mährisch-Ostrau, Tschechoslowakei; seit 1950 in Ulm; freie Schriftstellerin; schreibt Lyrik, Kurzgeschichten und Erzählungen; veröffentlichte zuletzt „Silbenhaus“, „Zugeteilte Zeit“, „Namen geben den Zeichen“, Edition L. Hockenheim; Auszeichnungen u.a. Lenau-Preis, Hafiz-Preis, Sudetendeutscher Kulturpreis für Literatur, Ehrengabe zum Andreas-Gryphius-Preis, Inge-Czernik-Lyrikpreis, Pro-Arte-Medaille der Künstlergilde.

 

 

 

 

Lieferbare Titel von Johanna ANDERKA:

 

Arzu Alır

Resim031sbArzuAlirArzu Alır*1973 in Patnos/Ağri in der Türkei. Sie studierte Bildungswissenschaften und unterrichtet in Ankara. Ihre Erzählungen und Gedichte wurden in zahlreichen Zeitschriften veröffentlicht. Sie hat zwei Gedichtbände publiziert: „Yalnizlik Üsür“ (Einsamkeit friert), Kül-Sanat Publishing, „Şeytan Gül dalina dönerse“ (Wenn Satan sich zum Rosenzweig beugt), Everest Publishing. „Die Sehnsucht in Alırs Poesie spiegelt die Schönheit des Gewissens.“ (Pakize Barista)

Lieferbare Titel von Arzu Alır:

Imre Török

Imre TörökIn Ungarn geboren und aufgewachsen, kam Imre Török: als jugendlicher Flüchtling in die Bundesrepublik. Nach Erlernen der deutschen Sprache Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie in Tübingen, Schüler des Philosophen Ernst Bloch.
Berufliche Stationen: Dozent in der Erwachsenenbildung, Flüchtlingsarbeit, Ghostwriter, Journalist, Leiter eines städtischen Theaters, Dozent für Kreativität.
Seit 1990 lebt Imre Török als freiberuflicher Schriftsteller im Allgäu, zeitweilig in Berlin und in der Türkei.
Über zwanzig Buchveröffentlichungen: Romane, Kurzgeschichten, Sachbücher, Essays, moderne Märchen. Mitarbeit am Kinofilm „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ (nominiert für den Oscar 2006).
Leiter des Literaturprojekts „Worte gegen rechts“ seit 2011.
Bundesvorsitzender des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) 2005 – 2015, Mitglied des PEN Zentrums Deutschland.
www.imre-toeroek.de

Lieferbare Titel von Imre Török:

Akazienskizze. Neue und alte Geschichten. Phantasieflüge. Prosa, 230 S., 14,0 × 20,0 cm; ISBN:  978-3-937139-69-2; 14,80€

Insel der Elefanten. Roman. (EPIK- Sammlung); 402 Seiten, 14,0 × 20,0 cm; ISBN:  978-3-937139-91-3; 19,90€

Arzu Alır: Wenn Satan sich zum Rosenzweig beugt. Gedichte. Mit einem Nachwort von Imre Török:. Aus dem Türkischen übersetzt von Achim Martin Wensien und überarbeitet von Imre Török:.(LYRIK) 120 S. ISBN: 978-3-937139-84-5; 14,00€.

Imre Török: Das Buch Luzius. Märchen und andere Wahrheiten.  Erzählungen. (EPIK Sammlung). 190 S. ISBN: 978-3-86356-026-3; 14,00€

Das Buch Luzius. Märchen und andere Wahrheiten.  Erzählungen. Illustrierte Ausgabe. Illustriert von Libuše Schmidt (EPIK Sammlung). 204 S. ISBN: 978-3-86356-059-1; 16,50€

Wanderer. Zwischenwelten. Mit 19 Zeichnungen von Libuše Schmidt. Prosa. Flexibler Einband mit Schutzumschlag, 334 Seiten; ISBN 978-3-86356-122-2; 21,90

Die Königin von Ägypten in Berlin. Illustrationen: Emir Roda Alır. Prosa. Flexibler Einband mit Schutzumschlag, 298 Seiten; ISBN 978-3-86356-150-5; 20,00

Über Imre Török:

Helga König im Gespräch mit dem Schriftsteller Imre Török über seinen Roman „Die Königin von Ägypten in Berlin“

Akazienskizze. Neue und alte Geschichten. Phantasieflüge

Dem Leser blättert sich eine Auswahl von ungefähr fünfzig Erzählungen, Kurzgeschichten und „Prosagedichten“ auf. Zum Teil kennt er einige der Erzählungen und Miniaturen schon aus Töröks anderen Büchern, doch ein guter Teil war bisher noch unveröffentlicht. Die Kritik rühmt ihn als „Meister verschiedener Tonlagen“, dem „Sprache Lebenselixier“ ist.  Und tatsächlich, auch die bereits bekannten Stücke lesen sich in der neuen Zusammenstellung wieder frisch, spannend und unverbraucht.

Seine Phantasieflüge reichen bis zu den Sternen, von der Erde zum Himmel, sie schließen staunende und „philosophierende“ Ameisen und Glühwürmchen mit ein.  Die Geschichten erzählen von Begegnungen in der Heimat und in der Fremde. Viele handeln vom Fremdsein, ein Thema, mit dem Török gut umgehen kann; denn er kam selbst als 14jähriger Flüchtling mit seiner Familie aus Ungarn.

Seine Wortspiele und Doppeldeutigkeiten sind leise-humorvoll und pointiert (z.B. „Über Herrn Fantas Tisch…“).  Er hat viel  Nachdenkenswertes  zu sagen, trägt dabei nie dick auf, wenn er dem Leser einiges zum Thema Minderheit und Fremde, Vorurteile (z.B.. „Begegnung“) ins Herz schreibt.

Zu den Schwerpunkten gehören auch Freundschaft und Zivilcourage,  mit zu den schönsten dieser Erzählungen gehören für mich die Märchen um die Ameise Horatius und das Glühwürmchen Luzius, die mit Humor und Wortwitz das Thema Minderheit in der Fremde beleuchten. Beiden Protagonisten hat Török in früheren Büchern mehrere Fortsetzungen gegönnt. Und einfach weitere „Märchen“, wundersam erzählt, die in anderen Welten spielen, umgedichtet und umgedeutet in die Brüche unserer Zeit (Dornrösia, „Der Ginökschorf“[Froschkönig] ).

In der Titelgeschichte geht es um das unbändige Verlangen nach Freiheit, Flucht und dem tragischen Ende.  Der „Raben-Zyklus“ setzt sich aus mehreren unabhängigen Miniaturen zusammen – die doch wieder ein Ganzes ergeben – und darin meine Lieblingserzählung „Sanfter Hügel“, in der er an seinen Freund schreibt, nachspürt wo er sich jetzt befinden könnte. Über diese Sinnieren und Schreiben kommt ihm der Freund ganz nah, steht bereits hinter ihm.

Der Autor lässt auch Dichterkollegen aus Vergangenheit und Gegenwart zu Wort kommen: Nikolaus Lenau, im damaligen Ungarn geboren, ein ewig Reisender, der sich doch immer nach der Heimat sehnt. Mit ihm lässt Török einen Teil der ungarischen Geschichte an uns vorüberziehen. Mit dem Freiheitsdichter Christian Schubart lässt er uns anlässlich eines fiktiven Besuches des Studenten Wendel Ohnesorg einen Blick hinter die Kulissen der Geschichte nach den Türkenkriegen, Freiheitskriegen, Rückschlägen und visionären Ausflügen ins 3. Jahrtausend werfen. Zuneigung und freundschaftlicher Spott zeigen sich in der Erzählung „Umgebracht von Martin Walser“.

Trotz seiner realistisch-genauen Beobachtung schildert Török poetisch-anrührende Naturbeschreibungen, spielt mit erschreckenden und schönen Zukunftsvisionen. („Das Märchen von der tönenden Kugel“ – das Gegenstück zu Turmbau von Babel). Er spielt mit Worten und Bedeutungen (z. B. „Getürkt“ über seinen eigenen Namen, und über Bedeutungen ungarischer Wörter). Er beschreibt die Sehnsucht nach anderen Ländern (Ägypten – Afrika: „Utete – die Liebe zum Fluss“) mit deren Besonderheiten und Wunderlichkeiten. Humorvoll macht er sich aus tierischem Blickwinkel Gedanken über  Menschen und die Spezies Dichter ins Besondere (Kanalstraße 4). Selbst Liebesgeschichten geraten ihm  ironisch („Der Drucker“) Er denkt über sich selbst nach („Die Fahrt“), über sein erstes Gedicht, das er als 10jähriger in Ungarn schrieb und über die späteren Gedichte. Das alles mit leisem Schalk und Augenzwinkern.

Wer einmal das Glück hatte, Imre Török selbst seine Geschichten und Gedanken vortragen zu hören, wird es mit mir sehr bedauern, dass es immer noch keine Audio-CD von seinen Lesungen gibt. Da  mischen sich Vortrag und Fabulierlust, der Hang zum Märchenhaften mit menschenfreundlicher Vision, das Nachdenken über den Mitmenschen und über sich selbst.

Imre Török: und Gerti Michaelis Rahr stellen ihre Bücher vor. TV über Unverhofft, Gerti Michaelis Rahr und  Insel der Elefanten, Imre Török. (mehr) 

Ilse Hehn

Ru00FCckwu00E4rts-Cover_1Ilse Hehn, deutsche Schriftstellerin und bildende Künstlerin. Vizepräsidentin des Internationalen Exil-P.E.N. Sektion deutschsprachige Länder. Geboren im Banat (Rumänien), studierte Ilse Hehn Bildende Kunst an der Universität West/Temeswar und war bis zu ihrer Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland 1992 als Gymnasiallehrerin für Kunst und Kunstgeschichte in Mediasch/Siebenbürgen tätig. Lebt heute in Ulm. Dozentin für Kunst.

Buchveröffentlichungen:

So weit der Weg nach Ninive (Gedichte, Kriterion Verlag, Bukarest 1973), Flußgebet und Gräserspiel (Gedichte, Facla Verlag, Temeswar 1976), Du machst es besser! (Kinderbuch, Ion Creanga Verlag, Bukarest 1978), Ferien – bunter Schmetterling (Kinderbuch, Kriterion Verlag, Bukarest 1978), Das Wort ist keine Münze (Gedichte, Kriterion Verlag, Bukarest 1988), In einer grauen Stadt (Gedichte, Hestia Verlag, Temeswar 1992), Die Affen von Nikko (Gedichte, rumänische Übersetzung: Constantin Gurau und Lucian Alexiu, Hestia Verlag, Temeswar 1992), Den Glanz abklopfen (Gedichte, Hess Verlag, Ulm 1998), Im Stein (Gedichte, Czernik Verlag, Hockenheim 2001), Lidlos (Gedichte, Holzer Verlag, Weiler im Allgäu 2003), Mein Rom – Wortbogen (Prosa, Esslinger Reihe 35, 2005), In zehn Minuten reisen wir ab (Prosa und Lyrik, mit Malerei, Collagen und Graphiken der Autorin, Cosmopolitan Art Verlag, Temeswar 2006), Randgebiet (Gedichte, mit Graphiken und Malerei der Autorin, zweisprachige Ausgabe japanisch und deutsch, japanische Übersetzung: Mieko Schröder, Cosmopolitan Art Verlag, Temeswar 2010), Kinder sind Künstler. Kreative Techniken für das Vorschulalter (Sachbuch Kunst, Steenberg Verlag, Ulm 2013), Heimat zum Anfassen oder: Das Gedächtnis der Dinge. Donauschwäbisches Erbe in Wort und Bild (Fotografien I. Hehn, literarische Texte Banater Autoren, Gerhard Hess Verlag, Bad Schussenried 2013), Irrlichter. Kopfpolizei Securitate (Gedichte, mit Collagen, Malerei und Graphiken der Autorin, bilinguale Ausgabe deutsch und rumänisch, rumänische Übersetzung: Marlen Nergrescu Heckmann, Gerhard Hess Verlag Bad Schussenried 2013), Das Ulmer Münster in Wort und Bild (Fotografien I. Hehn, Text R. M. Rilke, Gerhard Hess Verlag Bad Schussenried 2013).

Für ihr literarisches Werk wurde Ilse Hehn, deren Gedichte ins Japanische, Französische, Englische, Rumänische, Russische, Serbische und Ungarische übersetzt wurden, in Deutschland und Rumänien mehrfach ausgezeichnet, 2014 wurde ihr vom Rumänischen Schriftstellerverband Timisoara der Literaturpreis für Lyrik verliehen.

Im Pop Verlag erschienen:
Tage Ost – West„, Lyrik, Ludwigsburg 2015

Lieferbare Titel von Ilse Hehn:

Ilse Hehn: „Tage Ost – West“

ilsehehn_tage

Ilse Hehn: „Tage Ost – West“
Gedichte und Überschreibungen

Pop Lyrik

106 Seiten, 17,80 Euro
ISBN 978-3-86356-104-8

Stimmen:

Ilse Hehns Bekenntnis „Mein Land kommt als Überraschung von Osten her“ lässt die Dinge und Stimmungsbilder ihrer Gedichte besser erklären: die Heimat, das Land, die Stadt, die Jahreszeit, den Fluss, das Delta, die Fremde. Vertraute Orte, Plätze, Bilder und Menschen begleiten die aus dem Banat stammende Dichterin und Künstlerin auf ihrer literarischen Reise in den Gedichten über ihre Urheimat Rumänien nach Ulm, wo sie lebt, und in die Fremde, die zum Fluchtpunkt wird. In ihren sogenannten „Überschreibungen“ durchkreuzt die Schrift das fotografische Bild und unterstreicht somit die Interaktion zwischen Schrift und Bild und lässt den Leser teilnehmen an diesem „weiten Gefühl dieses Spiels, da wir zurückfallen in uns und staunen“. Von „kleinen Fernen“ zu großen Bildern faszinieren die bunten, anregenden Gedicht- und Bild-Streifzüge der vielfach ausgezeichneten Dichterin und Künstlerin Ilse Hehn.
Katharina Kilzer

 

Lieferbare Titel von Ilse Hehn:

Bücher

Die im Pop Verlag erschienenen Büchern sind als Beiträge in den jeweiligen Kategorien zu finden.

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Gesamtverzeichnis aller lieferbaren Bücher, nach Titel sortiert:
Beispieleinträge, Gesamtverzeichnis wird in den kommenden Wochen erstellt!

Uli Rothfuss: trinken dich. und worte neu erfinden

978-3-86356-160-4 978-3-86356-160-4_BUli Rothfuss: trinken dich. und worte neu erfinden. liebesgedichte 2006-2016. mit achtzehn Zeichnungen von Tuğba Şimşek, einem Vorwort von Nevfel Cumart und einem Nachwort des Autors zur Poetik seiner lyrischen Arbeit

Gedichte.Pop Lyrik. ISBN: 978-3-86356-160-4, 184 Seiten, € [D]19,90

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Steffi Chotiwari-Jünger

Steffi Chotiwari-Jünger wurde in Leipzig geboren. Russisch-Georgisch-Tadshikischstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin. Dissertation über den georgischen Schriftsteller Konstantine Gamsachurdia (1979). 1994 Habilitation zum georgischen historischen Roman. Tätigkeit an der Humboldt-Universität auf den Gebieten: russische Literatur, georgische Sprache und Literatur sowie Literaturen der Völker Kaukasiens.
Bücher: „Georgier in Berlin“ 1999, „Literaturen der Völker Kaukasiens“ 2003, „Georgische Verbtabellen“ 2010, Herausgeberin der wiss. Zeitschrift „Georgica“ 2006-2012.
Publikationen über georgische Schriftsteller, über die Aufnahme der georgischen Literatur in deutschsprachigen Ländern, Lexikaartikel in: „Lexikon der Weltliteratur“ 2004, „Brockhaus“ 2006 und „Kindlers Literaturlexikon“ ab 2009.
Herausgaben georgischer Literatur: „Der ferne weiße Gipfel“ Erzählungen, 1984. Micheil Dshawachischwilis Romane 1986, 1991, Schota Rustaweli 2005.
Übersetzungen aus dem Georgischen: Dato Barbakadse, Gedichte 2007, 2008, 2010, 2012, Aleksandre Kasbegi, 2014, Micheil Dshawachischwili „Bloss abhauen! Einfach aussteigen! oder Der weiße Kragen“, 2014, Esma Oniani, 2014, Georgische Autorinnen aus 11 Jahrhunderten, 2014, Ekaterine Gabaschwili, 2015, Tschola Lomtatidse, 2015, „Georgische Kurzgeschichten“, 2016, Micheil Dshawachischwili „Winzlings Hochzeit“, 2017.
Übersetzungen aus dem Russischen: Lakische Prosa „Sehnsucht nach der Heimat“, 2013, Abasinische Prosa, 2014 (zusammen mit Muttersprachlern: Lakisch, Abasinisch).
Mehr auf der Website: www.kaukasische-literaturen.jimdo.com

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Uli Rothfuss

Back Camera

Back Camera

Uli Rothfuss, geb. 1961 in Ebershardt/Schwarzwald, lebt in Calw. Schriftsteller und Professor für Kulturwissenschaften, 2007-2013 Rektor der staatlich anerkannten IB-Hochschule Berlin. Mehr als 20 Buchveröffentlichungen, Vorsitzender der Europäischen Autorenvereinigung Die KOGGE, Mitglied im Internationalen PEN und des Institut International des Droits de l’Homme (IIDH), Strasbourg; korrespondierendes Mitglied der Académie Européenne des Sciences, Arts et Lettres, Paris. Einer der Vorfahren von Uli Rothfuss ist Elias Sprengerus, ehemaliger evangelischer Abt der Klosters Hirsau zwischen 1663 und 1665.

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Franz Hodjak

FRANZ HODJAK, geboren am 27. September 1944 in Hermannstadt/Sibiu, in Siebenbürgen/Rumänien, lebt in Usingen im Taunus. Er studierte Germanistik und Romanistik und war von 1970 bis 1992 Lektor im Dacia Verlag Klausenburg. 1992 übersiedelte er nach Deutschland. Er schreibt Lyrik und Prosa und übersetzt aus dem Rumänischen. Hodjaks Gedichte wurden in mehrere Sprachen übertragen. Er hat ein umfassendes literarisches Werk veröffentlicht: „brachland“, Gedichte, Dacia Verlag, Klausenburg, 1970; „spielräume“, Gedichte & Einfälle, Kriterion Verlag, Bukarest, 1974; „offene Briefe“, Gedichte, Kriterion Verlag, Bukarest, 1976; „das maß der köpfe. halbphantastische texte“, Kriterion Verlag, Bukarest, 1978; „Die humoristischen Katzen“, Kinderverse, Kriterion Verlag, Bukarest, 1979; „mit Polly Knall spricht man über selbstverständliche dinge als wären sie selbstverständlich“, Gedichte, Kriterion Verlag, Bukarest, 1979; „flieder im ohr“, Gedichte, Kriterion Verlag, Bukarest, 1983; „An einem Ecktisch“, Kriterion Verlag, Bukarest, 1984; ; „Der Hund Joho“, Kinderbuch, Kriterion Verlag, Bukarest, 1985; „Augenlicht“, Gedichte, Kriterion Verlag, Bukarest, 1986; „Fridolin schlüpft aus dem Ei“, Kinderbuch, Kriterion Verlag, Bukarest, 1986; „Friedliche Runde“, Prosa, Kriterion Verlag, Bukarest, 1987; „luftveränderung“, Gedichte, Kriterion Verlag, Bukarest, 1988; „Sehnsucht nach Feigenschnaps“, herausgegeben von Wulf Kirsten, Berlin/Weimar, 1988; „Siebenbürgische Sprechübung“, herausgegeben von Werner Söllner, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1990; „Zahltag“, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1991; „Franz, Geschichtensammler“, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1992; „Landverlust“, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1993; „Grenzsteine“, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1995; „Ankunft Konjunktiv“, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 1997; „Der Sängerstreit“, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 2000; „Ein Koffer voll Sand“, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 2003; „Die Faszination eines Tages, den es nicht gibt“, Verlag Ralf Liebe, Weilerswist, 2009. Auszeichnungen u.a.: 1982 Stadtschreiberstipendium der Stadt Mannheim; 1990 Georg-Maurer-Preis Leipzig; 1990 Preis des Landes Kärnten beim Ingeborg-Bachmann-Preis; 1991 Literatur-Förderpreis des Kulturkreises im BDI; 1992 Ehrengabe zum Andreas-Gryphius-Preis; 1993 Frankfurter Poetik-Vorlesungen; 1995 Stadtschreiber-Stipendium in Minden; 1996 Nikolaus-Lenau-Preis der Künstlergilde Esslingen; 1997 Stipendium des Heinrich-Heine-Hauses der Stadt Lüneburg; 1998 Stipendium der Calwer Hermann-Hesse-Stiftung; 2002 Dresdner Stadtschreiber; 2005 Kester-Haeusler-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung.

Horst Samson (Hrsg.), Ingmar Brantsch,Hans Bergel, Walter Engel,Ilse Hehn, Franz Heinz, Klaus Hensel, Franz Hodjak, Johann Lippet, Dieter Schlesak, Olivia Spiridon, Horst Samson, Peter Motzan, Gerhard Ortinau, Friedrich Schuller, Hellmut Seiler, Balthasar Waitz: Heimat – gerettete Zunge. Visionen und Fiktionen deutschsprachiger Autoren aus Rumänien. Eine literarische Begegnung.

978-3-86356-051-5_1Horst Samson (Hrsg.), Ingmar Brantsch,Hans Bergel, Walter Engel,Ilse Hehn, Franz Heinz, Klaus Hensel, Franz Hodjak, Johann Lippet, Dieter Schlesak, Olivia Spiridon, Horst Samson, Peter Motzan, Gerhard Ortinau, Friedrich Schuller, Hellmut Seiler, Balthasar Waitz:  Heimat – gerettete Zunge. Visionen und Fiktionen deutschsprachiger Autoren aus Rumänien. Eine literarische Begegnung. Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Wolfgang Schlott. (UNIVERSITAS Sammlung) 373 S. ISBN:  978-3-86356-051-5, € [D] 25,– € [AT] 25,– SFr [CH] 35,-

 

 

 

HEIMAT- GERETTETE ZUNGE.
Die rumäniendeutsche Literatur
in der Bundesrepublik Deutschland

Der heimatliche Zungenschlag

Zunge, gerettete Heimat, ach dieser Noten-
Salat! Gedämpft, eine heimatliche Karte
Der erinnerten Düfte: Lorbeer, aber weit
Unter der Stirn; zwiebelgleich entfaltet

Der Maghreb seine Lauchnote … (Hellmut Seiler)

Mehr als zwanzig Jahre nach der letzten Ausreisewelle der deutsch schreibenden und publizierenden Autoren aus Siebenbürgen, dem Banat und Bukarest drängt sich eine Reihe von Fragen auf, die in der Zwischenzeit von der rumäniendeutschen Germanistik unter unterschiedlichen Aspekten aufgeworfen worden sind. Es handelt sich dabei auch um den Zusammenhang zwischen literarischem Erbe, Bewahrung kultureller Traditionen, historischer Aufarbeitung von politischer Verfolgung und ideologischen Irrwegen, Beurteilung ästhetischer Verfahren und die Rezeption einer „randständigen“ Literatur im bundesdeutschen Literaturbetrieb. Einige dieser Themen sind in den 1990-er und in den 2010-er Jahren auf wissenschaftlichen Tagungen in Deutschland und in Rumänien bereits erörtert worden. Parallel zu diesen Veranstaltungen trafen sich die aus ihrer ehemaligen Heimat stammenden Schriftsteller mit den wenigen in Rumänien verbliebenen Autoren zu Lesungen und Diskussionen im Banat und in Siebenbürgen, aber auch im Rahmen von Lesungen der germanistischen Fakultät an der Universität in Bukarest.
Die vom 16.-18. November 2012 in die Tagungsstätte „Heiligenhof“ (Bad Kissingen) eingeladenen Literaten und Literaturwissenschaftler sollten sich, angeregt von den Veranstaltern, einer von diesen – oben genannten Unternehmungen – abweichenden Fragestellung widmen. Unter dem Thema „Heimat – gerettete Zunge. Die rumäniendeutsche Literatur in der Bundesrepublik Deutschland“ hatten die renommierten Vertreter der schreibenden Zunft aus den Bereichen Prosa, Lyrik, Dramatik und Essayistik die Aufgabe, aus ihren Texten zu lesen und sich anschließend den Fragen der Moderatoren und des Publikums zu stellen. Gemeinsam mit zwei vom Exil-P.E.N. eingeladenen Vertretern der Banater Literaturszene sollte auf dieser Tagung auch der Erfahrungsaustausch zwischen den in der Heimat verbliebenen und den in Deutschland angekommenen Pro-tagonisten bewertet und befördert werden.
Auf dem Hintergrund dieser beiden Intentionen spielte der Aspekt der politischen und ideologischen Implikationen, denen der Literaturbetrieb in Rumänien ausgesetzt war, nur eine marginale Rolle. Vielmehr ging es in den durch die Moderatoren eingeleiteten Lesungen um die thematischen und ästhetischen Implikationen in den Werken der vortragenden Autoren und ihre Rezeption in den bundesdeutschen Fachzeitschriften, wie auch zum Teil um das Echo solcher Texte in deutschsprachigen Zeitungen in Rumänien. Dieser wechselseitige Transfer wurde durch die themenbezogenen Referate der Literaturwissenschaftler insofern bereichert und vertieft, als die auf der Tagung präsentierten und in den Tagungsband nunmehr aufgenommenen Essays ein breites Spektrum an literaturhistorischen, rezeptionsästhetischen und literatursoziologischen Aspekten anboten. Diese zwischen die Lesungen eingeschalteten Referate wie auch an die jeweiligen Lese-Panels anschließenden Vorträge trugen zu den besonderen Lerneffekten der Tagung bei.
„Heimat – gerettete Zunge?“ Der Versuch einer Antwort wirft eine Reihe von Implikationen auf, die in neue Fragestellungen münden wie: Was und wie wurde etwas gerettet von dem literarischen Erbe, das in den schöpferischen Werken der auf Deutsch schreibenden Autoren angelegt ist? Welchen Rezeptionsbedingungen sind Texte ausgesetzt, die meist unter großen Schwierigkeiten und noch dazu in zensierter Fassung verlegt wurden? Was also ist gerettet worden, aufgehoben in der Literaturkritik, eingemündet in die entstehende Literaturgeschichte? Was ist und was wird bewahrt, um denen etwas zu überliefern, die in der deutschen Sprachheimat geblieben sind und seit 1990 von den literarischen Werken „ihrer“ Schriftsteller und Dichter aus den wieder entstandenen kleinen Verlagsanstalten geistig versorgt werden? Auf welche Weise aber werden auch die aus ihren rumänischen Siedlungsorten in die Bundesrepublik Deutschland ausgewanderten Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen mit Büchern ihrer Lieblingsautoren bekannt gemacht? Die sich daraus ergebende Frage zielt auf die Brückenfunktion derjenigen Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in dieser Anthologie versammelt sind wie auch derjenigen Autorinnen und Autoren, die sich wie Herta Müller und Richard Wagner einer weltweiten und deutschlandweiten Anerkennung erfreuen und aus unterschiedlichen Gründen nicht an der Tagung teilnehmen konnten. Es bleibt also die Frage: Welche literarischen Schätze transportieren diese Werke aus den beiden, nunmehr sprachlich ausgedünnten großen Siedlungsgebieten in die bundesrepublikanische literarische Öffentlichkeit? Mit welchen transformierten ästhetischen Verfahren sind diejenigen Texte ausgerüstet, die vor allem in den letzten zwanzig Jahren für den deutschen Literaturmarkt geschaffen wurden?
Erweist sich die Zungen-Metaphorik in dem eingangs zitierten Gedicht von Hellmut Seiler als Wegweiser in eine vielschichtig zerklüftete, von vielen Unstimmigkeiten und Entfremdungen erfüllte „Heimat“ als der existentiell und schöpferisch ideale neue Ort? Mit welchem Zungenschlag sind die mehr als drei Dutzend bereits in Rumänien publizierenden Autorinnen und Autoren in der neuen Heimat angekommen? War es noch eine „alte“ Heimat, die nach den Worten von Seiler „sich an sich selbst verschluckt“? Oder ist es nunmehr eine „neue“ Heimat, in der die Angekommenen sich wieder einer Sprache bedienen, in der die geretteten sprachlichen Wurzeln neu verortet werden müssen? In der ihr „randständiges“ Idiom sich auf dem umkämpften literarischen Feld behaupten muss. Und nicht zuletzt: Gibt es bemerkenswerte literarische und ästhetische Ansätze, in denen die Abwendung von den tradierten stilistischen und ethnisch fundierten, oft auch ideologisierten Schreibweisen die Voraussetzung für den Durchbruch auf dem turbulenten deutschsprachigen Literaturmarkt sind? Zeichnen sich fremde Verfahren ab, die gewohnte, eingefahrene Darstellungen von historischen Abläufen und pathologischen Handlungsweisen durchbrechen?
Mit solchen Fragestellungen ausgerüstet erkundigen sich die Veranstalter der Tagung, neben den bereits erwähnten ästhetischen Aspekten der abgedruckten Texte, auch nach dem informativen Gewinn von Texten. Sie führen uns nicht nur in die „alte“ Heimat, sondern entfernen sich aus den nationalen Gefilden, um sich in transkulturellen Kontexten mit „Cross-over“-Erkenntnissen aus unterschiedlichen Wahrnehmungsbereichen auszustatten. Auf diesen breit angelegten Textfeldern kommen unterschiedliche perspektivische Einstellungen gegenüber der beschriebenen ‚Welt’ zum Ausdruck. Das führt unter anderem auch zur Frage, ob  bestimmte narrative Verfahren an Attraktivität gewinnen, wenn sie sich eines regionalsprachlichen Kolorits bedienen, um kulturelles Substrat zu retten und auch die Generationen übergreifende Gedächtnisarbeit zu fördern.
Die vorliegenden Tagungstexte und ergänzenden Beiträge vermögen zum Beispiel bestimmte Einblicke in politisch brisante Phasen der rumänischen Nachkriegsgeschichte zu geben. Hans Bergel, der seit 1968 in der Bundesrepublik lebt, hat in zahlreichen Romanen und Erzählbänden seine repressiven Erfahrungen mit dem kommunistischen Regime aufgearbeitet. In den beiden Erzählungen „Der Barackentrottel“ und „Der Major und die Mitternachtsglocke“, die den Bereich der Prosa einleiten, berichtet ein Ich-Erzähler über seine Begegnung mit Häftlingen in einer Baracke im Straflager und über den Ablauf einer Minute vor der Urteilsverkündigung im berüchtigten Kronstädter Schriftsteller-prozess im Jahr 1959. In beiden narrativen Strukturen überwiegt die distanzierte Beschreibung der Umstände, unter denen die Häftlingen und Untersuchungsgefangenen der staatlichen Willkür ausgeliefert sind. Es sind Umstände, die aber auch die Voraussetzungen für den Widerstand gegen manipulierte Aussagen und erzwungene Geständnisse liefern. Johann Lippet, Autor einiger Romane und Erzählbände über die dörfliche Welt des Banats, macht seine Leser in der Erzählung „Über Kimme und Korn“, ein Auszug aus dem Roman „Bruchstücke aus erster und zweiter Hand“ (2012), mit autobiographisch verdichteten Erlebnissen vertraut. Sein jugendlicher Ich-Erzähler, ausgestattet mit dem Erfahrungswissen der älteren Generation, berichtet auch über die kläglichen Ergebnisse der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft, über den Betrug des rumänischen Staats an den Kleinbauern, die für das enteignete Land keine Entschädigung erhielten und über das Kopfgeld, das der rumänische Staat der Bundesrepublik Deutschland für die auswandernden Bauern abverlangte. Es sind eingehende, ethnologisch verdichtete Bilder aus einer untergehenden Welt, die längst ihre magische Anziehungskraft verloren hat.
Aus einer gänzlich anderen Perspektive nehmen die Protagonisten in Balthasar Waitz’ Erzählband „Krähensommer und andere Geschichten aus dem Hinterland“ (2011) die dörfliche, nicht mehr vertraute Welt wahr. Ein Wir-Erzähler, in dem das gemeinschaftliche Wissen über die Gewohnheiten der Musiker einer Blaskapelle wie auch anderer Dorfbewohner gespeichert ist, plaudert frank und frei die Geheimnisse aus, um die es in dieser Welt geht: um illegitime Beziehungen, um uneheliche Kinder, um kuriose Verhältnisse bei den Auftritten der „schwäbischen Blaskapelle“ und natürlich um Besäufnisse. Es ist eine chaotisch sich verhaltende und zugleich gedemütigte dörfliche Gemeinschaft, die die neue sozialistische Ordnung im Dorf misstrauisch und ängstlich beobachtet. Sie leidet unter ihr, wie in „Die große Aufruhr im Dorf“. Kommunistische Funktionäre setzen unter Androhung von Strafen die Technisierung der entstehenden Kolchosen durch. Aus diesem Grund lassen sie die Pferde, materielle und emotionale Absicherung der Kleinbauern, abschlachten. Sie vernichten mit dieser hirnverbrannten Willkür nicht nur jahrhundertelange dörfliche Traditionen, sie erniedrigen und traumatisieren auch die schwäbischen Bauern, unter denen die meisten zwischen 1945 und 1950 in ukrainisch-sowjetischen Straflagern Sklavenarbeit leisten mussten. Bis in die frühen 1940-er Jahre zurück reichen die Handlungsstränge in der Erzählung „Schwarzer“. Diesen Spitznamen trägt der Dorfarzt, dessen Praxis sich in dem ehemaligen Bekleidungsgeschäft des Juden Krebs befindet. Der vor den Nazis in die USA geflohene Kaufmann bleibt in der Erinnerung der Dörfler mit einer gleichsam paradoxen Begründung: „Der Krebs war der beste Mensch auf der Welt, wenn er nur, um Gottes Willen, nicht ein Jude gewesen wäre.“
Gerhard Ortinau, einer der wesentlichen Protagonisten der „Aktionsgruppe Banat“, seit seiner Emigration 1980 in Berlin lebend, setzt sich in seinem Prosatext „Wehner auf Öland. Eine Verkleinerung“ in der Form eines inneren Monologs mit dem bekannten, 1990 verstorbenen SPD-Politiker auseinander. Wehner, der nach seinem Aufenthalt in Moskau als Mitglied der KPD im Auftrag der Komintern 1941 nach Schweden geschickt wurde und dort zwischen 1942 bis 1946 inhaftiert war, hatte sich in den späten 1950-er Jahren ein Ferienhaus auf der schwedischen Insel Öland gekauft. Dort verbrachte er gemeinsam mit Ehefrau und seiner Stieftochter Greta nach dem Rückzug aus dem Parteileben 1982 seine letzten Lebensjahre, schwer gezeichnet von Multi-Infarkt-Demenz. Ortinaus Monolog-Text stellt eine auf vielen Ebenen ablaufende quälende Abrechnung der Figur Wehner mit sich selbst dar. Sie bezieht sich auf die dokumentarisch belegten Denunziationen von Parteimitgliedern in der Moskauer NKWD-Zentrale, seine abgründigen Visionen und apokalyptisch ausgemalten Lebensbilder, auf seine verächtlichen Äußerungen über ehemalige Parteifunktionäre. Während Wehner – in der Funktion einer mit dramatischen Effekten aufgeladenen Figur des politischen Welttheaters – allmählich seine Identität verliert, kreist um die Insel das mythische Totenschiff Naglfar. Es ist ein mutig konstruierter, vielschichtiger Text, dem man in naher Zukunft eine dramaturgische Inszenierung wünscht.

Die lyrischen Texte des Tagungsbandes tragen sehr unterschiedliche Handschriften, an denen sich multiperspektivische Kulturmodelle abzeichnen. Ilse Hehns bilderreiche, ornamental aufgeladene Reiseimpressionen erfassen ägyptische Kulturdenkmäler wie auch Alltagssituationen aus der Sicht eines kunstwissenschaftlich bewanderten lyrischen Ichs. Dabei überlagern sich visuelle, olfaktorische und taktile Wahrnehmungsfelder. Anders strukturiert erweisen sich die Begegnungen mit dem aus der Jugendzeit vertrauten Temeswar im Banat. Die nunmehr entfremdete Atmosphäre spiegelt sich in zerbrochenen Erinnerungsbildern, die sich beim Rundgang durch „heimatliche“ Gefilde ebenso einstellen wie in den verlogenen Empfindungen: „das nichtgesagte Wort / ist Schmerz / schamlos das gesprochene“.
Franz Heinz’ poetische Visionen bedienen sich europäischer Topographien, um sich mit existentiellen Fragen wie Überleben in der Zivilisation oder die Wahrnehmung von Naturräumen durch eine verunsicherte Psyche auseinanderzusetzen. Klaus Hensels lyrisches Ich hingegen beklagt sich in „Wie ein guter Tag“ über den Verlust der Zeitwahrnehmung. Sie komme als Flaschenpost zurück, die wie „ein Fingerzeig in dem Buch Glas, Ironie und Gott als Widmung“ auftaucht. Dennoch erweisen sich die Erinnerungsstränge als tragfähig genug, um die Bukarester produktive Zeit wachzurufen, wie den literarischen Diskurs mit Heinz Czechowski, einem bekannten Vertreter der sächsischen Dichterschule. Franz Hodjak, renommierter Lyriker und Prosaautor, beschäftigt sich in den vorliegenden Gedichten mit bedeutenden Kunstwerken, wie dem Heilig Blut Altar von Tilman Riemenschneider in der Rothenburger St. Jacobs-Kirche oder Yves Kleins Gemälden, gestaltet im International Klein Blue (IKB), einer Mischung aus tiefdunklem Blau und Ultramarin. Er reflektiert einstige Begegnungen mit den Gagausen, einer altgläubigen Sekte im Raum zwischen Rumänien und der Ukraine, oder den Lipowenern, einer Ethnie, die im Donaudelta lebt, deren Stimmen „verständlicher / als jede Stimme, egal, woher / sie kommt“ seien. Seine Widmungsgedichte für die Dichterkollegen Horst Samson und Georg Aescht wie auch für den Herausgeber der Dresdner Literaturzeitschrift „Ostragehege“, Axel Helbig, sind mit poetisch aufgeladenen Metaphern und konkreten Topoi versehen, die sich auf lieb gewonnene Begegnungen an Orten beziehen, an denen sich natürliche, zivilisatorische und phantasiebeladene Phänomene überlagern.
Johann Lippets „Hyperlinks“ sind reich an ländlich und dörflich idyllischen Bildern, die durch die Eingriffe der Staatsmacht zerstört werden. Sie wirft dem lyrischen Erzähler die Herstellung von „staatsfeindlichen Schriften“ vor, klagt ihn wegen deren Verbreitung an. Horst Samsons Poetik ist von der Sehnsucht nach dem im Weltall fixierten, einzigartigen Augenblick erfüllt. In seinen lyrischen Verfahren gehen die Tageszeiten ineinander über, Phänomene der Natur verbinden sich mit moralischen Kategorien und Erinnerungen an geschätzte Zeitgenossen überschreiten „unsere Zeit in den Urnen“. Dieter Schlesaks poetologisch verdichtete Reflexionen spüren seit den 1970-er Jahren die Ontologie eines Daseins auf, das ihn, den philosophisch gebildeten Wanderer zwischen Rumänien, Deutschland und Italien und den gelegentlichen Heim- und Rückkehrer aus Siebenbürgen, zu Aussagen bewegt, die Zeit und Raum transzendieren. In diesem schwebenden und zugleich an Orte und Körper festgemachten Diskurs wird der Zuhörer plötzlich von der Tragik des von Herrschaftszwängen erfüllten Seins aufgeschreckt, wie in Schlesaks Poem „Einem, der nie ankam“. Es ist dem Dichter Rolf Bossert gewidmet, der nur wenige Monate nach seiner Ankunft in Deutschland sich am 17. Februar 1986 in Frankfurt am Main, im Übergangswohnheim für Aussiedler, das Leben nahm.

„Du aber kommst von unten. Und du hast einen Körper / verfügt der Beamte, schließt die Akte Deutschland / im Himmel. Du aber kamst blutend ins Nichts.“

Hellmut Seilers semantisch, syntaktisch und rhythmisch durchstrukturiertes Gedicht über die gerettete Heimatzunge, das als Motto für diesen Tagungsband benutzt wird, analysiert auf verschiedenen Wahrnehmungsebenen jene verschwimmenden „heimatlichen“ Gefühle, die von der Grobheit der geschichtlichen Abläufe getroffen, sich – einem Zungentanz gleich – gegen die verräterische Sprache (vgl. „Zungenschlagseite“) wenden. Die Zunge verwandele sich damit in einen „blamierte(n) Füllungsgehilfe(n) der Peristaltik“; die „sich an sich selbst verschluckt“. Seilers hoch reflektierte Poetik durchdringt auch das Gedicht „Verfolgte verfolgen Verfolger“, das von der Wachheit gegenüber den eigenen verräterischen, von bloßer Mimikry erfüllten Gedanken zeugt.

Das Genre der Dramatik, das in der deutschsprachigen Literatur Rumäniens bislang unterbewertet ist, wird in diesem Band durch Frieder Schullers Theaterstück „Ossis Stein oder Der werfe das erste Buch“ präsentiert. Der Autor, der seit den frühen achtziger Jahren in Deutschland lebt, ist seit 1990 wieder mit seinem Heimatort Katzendorf (rum. Caţa) in vieler Hinsicht verbunden. Er dient ihm als Inspirationsquelle, als dörflicher Kulturspeicher und als Schatztruhe ethnischer Bräuche. Das 2012 im Deutschen Theater Hermannstadt aufgeführte Stück, das hier in Auszügen publiziert wird, ist eine Politfarce. Die in ihr auftretenden Figuren Dan, ein Genosse und Mitläufer, Silvia, das Flittchen Poesie, Paul, ein Handlanger, Nicu, der politische Witz, dem es in der Diktatur prächtig geht, danach aber miserabel, und Ossi, ein Rundfunkreporter, sind Wesen mit zweierlei Überlebensstrategien. Sie passen sich in der Diktatur an, erzählen sich im Flüsterton politische Witze, denunzieren auch mal einen unliebsamen Kollegen, flirten mit dem Flittchen Poesie und spielen nach der Revolution die unbeugsamen Widerständler, sind auf der Suche nach lukrativen Jobs bei der Schnellverwertung von brisanten Stoffen und Kriminal-stories. Auf ihrem theatralischen  Spielfeld bedienen sie sich unterschiedlicher dramatischer Formen. Die mit Couplets und volkstümlichen Versen wie auch mit witzigen Anspielun-gen gefütterten Dialoge brechen die ideologisch gesättigte offizielle Rede auf, entblößen die Funktion von geheuchelter Staatslyrik, machen nicht Halt vor der Kritik an der Besserwisserei westlicher Journalisten und setzen sich in der Figur des Ossi auch mit wissentlicher Denunziation und Verrat auseinander.

Die essayistischen Beiträge widmen sich Themenfeldern, auf denen unterschiedliche Aspekte behandelt werden. Es ist die Rezeption deutschsprachiger Literatur aus Rumänien in einigen europäischen Ländern (Ingmar Brantsch) und die Beleuchtung der Innen- und Außenwelt des Banats an zwei narrativen Texten (Walter Engel). Franz Heinz setzt sich mit dem Bestseller „Die deutsche Seele“, einer Koproduktion von Thea Dorn und Richard Wagner, auseinander und bewertet sie als geglücktes Beispiel für eine produktive Wiederentdeckung der (deutschen) Innerlichkeit. Peter Motzan analysiert die Erfolgs- und Endzeitgeschichte der deutschsprachigen Literatur aus Rumänien. Horst Samson erzählt am Beispiel seines Gedichts „Pünktlicher Lebenslauf“ einen Abschnitt aus dem Lebenslauf seines Vaters unter einem doppelten Blickwinkel, als bildunterstützte Projektion und nachempfundene Vision der Kriegserlebnisse aus der Sicht des Sohnes und als Versuch, mittels eines Motorrads, Marke NSU, den Vater in die virulente Erinnerung zurückzuholen. Renate Windisch schließlich vergleicht am Beispiel der Lebensläufe von zwei Autoren aus unterschiedlichen Generationen: Hans Bergel, geboren 1925 in Rosenau bei Kronstadt, und Horst Samson, geboren 1954 in der Bãrãgan-Steppe, wo Bergel als Strafgefangener in den frühen fünfziger Jahren lebte, die unterschiedlichen und gemeinsamen Merkmale von Schriftstellerkarrieren unter einem kommunistischen Regime und unter den Bedingungen einer Demokratie.
Die der Intention und dem Charakter eines Essays eigenen Argumentationsstrukturen schlagen sich in den einzelnen Beiträgen in stark voneinander abweichenden Beweisführungen nieder. Der Literaturwissenschaftler und Prosaautor Ingmar Brantsch listet in der Rolle des Rezensenten die Beiträge in dem Sammelband „Ost-West-Identitäten und – Perspektiven. Deutschsprachige Literatur in und aus Rumänien im interkulturellen Dialog“ (2012) zunächst summarisch auf, indem er die Studien derjenigen Germanisten bewertend nennt, die sich um die Rezeptionsforschung deutscher Literatur aus Rumänien in universitären Seminaren und Projekten kümmern. Sein fundiertes Wissen um literaturhistorische Abläufe und ästhetische Beziehungsfelder befähigen ihn, nicht nur die Ergebnisse dieser Forschungen im Hinblick auf die schwierige Rezeption der deutschen Literatur aus Rumänien in deutschsprachigen und anderen europäischen Ländern  einzuschätzen. Es gelingt ihm auch, wesentliche ästhetische Faktoren aus den umfangreichen Untersuchungsmaterialien hervorzuheben, die als Grundlage für die Anerkennung der Werke von Herta Müller, Oskar Pastior oder Rolf Bossert in dem bundesdeutschen Feuilleton dienen. Mehr noch: Er stemmt sich gegen die These von der abgewanderten rumäniendeutschen Literatur, die er mit dem Verweis auf deutsch publizierende literarische Talente rumänischer Herkunft stützt. Mit dieser, angesichts gewisser Kassandrarufe sich aufdrängenden Fragestellung beschäftigt sich Peter Motzan. „Eine Erfolgs- und/oder eine Endzeitgeschichte? Zur Präsenz (ex)rumäniendeutscher Autoren im bundesdeutschen Literaturbetrieb“ nennt er seine Publikations- und Rezeptionsgeschichte, die er mit einem Zitat des aus der Bukowina stammenden Dichters Alfred Kittner aus dem Jahr 1971 einleitet: „…die rumäniendeutsche Lyrik (ist) weit besser als ihr Ruf, denn sie hat gar keinen.“ An diesem Zustand habe sich auch bis zum Beginn der 1990er Jahre nichts geändert. Der dann eingeleitete Publikations- und Rezeptionsprozess habe den deutschsprachigen Autoren aus Rumänien bis zur Verleihung des Literaturnobelpreises an Herta Müller eine breit angelegte Anerkennung gebracht, deren ästhetisch innovative Merkmale Peter Motzan wie folgt definiert:

„Sie (die rumäniendeutschen Autoren, WS) durchstoßen eingerostete Wahrnehmungen und Eigenstereotype, verfremden das Vertraute ins Unvertraute, spüren die Diskrepanzen zwischen Zeichen und Bezeichnetem, zwischen Schein und Sein auf, entwickeln ungewohnte und erhellende Sichtweisen auf die deutsche Wirklichkeit und die Gesinnungslage der Nation, als deren Teil sie sich begreifen.“

Diese überzeugend dargelegten ästhetischen und literatursoziologischen Wirkungsmechanismen sind auch der Gegenstand der Ausführungen, die Olivia Spiridon in ihrem Tagungsbeitrag unter Verweis auf ihre 2012 erschienene Anthologie „Deutsche Erzähler aus Rumänien nach 1945“ präsentiert. Ihre Fragestellung „Wer liest heutzutage ‚rumäniendeutsche’ Literatur?“ zielt zunächst – nach der einleitenden Klärung des Begriffs, einer „bizarren Nomen-Adjektiv-Verbindung“ – auf die Festlegung von potenziellen „Kundenkreisen“, die sich für diese Minderheitenliteratur interessieren könnten. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass es drei Lesergruppen gebe: die aus den südosteuropäischen Kulturkreisen stammende deutschsprachige Gruppe, der Leserkreis aus den deutschsprachigen Gebieten, dessen Mitglieder ein gewisses Interesse für randständige Kulturen entwickeln, die den Zwängen von Diktaturen ausgesetzt waren, und eine rumänische Lesergruppe, die aufgrund von zukünftig zahlreicheren zweisprachigen Veröffentlichungen und Übersetzungen in ihre Muttersprache Zugang zu einer Reihe von deutschsprachigen Werken hätten. Vor allem die beiden zuletzt genannten Leserkreise müssten, so Spiridon, in literaturgeschichtliche und thematische Hintergründe der veröffentlichten „rumäniendeutschen“ Werke eingeweiht werden. Aus diesen Erwägungen heraus plädiert sie für die Einfügung von ausführlichen Kommentaren, um diese Lesergruppen auf der Grundlage von kulturgeschichtlichen, soziokulturellen und auch politischen Informationen mit den Kontexten der literarischen Werke vertraut zu machen.
Auf welche Weise ein Autor aus dem rumäniendeutschen Kulturkreis einen spezifischen Beitrag zur Bereicherung der deutschen Sprachgeschichte leistet, kommentiert und analysiert Franz Heinz in seinen rezeptionsästhetischen Ausführungen zum kulturhistorischen Nachschlagewerk „Die deutsche Seele“ (2011). Die von Thea Dorn und Richard Wagner geschaffene Publikation mit enzyklopädischem Charakter, die auf dem deutschsprachigen Büchermarkt zahlreiche Rezensionen und einen breiten Absatz gefunden hat, hinterlasse, so Heinz, manche prägnante Spur, deren Ursprung auf die heimatliche Erfahrung im Banat zurückzuführen sei. Die Erinnerung an die „Streiflichter aus dem Elternhaus“ veranlassten Richard Wagner, der seine Herkunft einst als „Rühreilandschaft“ bezeichnet habe, zu einem Bekenntnis zu dem schönen deutschen Wort Heimat. Gibt es ein überzeugenderes Argument für die Notwendigkeit, randständige Kulturbereiche in eine deutsche Kultur aufzunehmen, in der die Wiederkehr der Innerlichkeit nunmehr mit neuen Akzenten versehen wird? Dieser vergleichenden Betrachtung von zwei Landstrichen an den Randzonen von Mitteleuropa ist auch Walter Engel in seinem transparent gestalteten Beitrag über Innen- und Außenwelten des Banats nachgegangen. Auf der Grundlage von zwei Erzählwerken, Esther Kinskys „Banatsko“ (2011) und Balthasar Waitz’ „Krähensommer und andere Geschichten aus dem Hinterland“ (2011) zeichnet er den kulturellen Niedergang des Banats nach, einer Landschaft, die aus drei Siedlungsgebieten besteht. Er verweist auf die unterschiedlichen perspektivischen Einstellungen und Erzählverfahren bei der Beschreibung rumänischer, serbischer und ungarischer beziehungsweise ehemaliger deutscher Dorfkulturen, deren Geschichte nunmehr den literarischen Rohstoff für melancholische, aber auch für humorvolle und ironische Betrachtungen liefern.
Der vorliegende Tagungsband ist dank der Bemühungen von Horst Samson um die Zusammenkunft der Autorinnen und Autoren wie auch der Referentinnen und Referenten zustande gekommen.
Besonderer Dank gilt dem Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Kulturstaatsminister Bernd Neumann, dessen finanzielle Förderung die Tagung und die vorliegende Publikation erst ermöglichte.
Wir hoffen, dass die Publikation, die so viele substantielle Aspekte der Bedeutung der rumäniendeutschen Literatur für die deutschsprachigen Kulturlandschaften anspricht, ein breites Echo in der Öffentlichkeit findet.

Wolfgang Schlott,
Präsident des Exil-P.E.N.

(Bremen, im Februar 2013)