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Seien Sie herzlich eingeladen

Mittwoch, den 23. September 2026, 16:30 – 18:00 Uhr, ver.di Bücher.Café, Bundesverwaltung:  Paula Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin. Ein Literatur-Sach-Buch Der Traum der Gurke“ – Wer bitte ist hier Autor*in? Ein literarisches KI-Experiment des VS in ver.di mit wiss. Begleitung. Lisa Mangold (ver.di): Zur Funktion von ver.di für Schriftsteller:innen in Zeiten von KI. Lesung und Podiumsdiskussion mit: Dr. Brigitte Heymann, Julia Schwarz (Schreibwerkstatt Marzahn), Dietmar Schultke (VS Berlin), Corinna Waffender (VS Berlin), Gisela Witte (VS Berlin). Moderation: Martina Wildner (VS Berlin) --> Veranstaltungen 

 

 

Die neuen Vorschauen sind da: Frühjahr 2026



Horst Samson: Vertreibung nach Eden. Eruptionen über die Blindheit der Welt in Farbe.
Gedichte. Reihe Lyrik Bd. 200, ISBN 978-3-86356-447-6, 118 S., €[D]18,50

Das Leben ist so, als würde ein Wanderer seinen Weg verlieren, bis die Irre zur einzigen Karte wird.

Horst Samson, 1954, ein während der Deportation seiner Eltern im kommunistischen Rumänien geborener Dichter, der wie die Nobelpreisträgerin für Literatur von 2009, Herta Müller, aus dem Umfeld der „Aktionsgruppe Banat“ kommt, war von 2006 bis 2014 Generalsekretär des „Internationalen Exil-P.E.N. – Sektion deutschsprachige Länder“. Er weitet „den Begriff der Auswanderung aus, spricht anklagend von Exil, von ,Niemandlingen‘, die nicht allein das Land ihrer Träume, sondern auch die Bitternis der Fremdheit erleben. Überall trägt der Entwurzelte das Gepäck der Erinnerungen mit sich.(weiter)

Im Frühjahr 2023 ist das Poem „biographie. ein muster“ von Johann Lippet im Pop Verlag erschienen – in einer durchgesehenen Auflage und kontextualisiert durch ein Essay von Walter Fromm. Die in den 1980er Jahren viel beachtete Erzählung in freien Versen hat bei ihrem Erscheinen in Rumänien zahlreiche Tabus gebrochen.
3. August 2025/Siebenbürgische Zeitung
„Ehrenplatz im Jenseits“ – nachrufende Gedanken eines Freundes anlässlich des letzten Lyrikbandes des am 6. Juli verstorbenen Schriftstellers Franz Hodjak

  An eines der vielen Gespräche mit Franz Hodjak erinnere ich mich besonders gern. Ich war in den Endneunzehnhundertsiebzigern in meinem Literaturverständnis zeittypischen Irrungen verhaftet. „Engagiert“ habe Literatur zu sein, Geißel der malignen sozialen und politischen Verhältnisse, kritisch bis ins letzte Wort hinein, zweckgebundenes sprachliches Kunstwerk, mitunter mehr aktivistisches Werk als Kunst. Nur unter dieser Voraussetzung sei auch Subjektivität zulässig. (weiter)

 

 
Frankfurter Neue Presse, bzw. Offenbach-Post zu Ewart Reder, komisch, dass wir nicht merken, dass wir komisch sind.Possen und Glossen. Mit fünfzehn Zeichnungen und Aquarellen des Autors. Reihe Fragmentarium, Bd. 32, ISBN 978-3-86356-414-8, 288 Seiten,€[D] 23,00
Ein Buch voll mit Comedy legt Ewart Reder auf den Ladentisch. Kolumnen für die Frankfurter Rundschau und andere Zeitungen stehen neben Satiren und Kurzgeschichten, die in Zeitschriften veröffentlicht und mitunter prämiert wurden. Hier sprechen Handschuhe, Geschirr- spüler, Städte, ein ganzer Planet. Einige Kolumnen durchfliegt eine Drohne, die die Wahrheit kennt, auch die Gedanken. Andere Glossen formulieren Distanzen, unter anderem zu Kartoffeln, Poetry-Slams und Herrenabenden. Wild wird es in den Geschichten. Ein Jugendlicher, der nie aus seinem Zimmer kommt, betrügt in Wahrheit seine Eltern mit einer Zweitfamilie. Jim Morrison stirbt mit achtundsiebzig in Rom, nachdem er seinen „Tod“ in einer Pariser Badewanne 1971 als biographischen Tauchgang geoutet hat. Schnall dich an, hier kommt ein Buch wie ein Freizeitpark. Nur billiger.
Grande Dame der rumänischen Literatur: die Schriftstellerin Ana Blandiana in Oviedo, anlässlich der Verleihung des Prinzessin-von-Asturien-Preises für Literatur, Ende Oktober 2024. «Mich interessiert nicht die Geschichte des Sichtbaren, sondern des Unsichtbaren», sagt Ana Blandiana, die populäre Grande Dame der rumänischen Literatur. Die Revolutionäre von 1989 wollten sie nach dem Sturz Ceausescus vereinnahmen, doch sie verweigerte sich.
Auch sie weist auf den Auftritt einer Generation von Schriftstellern hin, die sich als Avantgarde verstand und sowohl gegen die Zwänge der literarischen Provinz als auch gegen die Indienstnahme der Literatur durch den sozialistischen Staat rebellierte. Darüber, über die im letzten Jahr veröffentlichte Lyrik-Anthologie „die bewegung der antillen unter der schädeldecke“, über die Temeswarer literarische Gruppierung „Aktionsgruppe Banat“ und die deutschsprachige Literatur aus Rumänien in wechselhaften Zeiten erzählt Johann Lippet im Gespräch mit Olivia Spiridon.    Der Schriftsteller Johann Lippet blickt auf ein Werk zurück, das mittlerweile mehr als 25 Bände umfasst und das am Schicksal von einzelnen Protagonisten, Familien und einer Dorfgemeinschaft die Geschichte des Banats und der Banater Schwaben erzählt und Befindlichkeiten dieser Region in literarische Sprache übersetzt.   Den Podcast finden Sie hier.
Der berühmte „Prager Frühling“, der nach den Worten des Europa- abgeordneten Daniel Cohn-Bendit, „ob es einem nun passt oder nicht“, die Welt verändert, läutet eine Epoche der Liberalisierung ein, die auch in Rumänien greift. Das Land hat als einziges Mitglied des Warschauer Paktes die Teilnahme an dem von der Sowjetunion geführten Einmarsch in die Tschechoslowakei 1968 verweigert. Nicolae Breban wird stellvertretendes Mitglied des Zentralkomitees der Rumänischen Kommunistischen Partei und Chefredakteur der Zeitschrift România literară. Er schreibt die Drehbücher für die Filme Răutăciosul adolescent und Printre colinele verzi. Bei letzterem, der für das Internationale Filmfestival in Cannes nominiert wird, führt er auch Regie. Von Paris aus nimmt er (1971, Juli-Thesen) in Le Monde zum Zeichen des Protests gegen die beginnende Personaldiktatur von Ceauşescu seinen Abschied. Dumitru Ţepeneag – der einzige Bürger Rumäniens (nach König Mihai I.), dem die Staatsangehörigkeit durch Präsidialdekret entzogen worden ist – schreibt in seinem Tagebuch Un român la Paris über diesen radikalen Bruch Brebans mit dem System Ceauşescu: „22. September 1971. Endlich hat Le Monde auch den Artikel über Breban veröffentlicht: «Craignant un retour au dogmatisme, le rédacteur en chef de la revue La Roumanie littéraire donne sa démission» (…)“. Nach 1989 kehrt er aus dem Pariser Exil zurück.

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