
Edith Ottschofski & Martina Wildner (Hrsg.): Der Traum der Gurke. Ein literarisches KI-Experiment
Ludwigsburg: Pop · 2026
Reihe Fragmentarium Bd. 34, 222 Seiten, ISBN 978-3-86356-425-4, €[D]21,50
Wen interessiert es am Ende, wenn die KI erzeugten Texte, von individuellen Erfahrungen, echten Gefühlen, wahren Erlebnissen nicht mehr zu unterscheiden sind? Wen interessiert es, wenn die KI viel billiger arbeitet und wenn irgendwann kantige, schwierige oder zu originelle Texte gar nicht mehr erwünscht sind oder verstanden werden? Wenn alles im KI-Brei versinkt?
Und da kommen wir auf die zentrale Frage, die seit November 2021 viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller umtreibt: Wann bin ich arbeitslos?
Martina Wildner
Wie sieht es bei Dir aus, liebe Leserin, lieber Leser, welche Art Literatur
wünschst Du Dir? Was wollen wir lesen?
Edith Ottschofski
KI selbst produziert keine Kunst, es ist kein Subjekt. Ein Objekt macht keine Kunst. Aber es haben schon viele Menschen mit KI Kunst gemacht. Menschen können diese Sprachmodelle als Medium oder Werkzeug benutzen oder nicht. Und man kann ein Werkzeug besser oder schlechter verwenden.
Alle Literatur ist digital, ob sie möchte oder nicht. Die einzige Möglichkeit, wirklich nichtdigitale Literatur zu machen, wäre mit der Hand zu schreiben, im Bleisatz zu setzen und alles per Brieftaube zu verschicken. Zugleich ist sich nicht jede Literatur dieser digitalen Bedingtheit oder Situation bewusst.
Hannes Bajohr