Levan Beridze: Was auch immer du sagst

Levan Beridze: Was auch immer du sagst

Aus dem Georgischen übersetzt von Lia Wittek
Ludwigsburg: Pop · 2026
Reihe Epik Bd. 162
Kaukasische Bibliothek Band 37, ISBN 978-3-86356–441-4; 288S., €[D]25,50

 

 

 

Obwohl der Roman in einem patchworkartigen Stil geschrieben ist, reißt der Erzählfaden nie ab. Es ist wie ein Büchner-Drama in zeitgenössischer Prosa.
Normunds Naumanis

Wenn Sie mich fragen, an wen mich Levan Beridzes Prosa erinnert, mit wem eine gewisse Verwandtschaft besteht, würde ich Peter Handke und Ilse Aichinger nennen. In Beridzes Werk vollzieht sich der Übergang von der Realität zum Traum, vom Empirischen zum Fantastischen, vom Realen zum Unwirklichen abrupt, ohne Vorbereitung oder Vorwarnung. Nodar Kakabadze

Lieferbare Titel von Levan Beridze:

Was auch immer du sagst
Aus dem Georgischen übersetzt von Lia Wittek.· 2026, Reihe Epik Bd. 162, Kaukasische Bibliothek Band 38, ISBN 978-3-86356–441-4; 288S., €[D]25,50

 

Balázs Mesterházy: Jinker

Balázs Mesterházy: Jinker. Novellenroman Aus dem Ungarischen von Hans-Henning Paetzke Ludwigsburg: Pop · 2026, Reihe Epik, Bd. 161, ISBN 978-3-86356–423-0; 208S., €[D]23,00

Dieses Prosabuch von Balázs Mesterházy, das nun auch in deutscher Übertragung vorliegt, ist nach zwei Gedichtbüchern der erste Prosaband des Autors (dem drei weitere Gedichtbände folgen), in dem die poetische Werkgrundierung keineswegs in den Hintergrund rückt. Jinker ist eine bemerkenswerte Prosa, eine wunderbare Lektüre, deren Komplexität und Originalität von der ungarischen Presse entsprechend gelobt wurde. Man kann das Buch lesen als eindrucksvolle Sammlung jugendlicher Kneipenabenteuer, als Einladung zu einer Reise in die Tiefen des ländlichen Ungarn oder als postmodernes, fragmentarisches, entpoetisiertes musikalisches Experiment, den kleinen Freuden des Lebens gewidmet.

Ein Mond, der angekläfft wird. Ein Hund am Fahrradlenker. Schon diese Bilder ziehen hinein in eine Welt, die mit einem leisen Wink an Hrabal erinnert. Jinker – allein die Gattungsbezeichnung „Novellenroman“ macht hellhörig – verdichtet Erinnerungen an eine Jugend im ungarischen Gyönk (Deutsch: Jink) zu funkelnden Miniaturen.
Mesterházy, selbst Schüler einer deutsch-ungarischen Schule, fügt Einzelschicksale zu einem schillernden Ganzen: ironisch, surreal, von präziser Form. Tod und Lebenslust stehen einander nah, Alkoholsucht und Liebesabenteuer, Ehebruch und Depression, jugendlicher Leichtsinn und leise Verzweiflung balancieren zwischen Fantasie, Fiktion und gelebter Erfahrung.
Das in Ungarn vielbeachtete Buch ist verführerisch – durch seine eloquenten Bilder, seinen unverwechselbaren Ton und die schiere Lust am Erzählen.

Lieferbare Titel von Balázs Mesterházy:

Jinker. Novellenroman. 2026, Reihe Epik, Bd. 161, ISBN 978-3-86356–423-0; 208S., €[D]23,00

François Dominique, Zarte Hexen

François Dominique, Zarte Hexen. Erzählung, 2026. Aus dem Französischen übertragen von Alain Jadot. Reihe Epik, Bd. 157, ISBN 978-3-86356-431-5, 114S., €[D]18,50

In der Tat ist es leicht und schwer, über eine Szene zu berichten, in der man gleichzeitig einziger Akteur und einziger Zeuge ist. Leicht, weil die kleinsten Details im Gedächtnis haften bleiben; schwer, weil niemand die Macht hat, zweimal dieselbe Szene zu erleben, egal wie intensiv die Erinnerung ist. Und weil du bezweifelst, dass du jemals in der Lage sein wirst, unter anderen Umständen die gleiche Energie und das gleiche Glück wiederzufinden.
François Dominique

Zwölf Frauenporträts erzählen vom wahren und feinsinnigen Rätsel weiblicher Gestalten, von der intimen Magie, durch die diese Gestalten stets gleichzeitig abwesend und präsent sind. Von Amina, dem schelmischen kleinen Mädchen, das zu früh verschwand, bis zu Kavira, die ihre bezaubernde Melodie in der Pariser Metro entfaltet, über die irakische Dichterin Nazik oder die schöne Cécile, die im magischen Quadrat von Cruas verehrt wird – all diese weiblichen Gestalten, die zugleich Mythos, Traum und Erinnerung angehören, kommunizieren auf geheimnisvolle Weise miteinander, um in Umrissen eine abwesende Gestalt zu skizzieren, vielleicht das fehlende Puzzleteil …

Lieferbare Titel von François Dominique:

 

Dagmar Dusil: Kalte Tage

Dagmar Dusil: Kalte Tage. Gedichte und lyrische Prosa.
Mit einem Nachwort von Britta Lübbers.
Ludwigsburg: Pop Verlag, 2026. Reihe Lyrik, Bd. 199 . Reihe Lyrik, Bd. 199, 98 S.,  ISBN 978-3-86356-436-0; €[D]16,50

„Die Nacht atmet Schnee.“ Dagmar Dusil setzt mit einem Satz an, der Kälte hörbar macht – und zu- gleich eine Tür öffnet in jene Zwischenräume, in denen Angst und Trost nebeneinander wohnen.Die Autorin schreibt, als würde sie Erinnerungen nicht erzählen, sondern entwirren. „Meine Kindheit wohnte in einem weißen Wollknäuel“ – Schicht um Schicht zieht sie Fäden aus Schubladen, Städten, Ländern; bis das Persönliche in etwas Allgemeines umschlägt: in Verlust, in Heimweh, in Schmerz, in Überleben.
Kalte Tage ist ein spätes lyrisches Bekenntnis, das den Frost nicht leugnet – und gerade deshalb Wärme freilegt: leise, präzise, unvergesslich.

Dagmar Dusil ist eine unverwechselbare Schriftstellerin. Geboren in Hermannstadt, ist sie als Deutsche in Rumänien aufgewachsen, wo ihre Sensibilität ihr poetisches Maß gewonnen hat. Bei der Umsiedlung nach Deutschland ging sie in die der deutschen Kultur und Sprache eigene Topographie über.
Emil Hurezeanu

Dagmar Dusils Texte zeichnen sich durch Eleganz und ein leises Staunen aus; sie wirken zugleich jugendlich und reflektiert und vermitteln den Eindruck, Orten dauerhaft verbunden zu sein. Das Erlebte ist in ihrer Introspektive lebendig ge- blieben und teilt sich dem Leser in einer be- sonderen, unverwechselbaren Atmosphäre mit.
Dr. Contantin Necula, Priester

Einfach großartig ist der Text Kalte Tage – Mo- mentaufnahmen des Bomben-Terrors, hautnahe Beschreibungen der Kriegsgräuel. Man muss nicht den Namen des Usurpators, jenen des Landes nennen – Teufel und Dämon, Blau und Gelb reichen aus, um zu wissen, wovon der Text durch- glüht ist.
Dr. Thomas Ziegler

Lieferbare Titel von Dagmar Dusil

Edith Ottschofski & Martina Wildner (Hrsg.): Der Traum der Gurke. Ein literarisches KI-Experiment

Edith Ottschofski & Martina Wildner (Hrsg.): Der Traum der Gurke. Ein literarisches KI-Experiment
Ludwigsburg: Pop · 2026
Reihe Fragmentarium Bd. 34, 222 Seiten, ISBN 978-3-86356-425-4, €[D]21,50

Wen interessiert es am Ende, wenn die KI erzeugten Texte, von individuellen Erfahrungen, echten Gefühlen, wahren Erlebnissen nicht mehr zu unterscheiden sind? Wen interessiert es, wenn die KI viel billiger arbeitet und wenn irgendwann kantige, schwierige oder zu originelle Texte gar nicht mehr erwünscht sind oder verstanden werden? Wenn alles im KI-Brei versinkt?
Und da kommen wir auf die zentrale Frage, die seit November 2021 viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller umtreibt: Wann bin ich arbeitslos?
Martina Wildner

Wie sieht es bei Dir aus, liebe Leserin, lieber Leser, welche Art Literatur
wünschst Du Dir? Was wollen wir lesen?
Edith Ottschofski

KI selbst produziert keine Kunst, es ist kein Subjekt. Ein Objekt macht keine Kunst. Aber es haben schon viele Menschen mit KI Kunst gemacht. Menschen können diese Sprachmodelle als Medium oder Werkzeug benutzen oder nicht. Und man kann ein Werkzeug besser oder schlechter verwenden.

Alle Literatur ist digital, ob sie möchte oder nicht. Die einzige Möglichkeit, wirklich nichtdigitale Literatur zu machen, wäre mit der Hand zu schreiben, im Bleisatz zu setzen und alles per Brieftaube zu verschicken. Zugleich ist sich nicht jede Literatur dieser digitalen Bedingtheit oder Situation bewusst.
Hannes Bajohr

 

Hans-Henning Paetzke: Traumleicht

Hans-Henning Paetzke: Traumleicht. Roman
Ludwigsburg: Pop · 2026; Reihe Epik, Bd. 160,  ISBN 978-3-86356-422-3;  340S., €[D] 25,50
Eigentlich tue ich damit nichts anderes, als ich schon immer getan habe. Für einen Neu- anfang brauche ich dringend einen Ortswechsel. Wenn ich es genau bedenke, waren meine unendlich vie- len größeren und klei- neren Umzüge stets eine Flucht vor etwas oder jemandem. Aber dass ich nun vorhabe, in eine Stadt zurückzugehen, die ich einst heimlich verlassen habe, ist auch für mich Neuland. (…)

Vom vorliegenden Roman Traumleicht können wir eines verraten, ohne der Frage nachzugehen, „wovon er handelt”, nämlich dass es um einen Liebesroman geht, eingebettet in die Länder des „real existierenden Sozialismus”, der DDR und Polens, der Ungarischen Volksrepublik und Westdeutschlands.
Briefe und Tagebuchaufzeichnungen erinnern gelegentlich schon an die romantische Erzählweise des 19. Jahrhunderts.
Aber bleiben wir in Hans-Henning Paetzkes Welt, in der der konkrete Hintergrund zur Darstellung von Charakteren und Leidenschaften sozusagen als Kulisse dient. Es handelt sich hierbei um eine Fähigkeit, die der Historiker der Zeitgeschichte dem Prosaautor zu Recht neiden könnte. Denn während Ersterer sie nur den Tatsachen gemäß festhält, wird die Wahrheit von Letzterem phantasievoll erfunden.
György Dalos

Lieferbare Titel von Hans-Henning Paetzke:

– Hans-Henning Paetzke: Traumleicht. Roman. Ludwigsburg: Pop · 2026; Reihe Epik, Bd. 160,  ISBN 978-3-86356-422-3;  340S., €[D] 25,50

– Balázs Mesterházy: Jinker. Novellenroman Aus dem Ungarischen von Hans-Henning Paetzke Ludwigsburg: Pop · 2026, Reihe Epik, Bd. 161, ISBN 978-3-86356–423-0; 208S., €[D]23,00

 

 

 Anton Sterbling: Fragen der kulturellen Identität

Anton Sterbling: Fragen der kulturellen Identität. Donauschwäbische Kultur, Schriftsteller in der Fremde, Relevanz der Sprache. Ludwigsburg: Pop · 2026; Reihe Universitas, Bd. 15, 244 S.; ISBN 978-3-86356-434-6; €[D] 21,50

Ehemaliges Gründungsmitglied der Aktionsgruppe Banat, ehemaliger Professor für Soziologie an verschiedenen deutschen Hochschulen, jetzt nahezu verzweifelt Schreibender gegen die erneut überhandnehmende, unerträgliche Unvernunft in dieser Welt. Niemals eindeutiger Sieger, niemals völlig bezwungener Verlierer, aber zumeist ganz bewusst und mutwillig auf der Seite der Verlierenden kämpfend, oft mit den lächerlichsten Waffen, ohne Macht und stets im Zweifel darüber, ob tatsächlich mit den besseren Argumenten.
Anton Sterblings Einblicke in historische, soziale und literarische Aspekte der donauschwäbischen Kultur regen zum Nachdenken über die Bedeutung von kultureller Zugehörigkeit und sprachlicher Ausdrucksformen an.

Zum Autor

(…) Angetrieben und beherrscht von notorischer Skepsis und seit Langem geübt in der fragwürdigen Denkkunst der Ideologiekritik und Dialektik, wird von ihm in diesem konsequenten Zweifel – und gleichermaßen in der erbaulichen Widerstandskraft des Erzählens gegen das Vergessen – doch zugleich der beste Schutzschild vor der gleichermaßen allzu begründeten Verzweiflung gesehen. Ge- gen die untrüglichen Anzeichen der ideologischen Verblendungen und des Stumpfsinns setzt er auch gerne auf die erhellenden Wir- kungen des sich selbst aufklärenden Absur- den, dem stets ein verbleibender Rest Un- aufklärbarkeit beigegeben ist.

Lieferbare Titel von Anton Sterbling:

Adelheit Szekeresch: Regentränen

Adelheit Szekeresch: Regentränen. Roman
Ludwigsburg: Pop · 2026; Reihe Epik, Bd. 158, 540 S.; ISBN 978-3-86356-430-8;  €[D] 29,90

Liebe, Verlust und die Suche nach einem Neuanfang! Paul, der nach schwierigen Jahren im Elternhaus und einer schmerzhaften Trennung sein Leben neu ordnen muss, und Alina, die in einer von aufgezwungener Bevormundung und Gewalt geprägten Familie gefangen ist, kämpfen mit ihrer Vergangenheit und den Herausforderungen eines re- pressiven Systems, während sie von Mut, Hoffnung und der Kraft der Liebe getragen werden.
Die Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen, die Macht der Erinnerungen und die Suche nach Freiheit und Selbst- bestimmung werden in einer rasant erzählten Geschichte ausgeleuchtet, die den Leser bis zum letzten Satz fesselt: ein echtes Krimi-Drehbuch.

Lieferbare Titel von Adelheit Szekeresch:

Papierflugzeug. Roman. 562 S. ISBN: 978-3-86356-067-6. €[D] 21,99

Regentränen. Roman. Ludwigsburg: Pop · 2026; , 540 S.; ISBN 978-3-86356-430-8;  €[D] 29,90

 

 

Alex Dreppec, PH Gruner, Tom Wolff: Trio infernal

Alex Dreppec, PH Gruner, Tom Wolff: Trio infernal.
Gedichte, Kurztexte, Querschüsse.
Ludwigsburg: Pop · 2026
Reihe Lyrk, Bd. 198, ISBN 978-3-86356-432-2, 116 S., €[D]16,50

Muss man die Welt – absurd, wie sie sich darstellt – demütig er- tragen? Nein, lautet die Antwort. Das aufgeklärte Individuum setzt sich hin und schreibt dagegen an. In diesem Buch tun dies drei Dichter. Alex Dreppec, PH Gruner und Tom Wolff zelebrieren als Trio infernal die Selbstverteidigung mit dem Wort. Drei Köpfe, drei Stile, drei Perspektiven. Ernst, skurril, spielerisch, komisch, frech, kämp- ferisch, satirisch, sarkastisch, philosophisch. Wo arbeitet das Trio Infernal? An der sensiblen Stelle, wo der Humor seine Geduld verliert.

 

Lieferbare Titel von Alex Dreppec, PH Gruner und Tom Wolff:

– Trio infernal. Gedichte, Kurztexte, Querschüsse. Ludwigsburg: Pop · 2026
Reihe Lyrk, Bd. 198, ISBN 978-3-86356-432-2, 116 S., €[D]16,50