{"id":5995,"date":"2021-10-25T05:41:31","date_gmt":"2021-10-25T05:41:31","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=5995"},"modified":"2021-12-02T08:22:14","modified_gmt":"2021-12-02T08:22:14","slug":"eginald-schlattner-schattenspiele-toter-maedchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=5995","title":{"rendered":"Eginald Schlattner: Schattenspiele toter M\u00e4dchen."},"content":{"rendered":"<p><span class=\"readonlyText multiple\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-6063\" src=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/978-3-86356-360-8_A_BuB-191x300.jpg\" alt=\"\" width=\"191\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/978-3-86356-360-8_A_BuB-191x300.jpg 191w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/978-3-86356-360-8_A_BuB-768x1206.jpg 768w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/978-3-86356-360-8_A_BuB-652x1024.jpg 652w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/978-3-86356-360-8_A_BuB.jpg 1654w\" sizes=\"auto, (max-width: 191px) 100vw, 191px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-6064\" src=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/978-3-86356-360-8_B-205x300.jpg\" alt=\"\" width=\"205\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/978-3-86356-360-8_B-205x300.jpg 205w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/978-3-86356-360-8_B-768x1124.jpg 768w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/978-3-86356-360-8_B-700x1024.jpg 700w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/978-3-86356-360-8_B.jpg 1654w\" sizes=\"auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/><a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=1369\">Eginald Schlattner<\/a>:<\/strong><\/span> <a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=5995\"><em>Schattenspiele toter M\u00e4dchen<\/em>.<\/a> Roman. Reihe Epik Bd. 128. 401 S., ISBN\u00a0 978-3-86356-360-8, \u20ac[D]29,00<\/p>\n<p>\u201eJetzt, im hohen Alter, bef\u00e4llt mich eine nahezu verstiegene Sehnsucht nach Menschenkindern, die nicht mehr sind. Nach den M\u00e4dchen, die einst begreifbar waren bis in die Fingerspitzen der Seele und durch ihren Tod unbegreiflich geworden sind \u2026 Ich lerne, die regungslosen Erinnerungen zu erwecken, die abgebrochenen Geschehnisse weiterzuf\u00fchren. Es gelingt, verblichene Gestalten wachzurufen, so dass ihre Gegenwart weh tut zwischen Ged\u00e4chtnis und Phantasie.\u201c<\/p>\n<p>Denke ich heute zur\u00fcck, w\u00e4hrend ich das Einstige beschw\u00f6re: Da- mals, in den jungen Jahren \u2013 mein Gott, wie denn auch? \u2013, hatte noch kein totes M\u00e4dchen das Gem\u00fct verst\u00f6rt. Aber Rainer Maria Rilke ber\u00fchrte zu fr\u00fcher Stunde unser Gem\u00fct, wenn noch nicht als Schlu\u00dfst\u00fcck: \u201eDer Tod ist gro\u00df. \/ Wir sind die Seinen \/ lachenden Munds. \/ Wenn wir uns mitten im Leben meinen, \/ wagt er zu wei-<br \/>\nnen \/ mitten in uns.\u201c<\/p>\n<p>Es f\u00e4llt mir auf: Erz\u00e4hlt wird manches, was schon fr\u00fcher festgeschrieben ist. Dieselben Namen spazieren durch die verschiedenen B\u00fccher.<br \/>\nWeshalb ich auf bereits Bekanntes zur\u00fcckgreife? Der Ged\u00e4chtnis- roman. Im Gegensatz zum Erin- nerungsroman.<br \/>\nDenkbar so: Da w\u00e4re die Omni- pr\u00e4senz meiner Biografie in allem, was ich schreibe. Die Biografie, die sich bei aller Modellierbarkeit des Textes an Fixpunkte halten muss. Doch jedes Mal neu ist der Kontext.<br \/>\nDie Frage, die den Schreibenden wie die Lesenden immer wieder umtreibt: Was ist ersonnen, was ist Tatsache in dem Text? Wann und wo und wie decken sich Erdichtetes und Erinnerung? Die lila Maske vor dem Gesicht: durchscheinend? Ich meine, dass es in jeder Geschichte einen Angelpunkt geben muss, wo sich erinnerte Wahrheit und wahre Geschichte in den Armen liegen.<br \/>\nZu bedenken w\u00e4re: \u201eTief ist der Brunnen der Vergangenheit!\u201c<\/p>\n<p>Und als N\u00e4chstes: Warum diese Geschichte zu sp\u00e4ter Lebensstun-<br \/>\nde? Warum jetzt, was seit Langem in der Luft lag als klagendes Ged\u00e4chtnis: die toten M\u00e4dchen vor der Zeit, vor meiner Zeit. Ja, warum?<br \/>\nZwei Buben fahren mit den R\u00e4dern von einem Dorf ins andere. Eine Begebenheit, die Jahrzehnte zur\u00fcckliegt. Die Fahrt? Eigentlich ein Sch\u00fcleraufsatz. Der mit der l\u00e4cherlichen \u00dcberschrift Der Hampel- mann begonnen und sich zum makabren Totengeleit geweitet hat.<br \/>\nDenn was mir w\u00e4hrend des Schrei- bens beklemmend auff\u00e4llt, ist, dass sich diese Fahrt nicht nur aufrollt als eine Episode entlang der endlosen Baumreihen auf einer Landstra\u00dfe, sondern dass sie vorbeif\u00fchrt an Grabsteinen verstummter Namen \u2013 irgendwo, nirgendwo.<br \/>\nDies Nirgendwo ist im Laufe des Lebens zu einer Zeichenkette angewachsen, besteckt mit nahen Na- men. Die sich verfl\u00fcchtigten, oft Jahrzehnte ungenannt blieben. Bis sie in einer Todesnachricht wiederkehrten, oft als Fama. Und ich erlebe es in ratloser Wehmut, dass diese elys\u00e4ischen Wesen einer fr\u00fchen Entflammtheit bereits tot sind, vor mir tot sind. W\u00e4hrend des Schreibens erscheinen immer an- dere Namen von \u201enicht mehr \u2013 nie mehr\u201c. Es gibt kein letztes geliebtes Wesen. Nur vorletzte Gesch\u00f6pfe der Schattenspiele \u2026<\/p>\n<p>Eginald Schlattner<\/p>\n<p><span class=\"readonlyText multiple\">Lieferbare Titel von <strong><a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=1369\">Eginald Schlattner<\/a>: <\/strong><br \/>\n<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=1300\"><strong>Rodica Draghincescu<\/strong>:<\/a> <a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=1317\"><strong>\u201eSchreibenleben.\u201c\u00a0 <\/strong>320 Seiten, ISBN: 3-937139-03-6. \u20ac[D] 23,60<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong><a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=3419\">Romani\u0163a Constantinescu<\/a><a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=3419\">,<\/a> (Hrsg.), <i> <a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=3413\">Im kalten Schatten der Erinnerung<\/a><a href=\"https:\/\/traian.pop-verlag.com\/978-3-937139-76-0.htm\">.<\/a><\/i><\/strong> Eine Anthologie zeitgen\u00f6ssischer Prosa aus Rum\u00e4nien.\u00a0 (EPIK- Sammlung); 332\u00a0Seiten, ISBN: 978-3-937139-76-0, \u20ac[D] 20,00<\/li>\n<li><strong><a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=2839\">Wasserzeichen. <\/a><\/strong>ISBN: 978-3-86356-216-8,\u00a0 628 Seiten, \u20ac[D]29,00<\/li>\n<li>\n<h4><a href=\"https:\/\/www.edition-matrix.com\/matrix-1-2019-55-%e2%80%a2-eginald-schlattner-%e2%80%a2\/\">MATRIX 1\/2019 \u2013 Eginald Schlattner \u2013 <\/a><em><strong>Man verlasse den Ort des Leidens nicht, sondern handle so, dass die Leiden den Ort verlassen <\/strong><\/em><\/h4>\n<\/li>\n<li><strong><a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=5415\">Wasserzeichen.\u00a0\u00a0Ersonnene Chronik<\/a>. 2. Auflage 2020.<\/strong> ISBN: 978-3-86356-216-8, Reihe Epik Bd. 87, 628 S., \u20ac[D]29,00<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=5445\"><strong>\u201eGott wei\u00df mich hier\u201c.<\/strong><\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=5452\"><strong>Radu Carp<\/strong><\/a> im Gespr\u00e4ch mit <strong><a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=1369\">Eginald Schlattner.\u00a0<\/a><\/strong>Aus dem Rum\u00e4nischen \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=2620\">Edith Konradt<\/a> und \u00fcberarbeitet von Eginald Schlattner.\u00a0\u00a0<span class=\"readonlyText multiple\">Reihe Fragmentarium, Bd. 20, 239 S., ISBN 978-3-86356-311-0, \u20ac[D]19,50\u00a0<\/span><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=5791\"><strong>Drachenk\u00f6pfe.\u00a0<\/strong><\/a>Roman. ISBN: 978-3-86356-308-0, Reihe Epik Bd. 116, 189 S., \u20ac[D]19,50<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=5995\"><strong>Schattenspiele toter M\u00e4dchen<\/strong>.<\/a> Roman. Reihe Epik Bd. 128. 401 S., ISBN\u00a0 978-3-86356-360-8, \u20ac[D]29,00<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eginald Schlattner: Schattenspiele toter M\u00e4dchen. Roman. Reihe Epik Bd. 128. 401 S., ISBN\u00a0 978-3-86356-360-8, \u20ac[D]29,00 \u201eJetzt, im hohen Alter, bef\u00e4llt mich eine nahezu verstiegene Sehnsucht nach Menschenkindern, die nicht mehr sind. 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