{"id":1048,"date":"2015-12-25T19:01:19","date_gmt":"2015-12-25T19:01:19","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=1048"},"modified":"2015-12-25T19:02:59","modified_gmt":"2015-12-25T19:02:59","slug":"poesiepoesie-zeitgenoessische-dichtung-aus-frankreich-und-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=1048","title":{"rendered":"Poesie\/po\u00e9sie Zeitgen\u00f6ssische Dichtung aus Frankreich und Deutschland"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Poesie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1049 size-medium\" src=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Poesie-207x300.jpg\" alt=\"Poesie\" width=\"207\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Poesie-207x300.jpg 207w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Poesie-708x1024.jpg 708w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Poesie.jpg 1674w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Poesie\/po\u00e9sie<\/strong> <em>Zeitgen\u00f6ssische Dichtung aus Frankreich und Deutschland <\/em><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=1019\">Josiane Alfonsi<\/a>, G\u00e9rard Blua, Yves Broussard,\u00a0Volker Demuth, Rodica Draghincescu, Werner D\u00fcrrson, \u00a0Gilbert Fels, Abdelmadjid Kaouah,\u00a0Carmen Kotarski, Jacques Lovichi, Marcel Migozzi, Fran\u00e7ois Montmaneix, Hasan \u00d6zdemir, Jos\u00e9 F.A. Oliver, Walle Sayer. Klaus F. Schneider, Hellmut Seiler, Dominique Sorrente, Susanne Stephan, Fr\u00e9d\u00e9ric Jacques Temple, Jean-Max Tixier, Andr\u00e9 Ughetto, Jean-Claude Villain.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>ISBN: 3-937139-00-1. 168\u00a0Seiten:14,5\u00a0\u00d7\u00a020,5\u00a0cm. 14,00\u20ac[D]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt zweifelsohne kontinentale wie insulare, geographische wie imagin\u00e4re, sprachliche wie thematische, zeitliche wie zeitlose, zeitbesetzte, zeitversetzte Gebiete der Lyrik. Es ist nicht schwer, ein \u00bbeurop\u00e4isches\u00ab Gedicht von einem \u00bbamerikanischen\u00ab, ein \u00bbkontinental-europ\u00e4isches\u00ab von einem \u00bbbritisch-insularen\u00ab, ein \u00bbromantisches\u00ab von einem \u00bbmodernen\u00ab, ein \u00bbmodernes\u00ab von einem \u00bbpostmodernen\u00ab, ein Gedicht, das von einem Dichter, von einem Gedicht, das von einer Dichterin geschrieben wurde zu unterscheiden; oder eben ein franz\u00f6sisches von einem deutschen.<br \/>\nIst diese Unterscheidung aber auch wichtig? Geht es jenseits der literaturgeschichtlichen Grenzen schlie\u00dflich nicht darum, ob ein Gedicht einen Leser anspricht und\/oder ber\u00fchrt (oder durchquert)? Und darum, wie es ihn anspricht, ber\u00fchrt, durchquert?<br \/>\nDer Titel des vorliegenden Sammelbandes, Poesie \/ po\u00e9sie, k\u00f6nnte auch als Versuch einer Entgrenzung verstanden werden. Im Rahmen dieses Versuchs unterscheiden sich die franz\u00f6sischen und die deutschsprachigen Gedichte nur darin, wie der Akzent auf (das Wort) Poesie gesetzt wird; oder auf (das Wort) Poem(e). Und hier d\u00fcrfen sogar die Akzente falsch gesetzt werden: Die po\u00e9sie wird trotzdem Poesie bleiben; das po\u00e8me wird nicht weniger ein Poem sein. Mit anderen Worten, dienen in diesem Versuch die Unterschiede nur dazu, die Gemeinsamkeiten deutlicher zu machen.<br \/>\nAndererseits sollte der Untertitel der Anthologie, Zeitgen\u00f6ssische Lyrik aus Frankreich und Deutschland, nicht als Ausdruck der Intention interpretiert werden, etwa ein Panorama deutscher und franz\u00f6sischer Poesie der Gegenwart zu bieten. Zw\u00f6lf Dichter aus jedem der beiden L\u00e4nder, der \u00e4lteste 1921, der j\u00fcngste 1963 geboren, w\u00e4ren auch nur begrenzt repr\u00e4sentativ f\u00fcr ein solches Vorhaben. Und au\u00dferdem k\u00f6nnte man uns beim Durchlesen des Inhaltsverzeichnisses den Vorwurf machen, viele wichtige Namen ausgelassen zu haben. Nein, es handelt sich hier in erster Linie um Gedichte zum Lesen und nicht um Literaturgeschichte. So sollte \u00bbLyrik aus &#8230;\u00ab verstanden werden: Wir versuchen, dem Leser Gedichte aus zwei Literaturen, die traditionellerweise als gr\u00fcndlich verschieden angesehen werden, als immer und \u00fcberall lesbare Texte nahe zu legen.<br \/>\nNat\u00fcrlich haben auch die Umst\u00e4nde, unter denen die Anthologie entstanden ist, vor allem die Auswahl der einzelnen Autoren beeinflusst. Die Idee kam 2002 vom Leiter des Verlags Autres Temps aus Marseille, dem Dichter G\u00e9rard Blua: Zw\u00f6lf Dichter aus Frankreich, zw\u00f6lf Dichter aus Deutschland, in die jeweils andere Sprache \u00fcbersetzt, in zwei Anthologien, einer franz\u00f6sischen und einer deutschen, dem Publikum der beiden L\u00e4nder zug\u00e4nglich gemacht. Die deutschsprachige Version sollte im Stuttgarter Ithaka Verlag, der inzwischen nicht mehr existiert, erscheinen. Nachdem die franz\u00f6sische Fassung 2003 unter dem Titel D\u2019Allemagne et de M\u00e9diterann\u00e9e. Po\u00e9sie d\u2019aujourd\u2019hui bei Autres Temps erschienen ist, wird nun \u2013 dank des freundlichen Engagements des Verlegers Traian T. Pop \u2013 auch die deutsche Fassung vorgelegt.<br \/>\nDie franz\u00f6sische Seite hat sich f\u00fcr Autoren aus dem Mittelmeerraum, die im Verlag Autres Temps und bei den vielen Verlagsprojekten mitwirken, entschieden. Es ist schwer zu sagen, ob diese Autoren viele Gemeinsamkeiten haben, ja eine Art \u00bbBewegung\u00ab bilden. Ein Raum wie der mediterrane pr\u00e4gt nat\u00fcrlich, die Freundschaft, die Zusammenarbeit und der Dialog pr\u00e4gen noch mehr. Aber ein bindendes Programm, wie bei den gro\u00dfen Schulen der Vergangenheit? Eher bestimmte Neigungen und Vorlieben, wie jene f\u00fcr philosophische und poetologische Themen, die beim Lesen der franz\u00f6sischen Gedichte in dieser Anthologie bei fast jedem einzelnen Autor auff\u00e4llt: \u00bbDer Zeit einen Augenblick lang zu entgehen \u2013 ist dies m\u00f6glich?\u00ab (G. Blua); \u00bbBergauf \/ bildet sich die Wolke \/ rings um \/ die Spitze \/ die die Zeit \/ unerbittlich \/ umformt\u00ab (Y. Broussard); \u00bbIch hab viele M\u00fctter \/ die ein Kind geboren haben: \/ Rousseau, Dostojewskij, Kierkegaard, dasselbe \/ Kind: eine von der andern, Shakespeare, Nietzsche\u00ab (R. Draghincescu); \u00bbDie Bewegung seiner H\u00e4nde \/ Auf der Jagd nach einem Satz\u00ab (A. Kaouah); \u00bbWir steuern auf das wehrlose Reich \/ Der Dichtung zu, wo jedes Wort verletzt\/ Einem verzauberten Grenadier gleich\u00ab; \u00bbes geschehen unwahrscheinliche \/ und wahre \/ Dinge \/ in den Arkana der Zeit\u00ab (J. Lovichi); \u00bbAussichtslos in der Gruft \/ Der \u00fcberspitzten Wirklichkeit, \/ Unter der Wasserspur der Zeit\u00ab (M. Migozzi); \u00bbich bl\u00e4ttere sie \u00fcber Nacht durch \/ wie die Seiten eines Buchs mit meiner Stimme \/ auf der Suche nach einem Satz\u00ab (F. Montmaneix); \u00bbHeute \/ res\u00fcmiert sich meine ganze Bibliothek \/ auf ein offenes Fenster.\u00ab (D. Sorrente); \u00bbeinst eingelagerte Bilder, \/ um die Kindheiten zu bes\u00e4en, \/ deren Zuflucht die Erinnerung ist\u00ab (F.J. Temple); \u00bbMein Glaube klebt am Satz. Kracht. Verkrampft sich. Ich habe keinen anderen Gott als das Gedicht.\u00ab (J.M. Tixier); \u00bbSich &#8230; ansehen \/ im Spiegel der Seite, \/ wo du nichts erkennst \/ in dieser unbekannten Landschaft, \/ die du bist\u00ab (A. Ughetto); \u00bbDer Tod hat kein Vergessen. Er ist ein Aufenthalt.\u00ab (J.-C. Villain).<br \/>\nDie zw\u00f6lf deutschsprachigen Dichterinnen und Dichter, die in dieser Anthologie vertreten sind, leben alle im s\u00fcdwestdeutschen Raum. Die meisten kennen sich, treffen sich, nehmen an gemeinsamen Projekten und Veranstaltungen teil. Auch sie keine Mitstreiter einer bestimmten Bewegung. Aber sie neigen auch, wie ihre franz\u00f6sischen Kollegen, zum Metadiskurs. Doch vermitteln ihre Verse meist eine eigene, Ich-bezogene Sicht der Dinge, so als w\u00fcrde der Blick von den Gegenst\u00e4nden der Welt stets auf das Innere zur\u00fcckgeworfen: \u00bbUngesagtes der Sinne unterschlagen verwischt \/ ohne Wohnrecht Offensichtliches verschl\u00fcsselt \/ meine Texte sind nicht gesichert\u00ab (J. Alfonsi); \u00bbenthaarte Tiere die Blicke leer \/ darin siehst du pl\u00f6tzlich dich fortgeschoben\u00ab (V. Demuth); \u00bbund denke \/ bin ich denn wirklich\u00ab (W. D\u00fcrrson); \u00bbdas Instrument demonstriert, exakt diesem Auge, da\u00df hier dubiose Grenzen bestehen \/ Problem, das es \/ es? ich! \/ bislang nicht sah\u00ab (G. Fels); \u00bbich hatte die Sprache ge\u00f6ffnet \/ nicht den Mund\u00ab (C. Kotarski); \u00bbnur w\u00e4hrend ich an dich \/ dachte liebte ich dich \/ das wort war nur zwischen \/ den lippen\u00ab (H. \u00d6zdemir); \u00bbgeschichten die ich \/ heimlich hinuntersteige aus den farben \/ und hellen fenstern in den stummfilm\u00ab (J.F.A. Oliver); \u00bbzeile um zeile \/ abgelagertes \/ ich\u00ab (K.F. Schneider); \u00bbHeute sing ich, morgen tanz ich, nie ohne euch, aber \/ Bin ich\u2019s nun oder ist es wirklich ein anderer?\u00ab (H. Seiler); \u00bbDer allerchristlichste K\u00f6nig ist, wie ich, \/ bald traurig, bald fr\u00f6hlich\u00ab (S. Stephan); \u00bbzu wem \/ soll ich noch sprechen \/ die Nahen scheinen nah nur\u00ab (R. Wedler).<br \/>\nDie Zitate sollen jedoch nicht den Eindruck erwecken, die Auswahl der Texte f\u00fcr die vorliegende Anthologie h\u00e4tte nach inhaltlichen und\/oder stilistischen Kriterien erfolgt. Vielleicht ist es so, dass bestimmte Themen niemals ersch\u00f6pft werden im poetischen Diskurs, dass sich die Dichter niemals satt sprechen werden am Ich und am Sein, an der Zeit und der Sprache selbst. Die zitierten Verse sollen vielmehr die Sch\u00f6nheit der poetischen Mikrokosmen hervorheben, Lust auf mehr machen, zu einer ausgedehnten Lekt\u00fcre einladen, um selbst Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Themen und Stilrichtungen und vor allem neue Dichter und neue Gedichte zu entdecken. Ganz egal, wie der Akzent auf das Wort Poesie oder auf das Wort Poem(e) gesetzt wird.<br \/>\nSergiu Stefanescu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Poesie\/po\u00e9sie Zeitgen\u00f6ssische Dichtung aus Frankreich und Deutschland Josiane Alfonsi, G\u00e9rard Blua, Yves Broussard,\u00a0Volker Demuth, Rodica Draghincescu, Werner D\u00fcrrson, \u00a0Gilbert Fels, Abdelmadjid Kaouah,\u00a0Carmen Kotarski, Jacques Lovichi, Marcel Migozzi, Fran\u00e7ois Montmaneix, Hasan \u00d6zdemir, Jos\u00e9 F.A. Oliver, Walle Sayer. Klaus F. 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