{"id":3467,"date":"2018-08-15T09:14:36","date_gmt":"2018-08-15T09:14:36","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=3467"},"modified":"2025-12-25T17:03:54","modified_gmt":"2025-12-25T17:03:54","slug":"in-der-presse","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=3467","title":{"rendered":"In der Presse"},"content":{"rendered":"<div id=\"pgc-3244-3-2\" class=\"panel-grid-cell\">\n<div id=\"panel-3244-3-2-0\" class=\"so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"11\">\n<div class=\"so-widget-sow-editor so-widget-sow-editor-base\">\n<div class=\"siteorigin-widget-tinymce textwidget\">\n<header class=\"edition-header edition-header--article-page \">\n<nav>\n<div data-offset-key=\"cdrdr-0-0\">\n<ul>\n<li>\n<header class=\"artikelkopf\">\n<div class=\"artikeldatum\">3. August 2025<\/div>\n<\/header>\n<h4>\u201eEhrenplatz im Jenseits\u201c \u2013 nachrufende Gedanken eines Freundes anl\u00e4sslich des letzten Lyrikbandes des am 6. Juli verstorbenen Schriftstellers Franz Hodjak<\/h4>\n<p class=\"artikeleinleitung\">An eines der vielen Gespr\u00e4che mit Franz Hodjak erinnere ich mich besonders gern. Ich war in den Endneunzehnhundertsiebzigern in meinem Literaturverst\u00e4ndnis zeittypischen Irrungen verhaftet. \u201eEngagiert\u201c habe Literatur zu sein, Gei\u00dfel der malignen sozialen und politischen Verh\u00e4ltnisse, kritisch bis ins letzte Wort hinein, zweckgebundenes sprachliches Kunstwerk, mitunter mehr aktivistisches Werk als Kunst. Nur unter dieser Voraussetzung sei auch Subjektivit\u00e4t zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p class=\"artikeltext\">Das Gedicht <em>liebes ma\u00df<\/em> von Franz Hodjak passte vordergr\u00fcndig nicht in diese Schublade. Aber er warb daf\u00fcr mit seinem typischen, milde-fragenden L\u00e4cheln. Der gr\u00f6\u00dfte Affront gegen den erstarrten real existierenden Sozialismus sp\u00e4tstalinistischer Pr\u00e4gung sei eben die Betonung der Subjektivit\u00e4t \u2013 selbst dann, wenn sie als scheinbar biedermeierlich angehauchte Privatheit daherkomme. Recht hatte er, wie so oft! Ich nahm den Text in die staatlich nicht genehmigte Lyrikanthologie \u201edie bewegung der antillen unter der sch\u00e4deldecke\u201c (19801, 20222) auf. Es ist f\u00fcr mich eines seiner bezeichnenden Gedichte: Schlicht in der Diktion, in einer brillanten Textur der vermeintlichen Einfachheit gehalten, gleicherma\u00dfen erdenschwer wie leicht, illusionslos, in existenzieller Demut geschrieben \u2013 bedenkt man den zeithistorischen Kontext. Zwar ist es vordergr\u00fcndig ein Liebesgedicht, aber es weist deutlich dar\u00fcber hinaus: \u201e<em>liebes ma\u00df<\/em> \/ ein zimmer nicht zu eng nicht zu weit \/ ein gef\u00fchl wie \u00fcberdruss \/ fenster und t\u00fcren fest zugeschneit \/ zeit im \u00fcberfluss \/ in der ecke ein waschgestell \/ im ofen ein knistern und prasseln \/ wie fernes hundegebell \/ etwas schnaps in den tassen \/ etwas wein in den kr\u00fcgen \/ ein paar sorgen so leicht wie schwer \/ und ein bett wo wir uns z\u00e4rtlich bel\u00fcgen \/ was wollen wir mehr\u201c.<\/p>\n<p>Auch in seinem letzten Gedichtband <em>\u201eEhrenplatz im Jenseits\u201c<\/em> t\u00f6nt es \u2013 ich bin versucht zu sagen: vom festen Sockel des Klassikers \u2013 aus den Gedichten Franz Hodjaks wie eh und je: sprachgewaltig trocken, sachlich desillusioniert, manchmal im schnoddrigen Parlando, manchmal in aphoristischer Verknappung, dann wieder in z\u00e4rtlicher Bewegtheit. Die Betrachtungsperspektive ist oft ironisch und selbstironisch, Humor wird mit Skepsis grundiert, Lebenserfahrung mit Weisheit veredelt, Weltsicht mit Beherrschtheit gepaart. Der Drang nach innerer Freiheit ist suchtartig intensiv, der Vereinnahmung durch falsches Bewusstsein \u2013 Hoffnungen, Illusionen, Ideale, (literarische) Moden u. \u00c4. \u2013 wird ein eherner Riegel vorgeschoben.<br \/>\nFranz Hodjak ist der Philosoph unter den deutschen Lyrikern. Nicht, dass er ein Adept der wissenschaftlichen Disziplin gewesen w\u00e4re. Nichts lag ihm ferner als das. Aber seine lebenslange Suche nach Erkenntnisweite und Erkl\u00e4rungsmustern, nach der Unterscheidung von Gut und B\u00f6se, Falsch und Richtig, nach der Natur der Wirklichkeit und den grundlegenden Ordnungsmustern des Seins, nach dem Verh\u00e4ltnis von Sprache und Realit\u00e4t, nach den M\u00f6glichkeiten, Bewusstsein k\u00fcnstlerisch pr\u00e4zise zu codieren \u2013 dieses unerm\u00fcdliche lyrische Abhandeln dessen, was man gemeinhin Leben nennt, macht ihn unverkennbar zum poetischen Denker, der nicht nur bohrende Fragen stellt und konfliktreiche oder gar absurde Lebensausschnitte in Bilder bannt, sondern der auch Antworten gibt: Und diese sind meist die des Stoikers. \u201eWas wollen wir mehr?\u201c \u2013 Dasein ist einigerma\u00dfen ertr\u00e4glich, wenn wir es nicht allzu ernst nehmen und uns keinerlei Hoffnungen oder Illusionen machen.<\/p>\n<p>Literatur kann das erdenschwere Leben zu vermeintlicher Trivialit\u00e4t degradieren. \u201e(\u2026) Du \/ musst die wildesten Geschichten \/ erfinden und sie so erz\u00e4hlen, dass \/ jeder \u00fcberzeugt ist, dein Leben \/ hat sich gelohnt.\u201c (<em>Austausch<\/em>, 56) Das ist mit der Leichtigkeit des Seins eines Schelms geschrieben. Das erdenschwere Sein ist in Wahrheit nicht trivial, es kann \u00e4u\u00dferst beschwerlich sein und es ist in letzter Konsequenz zwingend t\u00f6dlich. Aber der Dichter hat es in der Hand, die Erdenschwere aufzuheben, er kann die Dramatik trivialisieren und ihr das Spektakul\u00e4re nehmen, er kann sie entsch\u00e4rfen, indem er sie bagatellisiert, er kann die Tragik des unsinnigen Lebens <em>downsizen<\/em>, indem er sie nicht wichtig nimmt. Er diskreditiert sie, wenn er existenziellen Ernst ant\u00e4uscht, aber ihr das Verh\u00e4ngnisvolle durch Humor und Ironie, durch logische Kontrapunktik wegnimmt: \u201eund die Hoffnungen, wenn sie sich \/ erf\u00fcllten, w\u00e4ren \/ keine Hoffnungen mehr.\u201c (<em>Sonntage<\/em>, 14)<\/p>\n<p>Der Stoiker ist ein Lebensk\u00fcnstler. Umso mehr, wenn er es nicht im realen Leben ist, sondern wenn er den Stoizismus von seinem lyrischen Ich durchdeklinieren l\u00e4sst. Leben bedeutet Dichten. Keiner hat wie er nach dieser Formel gelebt. Ihr hat er buchst\u00e4blich alles untergeordnet. Leben ohne Dichtung ist nichts. Schreiben ist Befreiung. \u201eunsere Lieder sind nichts anderes als Versuche, \/ uns aus den Fallstricken der Welt zu befreien.\u201c (<em>Mag sein<\/em>, 47)<br \/>\nLeben wird vom Zufall regiert, dessen Wirken gemeinhin als Schicksal benannt wird. Die abgegriffene Vokabel \u201eSchicksal\u201c wird freilich in Franz Hodjaks Gedichten sehr selten bem\u00fcht, vielmehr werden die lyrischen Inhalte von Kategorien wie \u201eZufall\u201c, \u201eZeit\u201c, \u201eAugenblick\u201c (\u201eJeder Augenblick ist \/ ein Jetztodernie.\u201c <em>Jetzt oder nie<\/em>, 110) in die beabsichtigte Choreographie gef\u00fcgt. \u201eEgal, was passiert, \/\/ es passiert alles \/ nach den exakten Berechnungen \/ des Zufalls. (<em>Triptychon<\/em> 9, 45) Ringen wir uns dazu durch, dieses existenzielle Axiom zu akzeptieren, dann ist das der K\u00f6nigsweg zu Weisheit und Gel\u00e4utertheit, zu innerer Ruhe und Gelassenheit. Das ist die Lebens- und \u00c4sthetikformel seines lyrischen Ichs.<\/p>\n<p>Franz Hodjak ist auf weiter Flur einer der wenigen Coolen der neueren deutschen Literatur \u2013 aber beileibe nicht im Sinne von Gleichg\u00fcltigkeit und Unbek\u00fcmmertheit, sondern vielmehr als Ausdruck von disziplinierter Gefasstheit und erstrebenswerter Unaufgeregtheit. Seine Coolness ist der Schutzschild, den er zwischen die Welt und seine Verletzlichkeit hochstemmt. Sie ist aber auch der Ausdruck von Power und Standfestigkeit. Der Sensible und scheinbar Schwache ist der eigentliche Starke: \u201eWer hart im Nehmen \/ ist, ist st\u00e4rker, wenn \/ es darum \/ geht, in Frieden \/ zu leben.\u201c (<em>Beruhigend schwach<\/em>, 16)<br \/>\nGerade diese Coolness l\u00e4sst das lyrische Ich Franz Hodjaks emotionsgeladen-stoisch agieren. \u00c4hnlich einem Vulkan, der an der Oberfl\u00e4che ruht, bestenfalls harmlose Fumarolen ausst\u00f6\u00dft, aber in der Tiefe rumort und gewaltigen Druck aufbaut. Der Stoiker versucht, das Leben philosophisch zu bew\u00e4ltigen. Sein R\u00fcstzeug ist der distanzierte Blick, sein Standbein ist die Gelassenheit, sein Glaube ist der misstrauische Zweifel, seine Perspektive ist die Abwehr jeglicher Vereinnahmung durch Ideologien und Moden, sein Werkzeug ist das Paradoxon, sein ganzes Streben gilt der geistigen Freiheit. \u201eUnd wer an Wunder glaubt, sucht ein Leben lang \/ nach T\u00fcren, die es nicht gibt. (<em>Adams You Tube Kanal<\/em>, 20)<\/p>\n<p>Mir will scheinen, dass Franz Hodjak auch durchaus ein Kind des Existenzialismus der 1960er Jahre ist, da dieser dominante geistige Impuls beispielsweise durch die Kafka-, Sartre- und Camus-Rezeption nicht an ihm vorbeigegangen sein kann: Das Leben ist absurd, Sinnsuche ist vergebens. Hoffnung, Sinnhaftigkeit, Glaube an etwas sind Illusionen und Blendwerk. Viele Gedichte von Franz Hodjak atmen f\u00f6rmlich das \u201eZur-Freiheit-verurteilt\u201c-Sein Jean-Paul Sartres, zeichnen die \u201eGeworfenheit des Daseins\u201c von Martin Heidegger nach. Hodjak wei\u00df, dass er Sisyphos ist: <em>So what?<\/em> Er schreibt dagegen an, das ist das Einzige, was er dem Absurden, der K\u00e4lte der Entfremdung, in letzter Instanz selbst dem Tod entgegensetzen kann: n\u00e4mlich den sch\u00f6pferischen Akt der lyrischen Sprachverdichtung von Welt- und Icherfahrung. \u201eDer Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszuf\u00fcllen. Wir m\u00fcssen uns Sisyphos als einen gl\u00fccklichen Menschen vorstellen\u201c, befindet Camus in seinem wegweisenden kulturphilosophischen Essay \u201eDer Mythos des Sisyphos. Ein Versuch \u00fcber das Absurde\u201c (dt. erstmals 1950). Mehrfach tauchen in Franz Hodjaks Ge-dichten existenzialistische Bilder auf: \u201eZuweilen ist einem auch zumute, \/ als w\u00e4re man gerade vom Himmel gefallen.\u201c (<em>Wie der blaue Wind<\/em>, 41)<br \/>\nBiographisches \u2013 wie k\u00f6nnte es auch anders sein \u2013 scheint in vielen seiner Gedichte durch, so seine \u00dcbersiedlung im Jahr 1992 von Rum\u00e4nien nach Deutschland, die er durchaus als Bruch sieht. In <em>Ballade vom Fliegen<\/em> versteht Franz Hodjak sein Leben im letzten Abschnitt als Odyssee. Er startet mit hochfliegenden Tr\u00e4umen und endet mit einer fatalen Bruchlandung. Die Odyssee gleicht also mehr dem Absturz des Ikarus als der beherzten Heimkehr des Odysseus. So wird auch in diesem Fall ein Bild kontrapunktisch gebrochen. Ithaka ist keine Heimkehr, \u201eDu \/ wolltest nie ankommen in Ithaka.\u201c Mehr noch: Ithaka entpuppt sich als Chiffre f\u00fcr die schmerzhafte Z\u00e4sur eines unumkehrbaren Identit\u00e4tsverlusts: \u201eSeither bist du \/ nur noch eine Nummer, \/ die zwischen anderen Nummern \/ liebt und lebt.\u201c (<em>Ballade vom Fliegen<\/em>, 17).<\/p>\n<p>In Deutschland ist Franz Hodjak beachteter Suhrkamp-Autor und wurde mit Preisen und Stipendien \u00fcberh\u00e4uft. Dennoch empfindet er sich nur als \u201eNummer\u201c unter anderen Nummern. Dieses Gef\u00fchl ist wohl urs\u00e4chlich auf die Reduzierung des Wirkkreises und den Bedeutungsverlust in Deutschland zur\u00fcckzuf\u00fchren. In Rum\u00e4nien war Franz Hodjak nicht nur anerkannter Autor, der Schule gemacht und junge Autoren beeinflusst hat (etwa: Rolf Bossert, Werner S\u00f6llner, Klaus Hensel, Helmut Britz), sondern er war auch Verleger. Als Verantwortlicher der deutschsprachigen Abteilung des Klausenburger Dacia-Verlags war er als Einzelk\u00e4mpfer \u00e4hnlich signifikant wirksam wie die Kollegen des machtpolitisch ungleich einflussreicheren und ressourcenstarken Kriterion-Verlags in Bukarest, der immerhin einem ZK-Mitglied der kommunistischen Partei unterstand. Als Verleger und Gestalter der bestimmenden Prozesse der Bl\u00fctezeit der Deutschen Literatur Rum\u00e4niens in den 1970er, 1980er Jahren war er \u2013 anders als sein lyrisches Ich \u2013 weder stoisch noch illusionslos, sondern \u00e4u\u00dferst aktiv, mutig und erfolgreich. Umso befremdlicher wirkt es, dass die bio-bibliographischen Angaben in <em>Ehrenplatz im Jenseits<\/em> teilweise ausschlie\u00dflich die Zeit nach 1990 reflektieren, indes die pr\u00e4genden ersten zwei Jahrzehnte seines Wirkens ausgeblendet werden.<br \/>\nDie Literatur aus den ehemals deutschsprachigen Regionen Rum\u00e4niens \u2013 Siebenb\u00fcrgen und Banat \u2013 liegt auf der Matte und ist angez\u00e4hlt. Das letzte Aufgebot einer markanten Sparte der deutschen Literatur ist hochbejahrt. J\u00e4hrlich, ja monatlich ist mit Neuzug\u00e4ngen im Sterberegister dieses nicht unbedeutenden Zweiges der deutschen Gegenwartsliteratur zu rechnen. Es ist die sogenannte rum\u00e4niendeutsche Literatur, die leider bei Vielen aus geistiger Tr\u00e4gheit noch immer so hei\u00dft, obwohl nur zwei gro\u00dfe Erz\u00e4hler unverdrossen die Persistenz dieser Literatur in der alten Heimat zelebrieren, indes die meisten ihrer Vertreter seit vielen Jahrzenten einen guten Job in der neuen (fremden?) Heimat Deutschland machen. Hier sind sie in nicht unerheblichem Ma\u00dfe am literarischen Entwicklungsprozess der letzten Jahrzehnte beteiligt gewesen. Sie waren Chefs von bedeutenden Literaturh\u00e4usern (Frankfurt a.M., Berlin), sie haben den B\u00fcchner- (Oskar Pastior) und den Nobelpreis f\u00fcr Literatur (Herta M\u00fcller) gewonnen, um nur die Spitzen des Eisbergs herauszuheben, der bekanntlich zum allergr\u00f6\u00dften Teil unter der Wasseroberfl\u00e4che dahintreibt. Aber in den literarischen Feuilletondiskurs wurden sie im Wesentlichen mit zwei rei\u00dferischen Themen hochgeladen: Mit dem Thema \u201eAktionsgruppe Banat\u201c, in Teilen einer sp\u00e4ten Mythenbildung durch r\u00fchrige Lobbyarbeit zu verdanken, sowie mit dem Thema \u201eSecuritate-Verstrickungen\u201c. Als das Exotische und Skandal\u00f6se der Fakten und Fakes ausgelutscht waren, war auch das Thema rum\u00e4niendeutsche Literatur nicht mehr von Interesse. Es konnte zur Tagesordnung \u00fcbergegangen werden: N\u00e4mlich beharrlich die R\u00e4nder, das Eigen- und Fremdartige, zu ignorieren! An dieser Malaise hat auch das epochemachende Werk Franz Hodjaks bedauerlicherweise nicht viel ge\u00e4ndert.<br \/>\nSehr ber\u00fchrt haben mich die emotionsstarken elegischen T\u00f6ne, wenn er Kindheitserinnerungen oder Siebenb\u00fcrgisch-Heimatliches evoziert. Hier gestattet sich der in der Regel alles scharf Trennende ein hohes Ma\u00df an Affektivit\u00e4t und z\u00e4rtlicher Empirie. Der ansonsten nicht heimatduselnde Lyriker entwickelt bei heimatlichen Themen eine geradezu bezaubernde Feinnervigkeit: \u201eDie Augen an den Rebst\u00f6cken \/\/ sind die Nachfahren der Augen, die mehr \/ als nur Unglaubliches gesehen haben.\u201c (An den Kokeln, 83). Oder: \u201eIm Winter \/ rieben wir Knoblauch auf \/ ger\u00f6stetem Brot gegen Husten und \/ Schnupfen und freuten uns, wenn \/ an den Fensterscheiben Narzissen aus Eis \/ bl\u00fchten.\u201c (Die ersten Kraniche, 119). Und auch dies: \u201eDie Blicke der Mutter sind auf dem R\u00fcckzug. \/ Der Papagei fehlt, das Mei\u00dfner Porzellan, \/ man ahnt, das gro\u00dfe Fehlen hat begonnen.\u201c (<em>Stillleben<\/em>, 132)<\/p>\n<p>Dem letzten Gedichtband Franz Hodjaks sind Farbgrafiken seiner Tochter Astrid Hodjak beigegeben, die zum betrachtenden Innehalten auffordern. Meist zeigen sie gro\u00dfe zerkl\u00fcftete grau-blaue Farbfl\u00e4chen, die von Linien, bunten Tupfern, freien Formen und Z\u00e4suren durchfurcht oder gesprengt werden: Die Seelenlandschaften der K\u00fcnstlerin sind nicht weniger komplex als die des Lyrikers und weisen eine \u00e4hnliche Formstrenge auf. Astrid Hodjak meinte dazu, ihre Bilder st\u00fcnden den Gedichten des Vaters gegen\u00fcber und gingen der Hoffnung nach, \u201ein den jeweils anderen hineinzublicken und ihn anzutreffen\u201c. Ein einf\u00fchlsames Begleitwort des Freundes und Lyrikers Horst Samson sieht in Hodjak einen \u201eunverkennbaren Solit\u00e4r\u201c, dessen \u201eschwere Leichtigkeit der Dichtkunst\u201c Ma\u00dfst\u00e4be setzt.<\/p>\n<p>Franz Hodjak wurde in den letzten dramatischen und dennoch beeindruckend produktiven Jahren seines Lebens \u2013 andere sind zusammengebrochen und verstummt \u2013 von mehr als nur einer Ahnung vom Jenseits verfolgt. Aber in den F\u00e4ngen dieser mystischen Ambiguit\u00e4t wollen wir ihn nicht belassen: Ihm und seinem lyrischen Ich geh\u00f6rt zweifelsfrei einer der raren Ehrenpl\u00e4tze in unserem Diesseits! \u201eIch wohne in einem \/ Sowohlals\u00adauch, \/ und meine Worte werden die \/ empfangen, die mich suchen, wenn \/ ich nicht mehr bin.\u201c (<em>Meine Worte<\/em>, 10)<\/p>\n<p class=\"artikelautor\">Walter Fromm<\/p>\n<p class=\"artikeltext\">Franz Hodjak: \u201eEhrenplatz im Jenseits\u201c. Gedichte. Mit elf Illustrationen von Astrid Hodjak. Pop Verlag, Ludwigsburg, 2025, 146 Seiten, 21,50 Euro, ISBN 978-3-86356-361-5.<\/p>\n<\/li>\n<li><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7146 size-full\" src=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Offenbach-Post_18-03-2025.jpg\" alt=\"\" width=\"1403\" height=\"808\" srcset=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Offenbach-Post_18-03-2025.jpg 1403w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Offenbach-Post_18-03-2025-300x173.jpg 300w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Offenbach-Post_18-03-2025-1024x590.jpg 1024w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Offenbach-Post_18-03-2025-768x442.jpg 768w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Offenbach-Post_18-03-2025-500x288.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1403px) 100vw, 1403px\" \/><\/li>\n<li><\/li>\n<li><\/li>\n<li><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7145 size-full\" src=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/FrankfurterNeuePresse_18-03-2025.jpg\" alt=\"\" width=\"284\" height=\"1200\" srcset=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/FrankfurterNeuePresse_18-03-2025.jpg 284w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/FrankfurterNeuePresse_18-03-2025-71x300.jpg 71w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/FrankfurterNeuePresse_18-03-2025-242x1024.jpg 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 284px) 100vw, 284px\" \/><\/li>\n<li>24.10.2022: WAZ, <a href=\"https:\/\/www.waz.de\/staedte\/muelheim\/kindheit-in-muelheim-erzaehlgedichte-zu-den-nachkriegsjahren-id236729911.html?fbclid=IwAR0eh65Nf5LIOVKUSImcikLo_muoBioJvaeNw8qxGxKfOBJN0oXgaFvXbpY\">Kindheit in M\u00fclheim. Erz\u00e4hlgedichte zu den Nachkriegsjahren.<\/a> Von Andrea M\u00fcller. Es ist schon eine Weile her, dass Holdger Platta in M\u00fclheim wohnte. 1945 kam er als Einj\u00e4hriger mit seiner Familie in die Stadt an der Ruhr. Er wuchs in Speldorf auf, besuchte die dortige Grundschule &#8211; und die Erinnerungen aus jener Zeit hat er in Erz\u00e4hlgedichte gefasst. \u201eRuhmesbl\u00e4tter mit Linsengericht\u201c lautet der Titel eines neuen Bandes, der im Ludwigsburger Pop Verlag erschienen ist. <strong><a href=\"https:\/\/www.waz.de\/staedte\/muelheim\/kindheit-in-muelheim-erzaehlgedichte-zu-den-nachkriegsjahren-id236729911.html?fbclid=IwAR0eh65Nf5LIOVKUSImcikLo_muoBioJvaeNw8qxGxKfOBJN0oXgaFvXbpY\">(weiterlesen)<\/a><\/strong><\/li>\n<li><time class=\"mk-post-date\" datetime=\"2022-09-19\"><a href=\"https:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/2022\/09\">19. September 2022<\/a><\/time>,\u00a0Hinter den Schlagzeilen. Magazin f\u00fcr Kultur und Rebellion. <a href=\"https:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/wundervolle-gedichte-ueber-eine-furchtbare-zeit\">Wundervolle <strong>Gedichte \u00fcber eine furchtbare Zei<\/strong><\/a><strong>t<\/strong>,<strong> Zu Holdger Plattas Lyrikband \u201eRuhmesbl\u00e4tter mit Linsengericht\u201c.<\/strong><\/li>\n<li>Auf Seiten der Menschlichkeit: Theo Breuer. <time class=\"mk-post-date\" datetime=\"2022-07-05\"> <strong>HINTER DEN SCHLAGZEILEN<\/strong>, <a href=\"https:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/2022\/07\">5. Juli 2022<\/a> <\/time>, Stimmt, liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser: lange habt Ihr unter diesem Titel \u201eAuf Seiten der Menschlichkeit\u201c nichts mehr lesen k\u00f6nnen bei uns! \u2013 Gedichte also, die wahrhaft dieser \u00dcberschrift entsprechen, Gedichte, die zudem von hoher Qualit\u00e4t sind. Heute will ich Euch endlich wieder einmal ein solches Gedicht vorstellen \u2013 und den Autor dieses Gedichtes selbstverst\u00e4ndlich gleich mit. <strong>Holdger Platta <a href=\"https:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/auf-seiten-der-menschlichkeit-theo-breuer\">(weiterlesen)<\/a><\/strong><\/li>\n<li><strong>Vollst\u00e4ndige Rezension der Rasteder Rundschau: <a href=\"https:\/\/achim-amme.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/RR_S36_Amme.pdf\" rel=\"\">RR_S36_Amme<\/a><\/strong><em>\u201eAmme hat in dem Buch Tagebuch-Aufzeichnungen und fr\u00fche Verse ver\u00f6ffentlicht. \u00dcber mehr als drei Jahrzehnte, von 1967 bis 1999 reichen die Texte. Dazwischen zitiert er S\u00e4tze von Herta M\u00fcller, Peter Sloterdijk, John Lennon, Joachim Meyerhoff und anderen. Nat\u00fcrlich ist es das Leben, das ihn zum Texten trieb. (\u2026) Deutschland hat ihn zum Texten bewegt und Stubenhocker, die anderen das Leben schwer machen. Der \u201aSturm und Drang\u2018- Dichter Gottfried August B\u00fcrger taucht auf, dazu Georg Christoph Lichtenberg, zwei G\u00f6ttinger Legenden.\u201c<\/em><br \/>\n\u00a9 Peter Kr\u00fcger-Lenz, G\u00f6ttinger TageblattIm \u201eBadische(n) Tagblatt\u201c hie\u00df es unter der \u00dcberschrift <strong>\u201eVademecum f\u00fcr alle Lebenslagen\u201c<\/strong>: Achim Ammes neuer Gedichtband verkn\u00fcpft grazile Verskunst mit pers\u00f6nlichen Tagebucheintragungen. (\u2026) Ob die Gedichte nun vom \u201aKauderwelsch der Liebe\u2018, von Fremdenfeindlichkeit oder der Unverst\u00e4ndlichkeit nicht unbetr\u00e4chtlicher Teile der Gegenwartslyrik reden: Nicht jeder Vers weckt sofort Genieverdacht. Doch viele \u2013 die meisten \u2013 sind immerhin <strong>geistreich und originell, dabei am\u00fcsant zu lesen.<\/strong>\u201c<br \/>\n\u00a9 Hans-Dieter FronzDie \u201eCellesche Zeitung\u201c schrieb unter der \u00dcberschrift <strong>\u201eGedichte aus 40 Jahren auf 350 Seiten\u201c<\/strong>: <em>\u201eDabei zeigt der Lyriker sehr oft seinen <strong>Hang zum Komischen und Skurrillen mit starker poetischer Kraft<\/strong>.\u201c<\/em><br \/>\n\u00a9 J\u00fcrgen PoestgesMartin M\u00fcnzberger schrieb in der \u201eWilhelmshavener Zeitung\u201c \u00fcber : <em>\u201e\u2026 die <strong>kurzweilige Sammlung mit Versen und Tagebuchaufzeichnungen.<\/strong> Wer Autoren wie Robert Gernhardt oder Joachim Ringelnatz auf Grund ihres ausgepr\u00e4gten Hintersinns mag, wird auch an Achim Amme \u2026 Gefallen finden.\u201c<\/em>Petra Haase von den \u201eL\u00fcbecker Nachrichten\u201c schrieb unter der \u00dcberschrift <strong>\u201eVerse voller Witz und Tiefe\u201c<\/strong>: <em>\u201eAchim Amme ist ein Poet. In bester Tradition, seine Gedichte erinnern an den Humor von Busch, Ringelnatz und Robert Gernhardt. (Er) macht sich auf 357 Seiten seinen meist munteren Reim auf die Welt, oft mit Hintersinn, aber nicht verkopft, zeitgeistig, aber nicht vergeistigt. Und vor allem geizt der Ringelnatz-Preistr\u00e4ger nicht mit Humor. (\u2026) Zugeordnet sind den Gedichten Tagebuchaufzeichnungen. Sie korrespondieren nicht inhaltlich mit den Versen, sondern sind zeitnah entstanden. So wird das Lesen auch zu einer Zeitreise, man f\u00fchlt die jeweilige Betriebstemperatur der Bundesrepublik in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts.\u201c<br \/>\nOnline hei\u00dft es dort: <strong>\u201ePolitisch. Lustig. Gut.\u201c<\/strong><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Die \u201eCuxhavener Nachrichten\u201c betonten: <em>\u201eDass die <strong>Traditionslinie Busch-Ringelnatz-Gernhardt<\/strong> nicht ganz abgerissen ist, ist vor allem \u00e4lteren Autoren wie Achim Amme zu verdanken, der bereits 1986 Publikumssieger beim Joachim-Ringelnatz-Preis der Stadt Cuxhaven war. Seine Lyrik zeichnet sich oftmals durch <strong>hintergr\u00fcndige Ironie und zupackende Satire<\/strong> aus, die gleicherma\u00dfen Gehirn wie Lachmuskeln anregen. Allerdings w\u00e4re es verfehlt, wenn man ihm ausschlie\u00dflich das Etikett des Humoristen anheften w\u00fcrde. Dazu ist seine Dichtung, die auch ernste zeit- und gesellschaftskritische T\u00f6ne anschl\u00e4gt sowie das Zusammen- beziehungsweise Auseinanderleben der Geschlechter mitunter scharfz\u00fcngig aufspie\u00dft, zu vielschichtig.\u201c<br \/>\n<\/em>Text: \u00a9 Axel Kutsch<\/li>\n<li class=\"date-header\"><strong>Mittwoch, 18. M\u00e4rz 2020,\u00a0puhlswritinglife<\/strong>: &#8222;<a href=\"https:\/\/puhlswritinglife.blogspot.com\/2020\/03\/antiquiert-100-mb-als-grenze-fur-video.html\"><strong> Antiquiert? &#8211; 100 MB als Grenze f\u00fcr Video-Upload im Blog&#8220;<\/strong><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"date-posts\">\n<div class=\"post-outer\">\n<div class=\"post hentry uncustomized-post-template\">\n<p>Da ich zwei Lesungen aus dem Gedichtband &#8222;Suleikas rebellische Kinder&#8220; wegen Corona absagen musste, w\u00fcrde ich gern Interessenten per Video einen kleinen Ausgleich geben. Leider gibt es f\u00fcr meinen altersschwachen Laptop keine vern\u00fcnftige Schneide-Software mehr, so dass ich nichts bearbeiten kann. Daher kann ich nur ungleiche Happen anbieten. Google setzt daf\u00fcr eine l\u00e4cherliche Grenze von 100 MB. Deshalb geht das bei einem kurzen 6-Minuten Video mit 560 MB nicht. Eine halbst\u00fcndige Lesung ist schon kurz, geht aber gar nicht. Wieso wird Literatur derma\u00dfen eingeschr\u00e4nkt und Musik wie \u00fcblich nicht? Jedes bl\u00f6dsinnige Filmchen und jeder Porno geht, nicht aber Literatur. Ich fordere dringend Abhilfe von Google durch angemessene Streaming-Kapazit\u00e4ten bis zur L\u00e4nge eines Sinfoniekonzertes. Das ist eine Frage des Respektes und ein lebenswichtiger Beitrag f\u00fcr soziales und kulturelles Miteinander, gerade jetzt!<br \/>\nInzwischen sind zwei Videos \u00fcber insgesamt 30 Minuten bei Youtube zu sehen \/ h\u00f6ren. Da gibt es zwar viel Mist, aber eben auch sehr viel Gutes. Versucht es einfach mal (aber bitte mit Kopfh\u00f6rer):<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.google.de\/search?source=hp&amp;ei=7qt0XsuaKtTAmwWn-6mgDQ&amp;q=Widmar+Puhl+Youtube&amp;oq=Widmar+Puhl+Youtube&amp;gs_l=psy-ab.3...5361.16424..19517...0.0..0.167.1845.17j2......0....1..gws-wiz.......0i131j0j0i10j0i22i30j0i22i10i30j33i160.yncYl0ckAWo&amp;ved=0ahUKEwjLyeuj_KjoAhVU4KYKHad9CtQQ4dUDCAc&amp;uact=5\">Widmar Puhl Youtube &#8211; Google-Suche<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Oldenburgische Volkszeitung \/ 21.12.2019<\/strong><\/p>\n<p>(<strong><a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=3144\">Marco Sagurna<\/a>: <a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=4482\">MINIMAL<\/a><\/strong> Gedichte. Die POP-Verlag-LYRIKREIHE Bd. 124. ISBN 978-3-86356-256-4, 86 Seiten, \u20ac[D]12,80)<\/p>\n<p>&#8222;Was beim Durchbl\u00e4ttern sofort ins Auge sticht, sind &#8218;Emoji-Gedichte&#8216;, die Sagurna gro\u00dfz\u00fcgig \u00fcber die Sammlung gestreut hat. Gedichte aus Emojis? Gut m\u00f6glich, dass wir es hier mit einer Weltpremiere zu tun haben. Man ist von ferne erinnert an die deutschen Lautgedichte von Hugo Ball, aus den Anf\u00e4ngen des 20. Jahrhunderts &#8211; nur eben mit den ulkigen kleinen Piktogrammen und Ideogrammen. Ein Spa\u00df, sicher nicht mehr. Aber die deutsche Lyrik war immer schon ein weites Feld. Und sie kann auch kurzweilig sein.<\/p>\n<p>Immer zum Beispiel bei dem gro\u00dfen deutschen Dichter Hans Magnus Enzensberger. Der hat in seinem ganz aktuellen Buch auch noch einmal Grunds\u00e4tzliches zu der Gattung formuliert: \u00bbWeit verbreitet ist auch die Vorstellung, G.e seien\u00a0<em>schwierig<\/em>. An dieser Mystifikation sind ihre Urheber nicht ganz unschuldig. Tatsache ist jedoch, dass Texte dieser Gattung meistens leichter verst\u00e4ndlicher sind als Parteiprogramme, Allgemeine Gesch\u00e4ftsbedingungen oder Gebrauchsanleitungen.<\/p>\n<p>Im \u00fcbrigen irren Menschen, die behaupten, G.e seien ihnen fremd. Personen, die keinerlei Texte auswendig k\u00f6nnen, sind extrem selten. Weithin bekannte G.e sind beispielsweise das Vaterunser,\u00a0<em>H\u00e4nschen klein<\/em>, die Nationalhymne,\u00a0<em>I Can Get No Satisfaction<\/em>, diverse Abz\u00e4hlverse und je nach Geburtsdatum, zahllose Schlagertexte, bekannt aus Film, Funk und Fernsehen. Erw\u00e4hnung verdienen einige andere Eigent\u00fcmlichkeiten dieser Textsorte. Zum einen gibt es schlechterdings nichts, von dem ihre Verfasser, die Dichter, nicht s\u00e4ngen und sagten. In diesem Sinn sind G.e im Gegensatz zu den meisten Prosaformen, Allesfresser. Im allgemeinen zeichnen sie sich ferner durch K\u00fcrze aus. G.e in Romanl\u00e4nge sind eher die Ausnahme. Das mindert den Zeitaufwand, der zu ihrer Lekt\u00fcre erforderlich ist.\u00ab<\/p>\n<p>Sch\u00f6ner kann man s nicht formulieren. Sagurnas Gedichte entbehren nicht einer gewissen Lakonie.\u00a0Das ist im \u00dcbrigen auch ein wesentliches Merkmal von Lyrik: Auf einmal bleibt ganz viel wei\u00df.\u201c<\/p>\n<p>OLDENBURGISCHE VOLKSZEITUNG\u239cDirk Dasenbrock<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4733\" src=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Oldenburghische-Volkszeitiung_21.12.2019-300x228.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"228\" srcset=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Oldenburghische-Volkszeitiung_21.12.2019-300x228.jpg 300w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Oldenburghische-Volkszeitiung_21.12.2019-768x585.jpg 768w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Oldenburghische-Volkszeitiung_21.12.2019-1024x780.jpg 1024w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Oldenburghische-Volkszeitiung_21.12.2019-394x300.jpg 394w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Oldenburghische-Volkszeitiung_21.12.2019.jpg 1802w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.hr2.de\/programm\/doppelkopf\/doppelkopf--am-tisch-mit-benedikt-dyrlich-zwiespaeltiger-sorbe,id-doppelkopf-1516.html\"><span class=\"banner__headline text__headline\">hr2-kultur: <\/span><\/a><a href=\"https:\/\/www.hr2.de\/programm\/doppelkopf\/doppelkopf--am-tisch-mit-benedikt-dyrlich-zwiespaeltiger-sorbe,id-doppelkopf-1516.html\">15.11.2019<\/a><\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2899 size-medium\" src=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/978-3-86356-187-1_A-210x300.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/978-3-86356-187-1_A-210x300.jpg 210w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/978-3-86356-187-1_A-768x1097.jpg 768w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/978-3-86356-187-1_A-717x1024.jpg 717w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/978-3-86356-187-1_A.jpg 1654w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hr2.de\/programm\/doppelkopf\/doppelkopf--am-tisch-mit-benedikt-dyrlich-zwiespaeltiger-sorbe,id-doppelkopf-1516.html\"><span class=\"banner__headline text__headline\">Doppelkopf &#8211; Gespr\u00e4che mit Menschen, die etwas zu sagen haben.\u00a0Am Tisch mit<strong> Benedikt Dyrlich<\/strong>, &#8222;Zwiesp\u00e4ltiger Sorbe&#8220; <\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hr2.de\/programm\/doppelkopf\/doppelkopf--am-tisch-mit-benedikt-dyrlich-zwiespaeltiger-sorbe,id-doppelkopf-1516.html\">Worte sind sein Metier. Benedikt Dyrlich gilt als einer der wichtigsten sorbischen Lyriker der Gegenwart. Er stammt aus der Lausitz, wo die Sorben seit Jahrhunderten leben. Eine nationale Minderheit, die in der DDR ihre eigene Kultur und Sprache &#8211; trotz Reglementierung &#8211; weiter tragen konnte.Gastgeberin: Susanne P\u00fctz. <\/a><a href=\"https:\/\/www.hr2.de\/programm\/doppelkopf\/doppelkopf--am-tisch-mit-benedikt-dyrlich-zwiespaeltiger-sorbe,id-doppelkopf-1516.html\"><em>Sendung: hr2-kultur, &#8222;Doppelkopf&#8220;, 15.11.2019, 12:05 Uhr.<\/em><\/a><\/p>\n<h5><strong>&#8211; 10.04.2019,<\/strong><\/h5>\n<p>Gert Weisskirchen in &#8222;Fr\u00e4nkischer Tag&#8220;, Bamberg<\/p>\n<p>Dagmar Dusil lauscht in Siebenb\u00fcrgen dem &#8222;Halleluja des Lebens&#8220;.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=4261\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4256 size-full\" src=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Fr\u00e4nkischer-Tag-Bamberg.jpg\" alt=\"\" width=\"2890\" height=\"1700\" srcset=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Fr\u00e4nkischer-Tag-Bamberg.jpg 2890w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Fr\u00e4nkischer-Tag-Bamberg-300x176.jpg 300w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Fr\u00e4nkischer-Tag-Bamberg-768x452.jpg 768w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Fr\u00e4nkischer-Tag-Bamberg-1024x602.jpg 1024w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Fr\u00e4nkischer-Tag-Bamberg-500x294.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 2890px) 100vw, 2890px\" \/><\/a><\/p>\n<pre class=\"ts-title\"><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/nachruf-dieter-schlesak-zuhause-im-vergessen\/24168868.html\"><span class=\"ts-overline\">01.04.2019. Der Tagesspiegel. Nachruf Dieter Schlesak <\/span><span class=\"ts-headline\">Zuhause im Vergessen. <\/span>In der diktaturbedingten Fremde: Zum Tod des rum\u00e4niendeutschen Autors Dieter Schlesak. (<span class=\"ts-author\">Alexandru Bulucz)<\/span><\/a><\/pre>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pressreader.com\/germany\/neues-deutschland\/20190227\/page\/7\/textview\">&#8211; Mittwoch, 27. Februar 2019,\u00a0<\/a><a href=\"https:\/\/www.pressreader.com\/germany\/neues-deutschland\/20190227\/page\/7\/textview\"><strong>neues deutschland<\/strong>,\u00a0<\/a> <strong><a href=\"https:\/\/www.pressreader.com\/germany\/neues-deutschland\/20190227\/page\/7\/textview\">Irmtraud Gutschke<\/a><\/strong><a href=\"https:\/\/www.pressreader.com\/germany\/neues-deutschland\/20190227\/page\/7\/textview\"> \u00fcber: <\/a><\/p>\n<p><strong>Micheil Dshawachischwili: Zuflucht beim neuen Herrn.<\/strong> Roman. Aus dem Georgischen \u00fcbersetzt von Steffi Chotiwari-J\u00fcnger und Artschil Chotiwari. Kaukasische Bibliothek.\u00a0Hrsg. <a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=1216\">Uli Rothfuss<\/a> und <a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=2088\">Traian Pop<\/a>. Band 23. (Georgien); 378S.,\u00a0ISBN 978-3-86356-226-7; \u20ac [D]23,50<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4205 size-full\" src=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Djakaschwili_Adelskultur.jpg\" alt=\"\" width=\"3993\" height=\"4641\" srcset=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Djakaschwili_Adelskultur.jpg 3993w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Djakaschwili_Adelskultur-258x300.jpg 258w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Djakaschwili_Adelskultur-768x893.jpg 768w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Djakaschwili_Adelskultur-881x1024.jpg 881w\" sizes=\"auto, (max-width: 3993px) 100vw, 3993px\" \/><\/p>\n<h4><a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/die-letzte-kosmopolitische-buehne-die-machtergreifung-der-rumaenischen-faschisten-als-roman-aus-der-perspektive-eines-hotels-erzaehlt-ld.1437772?mktcid=smsh&amp;mktcval=Facebook&amp;fbclid=IwAR0ADKu5A8MSAv_f3unkXhdWID4lRaDXOE9aPW5rGUpGy4mNb8nO0VeppTs\"><span style=\"color: #800080;\">Neue Z\u00fcrcher Zeitung, <span style=\"color: #000000;\">18.12.2018 von\u00a0<\/span><\/span><span class=\"metainfo__author\"><span style=\"color: #000000;\">Markus Bauer<\/span><\/span><\/a><\/h4>\n<div class=\"title__name\">Die letzte B\u00fchne des Kosmopolitismus \u2013 die Machtergreifung der rum\u00e4nischen Faschisten von 1941, als Roman eines Hotels erz\u00e4hlt<\/div>\n<div class=\"leadtext\">Rum\u00e4niens Kollaboration mit Nazideutschland in Sachen Holocaust ist ein Thema, das erst sp\u00e4t in den Fokus der Aufmerksamkeit geriet. \u00dcber die Abgr\u00fcnde der Zeit berichtet ein zeitgen\u00f6ssischer Roman der amerikanischen Journalistin R.\u00a0G. Waldeck \u2013 Weltgeschichte aus der Lobbyperspektive des \u00abAth\u00e9n\u00e9e Palace\u00bb.(&#8230;)<\/div>\n<\/div>\n<div><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2986 size-medium\" src=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/978-3-86356-218-2_B-210x300.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/978-3-86356-218-2_B-210x300.jpg 210w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/978-3-86356-218-2_B-768x1097.jpg 768w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/978-3-86356-218-2_B-717x1024.jpg 717w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/978-3-86356-218-2_B.jpg 1654w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2985 size-medium\" src=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/978-3-86356-218-2-210x300.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/978-3-86356-218-2-210x300.jpg 210w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/978-3-86356-218-2-768x1097.jpg 768w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/978-3-86356-218-2-717x1024.jpg 717w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/978-3-86356-218-2.jpg 1654w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><strong><a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=2988\"><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"color: #999999;\"><span style=\"color: #800080;\">R. G. Waldeck<\/span><\/span><\/span><\/a><span style=\"color: #800080;\">: <\/span><\/strong><span style=\"color: #800080;\"><strong>Ath\u00e9n\u00e9e Palace. <a style=\"color: #800080;\" href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=2984\">Hitlers \u201eNeue Ordnung\u201c kommt nach Rum\u00e4nien<\/a><\/strong><\/span><\/div>\n<div>\n<p><span style=\"color: #800080;\">Mit einem Nachwort des amerikanischen Diplomaten, Historikers und versierten Rum\u00e4nien Kenners <strong><br \/>\n<\/strong>Ernest H. Latham, Jr.Aus dem Amerikanischen von <strong><a style=\"color: #800080;\" href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=2997\">Dagmar Dusil<\/a> <\/strong> und Dr. <a style=\"color: #800080;\" href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=3001\"><strong>Gerlinde Roth<\/strong><\/a>. Pop Epik. ISBN: 978-3-86356-218-2, 472 Seiten, \u20ac[D]24,50<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div data-offset-key=\"cdrdr-0-0\">\n<div><\/div>\n<div>&#8230;Waldecks \u00abRoman\u00bb (ist) eine pr\u00e4zise und packende Darstellung jener Monate, in denen sich Rum\u00e4nien unter deutschem Einfluss in den Wahnsinn des Zweiten Weltkriegs st\u00fcrzte. Das Buch geh\u00f6rt an die Seite von Olivia Mannings bedeutender literarischer Trilogie \u00abFortunes of War\u00bb (\u00abIm Fluss der Zeit\u00bb), die ebenfalls zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in Bukarest spielt und sp\u00e4ter mit Kenneth Branagh und Emma Thompson in den Hauptrollen verfilmt wurde.<\/div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<\/nav>\n<\/header>\n<div><\/div>\n<header class=\"edition-header edition-header--article-page \">\n<nav>\n<div><\/div>\n<div data-offset-key=\"cdrdr-0-0\">\n<h4><strong><span style=\"color: #800080;\"><a style=\"color: #800080;\" href=\"https:\/\/www.banater-schwaben.org\/nachrichten\/kultur\/details\/2431-viel-leben-in-wenigen-zeilen\/\">Banater Post, <\/a><\/span><span class=\"news-list-date\"><span style=\"color: #800080;\">30.10.2018<\/span><\/span><\/strong><\/h4>\n<p>Ein R\u00e4tsel zum Einstieg: \u201eim wohlklang unverhohlen\u201c lautet der Titel des neuen Gedichtbandes von Edith Ottschofski. Etwas Verhohlenes wird nicht offen gezeigt oder ge\u00e4u\u00dfert \u2013 etwas Unverhohlenes dann doch? Und der Wohlklang ein augenzwinkernder Hinweis auf das, was die Leser in den Gedichten erwartet?<\/p>\n<p>Die in Temeswar geborene Autorin, Journalistin und \u00dcbersetzerin verarbeitet auch in ihrem zweiten Lyrikband Themen aus dem eigenen Alltag: das Gro\u00dfstadtleben in ihrer Wahlheimat Berlin, die Jahreszeiten, Krankheit, Reisen \u2013 und immer wieder die Auseinandersetzung mit der alten und der neuen Heimat: \u201eeine [Heimat] \/ in der ich geboren bin \/ und wahrscheinlich eine \/ f\u00fcrs Grab\u201c.<\/p>\n<p>Im Vergleich zu ihrer ersten Gedichtsammlung \u201eDer Schaum der W\u00f6rter\u201c hat Edith Ottschofski dieses Mal etliche Reagenzgl\u00e4ser und Bunsenbrenner in ihrem Sprachlabor abgebaut. Ihre Lyrik ist schildernder und weniger experimentell geworden. Doch hinter scheinbar eing\u00e4ngigen und m\u00fchelosen Formulierungen verbirgt sich vieles von gro\u00dfer Schwere, das vielleicht nur so gesagt werden kann. Wie ein bildender K\u00fcnstler mit wenigen Strichen eine ganze Szenerie darstellen kann, vermag Edith Ottschofski eine Menge Leben in wenige Zeilen zu packen: \u201emeine mama kochte immer so gern \/ und fragte stets, hast du was gegessen \/ wenn man traurig war und kam von weither \/ haben wir beim mahl zusammengesessen\u201c.<\/p>\n<p>Es ist der Blick f\u00fcr die Alltagsmomente, der Ottschofskis Lyrik auszeichnet, und ihre F\u00e4higkeit, diese Momente mit Worten aus dem Einerlei herauszuheben \u2013 wohlklingend und ganz unverhohlen.<\/p>\n<p>Der Gedichtband enth\u00e4lt bildnerische Arbeiten der ebenfalls aus dem Banat stammenden Schriftstellerin und K\u00fcnstlerin Ilse Hehn.<\/p>\n<p><i>Edith Ottschofski: im wohlklang unverhohlen. Gedichte. Mit bildnerischen Arbeiten von Ilse Hehn. Ludwigsburg: Pop Verlag, 2018. 108 Seiten. Preis: 16.50 Euro<\/i><\/p>\n<\/div>\n<div data-offset-key=\"cdrdr-0-0\"><\/div>\n<div class=\"\" data-block=\"true\" data-editor=\"dv1t7\" data-offset-key=\"cdrdr-0-0\">\n<h4 class=\"_1mf _1mj\" data-offset-key=\"cdrdr-0-0\"><span style=\"color: #800080;\"><strong>Die Zeit Nr. 43\/2018<\/strong><\/span><\/h4>\n<\/div>\n<div class=\"\" data-block=\"true\" data-editor=\"dv1t7\" data-offset-key=\"2jbuj-0-0\">\n<div class=\"_1mf _1mj\" data-offset-key=\"2jbuj-0-0\"><span data-offset-key=\"2jbuj-0-0\">Die georgische Messe wurde gefeiert \u00fcber der ARD-Arena\u2026 [\u2026] Die gr\u00f6\u00dfte Entdeckung: Lyrik und Dichter aus Georgien, die in die oberste Weltliga geh\u00f6ren, wie (gro\u00dfe Empfehlung)<a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=3374\"><strong> Nika Jorjaneli<\/strong><\/a> und sein Band <a href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=3399\"><strong>Roter Schein<\/strong><\/a>: &#8222;Im Sommer vergeht kein Tag, ohne dass kleine V\u00f6gel in meine K\u00fcche fliegen.<\/span><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"\" data-block=\"true\" data-editor=\"dv1t7\" data-offset-key=\"artjs-0-0\">\n<div class=\"_1mf _1mj\" data-offset-key=\"artjs-0-0\"><span data-offset-key=\"artjs-0-0\">\/ Ein kaum zu h\u00f6rendes Ger\u00e4usch auf dem Linoleumboden verr\u00e4t ihr Erscheinen, \/ das sind ihre winzigen F\u00fc\u00dfe. \/ Und ich &#8211; ich wei\u00df auch nicht warum &#8211; scheuche die V\u00f6gel nach drau\u00dfen.&#8220;<strong> Iris Radisch<\/strong><\/span><\/div>\n<div data-offset-key=\"artjs-0-0\"><\/div>\n<\/div>\n<\/nav>\n<h4><b><span style=\"color: #800080;\">SPIEGEL ONLINE, <\/span><span class=\"article-function-date\"><span style=\"color: #800080;\">Dienstag, 09.10.2018<\/span> &#8211;\u00a0 <\/span><\/b>Ich bin viele. Frauenstimmen aus Georgien. Aus dem Georgischen \u00fcbersetzt von <a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=2485\"><strong>Irma Shiolashvili.\u00a0<\/strong><\/a>Nachgedichtet von <a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=2921\">Sabine Schiffner. <\/a>Kaukasische Bibliothek.\u00a0Hrsg. <a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=1216\">Uli Rothfuss<\/a> und <a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=2088\">Traian Pop<\/a>. Band 24. Lyrik, 104 Seiten, ISBN 978-3-86356-230-4; \u20ac [D]16,50<\/h4>\n<div class=\"js-module-box-image box-position asset-align-center 640_panofree\">\n<p><a class=\"image-buttons-panel display-block clearfix\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/literatur\/bild-1231320-1345957.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"spPanoImageTeaserPic\" title=\"Mit-Herausgeberin Irma Schiolaschwili\" src=\"http:\/\/cdn4.spiegel.de\/images\/image-1345957-640_panofree-qvvn-1345957.jpg\" alt=\"Mit-Herausgeberin Irma Schiolaschwili\" width=\"640\" height=\"359\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"article-image-description\">\n<div class=\"asset-credit\">Pop Verlag<\/div>\n<p>Mit-Herausgeberin Irma Schiolaschwili<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&#8222;Wir sind als M\u00e4dchen geboren. Das wollten wir nicht, aber wir waren auch nicht dagegen, weil wir keine Ahnung hatten.&#8220; Lieben georgische Gedichte das &#8222;Ich&#8220;? Und wird solche &#8222;Ich-Lyrik&#8220; autobiografisch gelesen &#8211; oder auch als Spiel mit Rollen, Alter Egos, Zuschreibungen? Auf unter 100 Seiten rufen zw\u00f6lf Lyrikerinnen zwischen Anfang 30 und Anfang 60 115 Mal &#8222;ich&#8220;, 30 Mal &#8222;Liebe&#8220;, 16 Mal &#8222;Herz&#8220;, 32 Mal &#8222;M\u00e4dchen&#8220;, 35 Mal &#8222;Mutter&#8220;, achtmal &#8222;Brust&#8220;. Fast alles klingt nach Poetry-Slam und Tagebuch: privat, klar, dringlich, schlicht.<\/p>\n<p>Eine literarische Tradition? Oder Eigenart der &#8222;Nachdichterin&#8220; Sabine Schiffner? Auf Deutsch, erkl\u00e4rt Lyriker Norbert Hummelt, dominieren &#8222;sinngem\u00e4\u00dfe Wort-f\u00fcr-Wort-Wiedergaben, die von georgischen \u00dcbersetzern angefertigt werden. Mit diesen Vorlagen arbeiten deutschsprachige Lyriker und entwerfen aus ihrem eigenen Sprachgef\u00fchl, wie dieser oder jener georgische Dichter auf Deutsch klingen k\u00f6nnte.&#8220; Ist Schiffner, die auch im Gr\u00f6\u00dfenwahn-Verlag den Band &#8222;Georgiens Herz&#8220; (33 Dichterinnen und Dichterinnen, 160 Seiten) nachdichtete, verantwortlich, dass alle Texte Wucht, Rhythmus haben &#8211; doch kaum Vokabular, komplexer als &#8222;Herz&#8220; und &#8222;Schmerz&#8220;?<\/p>\n<p>Das ist keine rhetorische Frage. Aktuelle US-Lyrik nimmt Lesbarkeit, klare Ich-Positionierungen oft wichtiger als Sprachexperimente. &#8222;Es ist wohl schon so&#8220;, schreibt Schiffner im Nachwort, &#8222;dass diese Dichterinnen das Genderthema deshalb so oft und intensiv aufgreifen, weil in ihrem Land noch viel weniger als hierzulande eine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau herrscht. Umso erstaunlicher ist es, wie offenherzig und schonungslos da gedichtet wird, das eigene Ich wird manchmal nackt ausgestellt und ein Blatt selten vor den Mund genommen.&#8220; Das macht die Stimmen h\u00f6rens-, lesenswert. Dennoch klingen sie auf Deutsch verd\u00e4chtig gleich. Verd\u00e4chtig schlicht.<\/p>\n<div class=\"asset-box asset-buchwerbekasten asset-affiliatebox clearfix\">\n<div class=\"book-image-left\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/cdn1.spiegel.de\/images\/image-1345420-magazincover160-tind-1345420.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"254\" \/><\/div>\n<div class=\"book-description\">\n<div class=\"authorTitle\">Herausgegeben von Manana Tandaschwili und Irma Schiolaschwili:<br \/>\n<b>Ich bin viele. Frauenstimmen aus Georgien<\/b><\/div>\n<p class=\"titelunterzeile\">Lyrik-Anthologie<\/p>\n<p class=\"uebersetzer\">Aus dem Georgischen von Irma Schiolaschwili, nachgedichtet von Sabine Schiffner<\/p>\n<p class=\"verlag\">Pop Verlag; 104 Seiten; 16,50 Euro<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"asset-box asset-buchwerbekasten asset-affiliatebox clearfix\">\n<div class=\"book-description\">\n<h4><a href=\"https:\/\/www.siebenbuerger.de\/zeitung\/artikel\/kultur\/19224-und-wir-koennen-nicht-bleiben-hommage.html?fbclid=IwAR0qVQul3NvCYO9_wGRMVzcva_gCKGF3wRphqMmA2nnDQ-1esZLxIFA7S-w\"><span style=\"color: #800080;\">03.10.2018 Siebenb\u00fcrghische Zeitung.\u00a0<\/span><\/a><span style=\"color: #000000;\">\u201eUnd wir k\u00f6nnen nicht bleiben\u201c: Hommage an den Banater Schriftsteller Richard Wagner<\/span><\/h4>\n<div class=\"artikeleinleitung\">Zum 65. Geburtstag von Richard Wagner entstand die Idee, ihm jeweils einen Satz zu schreiben und diese in der Zeitschrift Spiegelungen zu ver\u00f6ffentlichen. Freunde, Weggef\u00e4hrten, Bekannte beteiligten sich daran. Doch da damit nicht alles gesagt war, entschieden sich Horst Samson und Anton Sterbling im Nachhinein, als Erg\u00e4nzung und Fortsetzung den Band \u201e,Die Sprache, die auf das Nichts folgt, die kennen wir nicht\u2018. S\u00e4tze und Texte f\u00fcr Richard Wagner\u201c im Pop Verlag herauszugeben. Dieser vereint nun im ersten Teil die besagten Gratulationss\u00e4tze, die von lakonischen Aussagen bis zu spannungsgeladenen ausufernden Satzgef\u00fcgen reichen, allesamt eine Hommage an den mittlerweile schwer erkrankten Schriftsteller.<\/div>\n<div class=\"artikeltext\">\n<div class=\"artikelwerbung\"><\/div>\n<p>Schon der Titel des Bandes steht unter dem Zeichen des Nichts, versucht aber dieses noch sprachlich zu verankern. Er stammt aus einem Interview des Schriftstellers mit Christina Rossi und zeigt einmal mehr, dass sich Richard Wagner in die Sprache rettet und seiner Krankheit einiges abtrotzt. \u201eUnd wir k\u00f6nnen nicht\/ bleiben\u201c schreibt er auch in seinem \u201eGedicht\u201c: \u201eWir, ja, wir, mit den selbsterzogenen Gef\u00fchlen,\/ gehen hin, redend, ins Nichts.\u201c Wagner hatte zusammen mit Horst Samson f\u00fcr den Band dreizehn Gedichte ausgew\u00e4hlt, daraus besteht der zweite Teil. Einerseits sind es fr\u00fche Gedichte, die sich mit den rum\u00e4nischen Verh\u00e4ltnissen befassen, andererseits sp\u00e4te. Der Tod ist dabei ein st\u00e4ndiger Begleiter, sei es im sp\u00e4ten Gedicht \u201eDie K\u00f6rper\u201c, wo diese unber\u00fchrbar sind und \u201euns freundlich entgegenkommen\/ Aus dem Nichts von nebenan\u201c, sei es im Gedicht \u201eSeeanemone\u201c aus den 1980er Jahren, in dem die eigene Verg\u00e4nglichkeit zur Sprache kommt: \u201eIch sehe\/ und sehe nicht\/ ich vergehe und sehe\/ und vergehe, vergehe nicht,\/ Seeanemone.\u201c Hilfreich w\u00e4re dabei eine editorische Notiz mit den Erscheinungs- und Entstehungsjahren gewesen.<\/p>\n<p><span class=\"bildl\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.siebenbuerger.de\/bild\/zeitung\/2012\/wagner_2011_kk.jpg\" alt=\"Als Aufkl\u00e4rer von Securitate-Verstrickungen nimmt ...\" width=\"230\" height=\"331\" \/><span class=\"bildtext\">Als Aufkl\u00e4rer von Securitate-Verstrickungen nimmt Richard Wagner auch pers\u00f6nliche Einbu\u00dfen in Kauf, hier als Angeklagter in einem Securitate-Prozess beim Landgericht M\u00fcnchen im Januar 2011. Foto: Konrad Klein<\/span><\/span> Der dritte Teil vereint Gedichte von Freunden und Bekannten mit losem beziehungsweise engerem Bezug zu Wagner. Es sind Gedichte von Temeswar, aus eigenen B\u00fcchern, von Reisen bei Ilse Hehn. Ein Schmankerl ist das verschollen geglaubte Poem \u201ePeriamportbewusstsein. In memoriam August 1974\u201c von Werner Kremm, das die Akteure der Aktionsgruppe Banat in ihren Jugendjahren vor uns erstehen l\u00e4sst: \u201ewilli schluckt seine beruhigungspillen\u201c, \u201edas gebirgsmandl rolf\u201c, \u201erichard trinkt bitter\u201c. Ironischerweise wurde der Text aus der Kopie der Securitate-Akten von William Totok rekonstruiert und dient somit im Nachhinein der Literatur. Johann Lippet pr\u00e4sentiert ein wundervoll aus Selbstzeugnissen Wagners zusammengebasteltes Gedicht, das den \u201eleitartikelschnee\u201c, den \u201elokalschnee\u201c und den \u201efeuilletonschnee\u201c streift und \u00fcber ein \u201egef\u00fchl der fremdheit beim betrachten von ansichtskarten\u201c und dem \u201eknacken in den s\u00e4tzen\u201c spricht. Dabei sind die W\u00f6rter schwarze Maulbeeren, die das Gesicht ver\u00e4ndern, und das Haus steht darin, im Schlaf.<\/p>\n<p>Traian Pop, der Verleger und Autor, ver\u00f6ffentlicht Gedichte aus seinem neu\u00aden Buch \u201eAbsolute Macht\u201c, Horst Samson beschreibt unter anderem Richard Wagners Zimmer: \u201eviele leere flaschen und konservenb\u00fcchsen <em>\/zwiebeln k\u00fcrbiskerne<\/em> und <em>akzente\/<\/em> ein schutthaufen zeitungen\u201c. Hellmut Seiler ist mit Gedichten, Aphorismen und Texten vertreten.<\/p>\n<p>Zwischen Kafka und Science Fiction spielt die Satire von Gerhard Ortinau, die die Wichtigkeit des Banats auf die Schippe nimmt. Surreal und satirisch klingt auch der Prosatext von Anton Sterbling, der die Aktionsgruppe nicht immer so gl\u00fccklich mit den Menschenschlangen der Fl\u00fcchtlingskrise verbindet. Der f\u00fcnfte Teil leuchtet mit mehreren Essays von Gerhardt Csejka, Walter Engel, Rudolf Herbert, Franz Heinz und Stefan Sienerth ungeahnte Facetten des Autors aus. Georg Aescht bezieht sich auf die spezielle Situation in Rum\u00e4nien, dem Land, dem man verhaftet war. Peter Motzan schreibt \u00fcber die Minderheitenliteratur und Wolfgang Dahmen ana\u00adlysiert drei romanistische Gedichte. Ein bisschen verwundert der kunstgeschichtliche Beitrag von Ingo Langner, weil der Bezug nicht so offensichtlich ist. Walter Andreas Kirchner rundet den Band mit Malereien und Grafiken ab.<\/p>\n<p>Insgesamt ist das Buch eine willkommene Sammlung, die an die verschiedenen Lebensetappen des interessanten Autors erinnert, der uns bis heute \u00fcberrascht und sei es nur, wenn er v\u00f6llig gelassen \u00fcber das langsame Eingehen ins Sprachlose schreibt.<\/p>\n<p class=\"artikelautor\">Edith Ottschofski<\/p>\n<p><strong>Horst Samson und Anton Sterbling (Hrsg.): \u201eDie Sprache, die auf das Nichts folgt, die kennen wir nicht\u201c. S\u00e4tze und Texte f\u00fcr Richard Wagner. Mit Grafiken und Malereien von Walter Andreas Kirchner. Ludwigsburg, Pop Verlag, 2018, 318 Seiten, 23 Euro, ISBN 978-3-86356-174-1.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong><span style=\"color: #800080;\">02.06.2018. Siebenb\u00fcrgische Zeitung.<\/span> Vielf\u00e4ltig, dicht und sprachlich raffiniert: Eginald Schlattners neues Buch \u201eWasserzeichen\u201c<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<\/header>\n<div><\/div>\n<div>\n<p>Es ist das vierte gro\u00dfe Buch aus der Feder von Eginald Schlattner \u2013 nach seinen erfolgreichen und zum Teil verfilmten, auch in anderen Sprachen erschienenen Romanen \u201eDer gek\u00f6pfte Hahn\u201c, \u201eRote Handschuhe\u201c und \u201eDas Klavier im Nebel\u201c. \u201eWasserzeichen\u201c \u2013 ein gro\u00dfes Werk, das vom Autor nicht als Roman bezeichnet wird. Stattdessen und ostentativ steht schon auf der ersten Textseite das Wort \u201eMIR\u201c. Das Buch entpuppt sich beim Lesen immer wieder als Autobiographie, obwohl es zugleich nur bedingt eine Selbstdarstellung ist. Zu vielf\u00e4ltig und ungemein wort- und ideenreich sind die narrativen Darstellungen des mit \u00fcber 600 Seiten \u00e4u\u00dferst volumin\u00f6sen Werks.<\/p>\n<div class=\"artikeltext\">\n<div class=\"artikelwerbung\"><\/div>\n<p>Der Buchtitel \u201eWasserzeichen\u201c birgt \u201eso manches, macht einiges sichtbar, enth\u00e4lt Verh\u00fcllung, das Verschleierte einerseits, anderseits wird manches sichtbar\u201c, so der Autor in einem k\u00fcrzlich erschienenen Interview. Handlungsorte sind das Kronstadt (damals Stalinstadt) der 1950er Jahre, die Noa, ein ehemaliges Villenviertel reicher Kronst\u00e4dter, Fogarasch, wo Schlattners Jugend stattgefunden hat, Klausenburg, Hermannstadt und andere mehr, alle in Siebenb\u00fcrgen. Der Leser wird auch in D\u00f6rfer des Burzenlandes mitgenommen und nat\u00fcrlich \u2013 besonders am Ende des Buches \u2013 nach Rothberg, in das dortige Pfarrhaus und die Kirche, aber auch in die Zigeunerh\u00fctten am Bach. Rothberg \u2013 ein Ort, in dem Schlattner viele lang Jahre Pfarrer war. Gro\u00dfartig beschrieben werden auch Berge und Bergtouren wie die Besteigung des Kr\u00e4hensteins (Ciuca\u015f).<\/p>\n<p>Und die Menschen in diesem Werk? Es sind in erster Linie Mitglieder seiner Familie, die oft weit gef\u00e4chert und verzweigt betrachtet wird, aber auch seine Kronst\u00e4dter Schulfreunde. Wie in seinen anderen Romanen verfremdet er deren Namen zum Teil, was eigentlich nur f\u00fcr wenige Kenner jener Zeiten von Interesse sein kann. Ins Zentrum stellt er allerdings immer wieder, und das oft mit Verve und Leidenschaft, die weiblichen Personen seines Umfeldes, beginnend mit Gro\u00dfmutter und Mutter, dann seine fr\u00fch bei einem Motorradunfall aus dem Leben geschiedene Schwester bis zu seiner inzwischen verstorbenen Ehegattin, seiner Susanna Dorothea. Auch wenn die Beziehungen zu den gleichaltrigen weiblichen Personen bunt und bilderreich gebracht werden, entstammt einiges davon sicher dem Bereich der Fantasie, wird bisweilen skurril und bizarr dargestellt. Es sind dieses menschlich einmalig sch\u00f6ne, stark emotional gezeichnete Beziehungen, u.a. zu Schlattners Jugendfreundin, die j\u00fcdischer Abstammung ist.<span class=\"bildz\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.siebenbuerger.de\/bild\/zeitung\/2018\/Schlattner_Eginald_Wasserzeichen_Cover_2018.jpg\" alt=\"z ...\" \/><\/span> Zu vielf\u00e4ltig und dicht sind die Texte Schlattners, um sie hier zu erl\u00e4utern: das Leben im Kommunismus, auch die Rolle der zwei Schulleiter des Honterusgymnasiums \u2013 er nennt sie mit richtigem Namen \u2013, dann seine Begegnungen mit der Securitate. Auch die Zust\u00e4nde auf Baustellen \u2013 Schlattner war selbst einige Jahre auf diesen t\u00e4tig \u2013 kommen zur Sprache. Die Schilderung von Stimmungen gelingt ihm meisterhaft, und raffiniert ist das Spiel mit der Sprache, z.B. bei den Namen der Schwestern Awemaria und Evamaria oder dem Begriff \u201eder botanische Stalin\u201c bei der Nennung des Namenzuges dieses Diktators, der jahrelang, in Tannenb\u00e4umchen gepflanzt, den Zinnenwald in Kronstadt \u201ezierte\u201c.<\/p>\n<p>Aspekte des Glaubens und der Theologie, die Einsicht in Schlattners theologische Vorstellungen offenbaren, durchziehen das Buch wie ein roter Faden \u2013 besonders markant die Schilderung seines Aufenthaltes in einem orthodoxen Frauenkloster, in dem er das Manuskript dieses Buches geschrieben hat. Er spricht von seinem Leiden in den Kellern der Securitate, von seiner \u201ebefohlenen Mission\u201c und wie ihn jahrzehntelang die \u201eblaue Katze im Nacken\u201c, also die Schuldfrage, besch\u00e4ftigte. Am Ende kommt ihm aber die \u201eGnade der \u00adErleuchtung\u201c und Schlattner kann sich von der fiktionalen Katze befreien. Er schildert sein Leben mit den Romakindern von Rothberg, die als Nachfolger der ausgewanderten Sachsen seines Dorfes gegenseitige Liebe und Zuneigung in ganz neuen Formen des menschlichen Miteinanders erfahren.<\/p>\n<p>\u201eWasserzeichen\u201c ist ein Buch, das \u2013 Schlattner offenbart es \u2013 auch die Germanistin Dr. Edith Konradt und die Chemnitzerin Tamara Ambros in seine nun erschienene Form gebracht haben; ein Buch, das allen zu empfehlen ist, denen die nahe Vergangenheit Siebenb\u00fcrgens und seine Menschen am Herzen liegen und die \u2013 nicht zu vergessen \u2013 Freude an anspruchsvoller Sprache haben.<\/p>\n<p class=\"artikelautor\">Hansgeorg v. Killyen<\/p>\n<p><strong>Eginald Schlattner: \u201eWasserzeichen\u201c. Pop Verlag, Ludwigsburg, 2018, 625 Seiten, 29,00 Euro, ISBN: 978-3-86356-216-8<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<header class=\"edition-header edition-header--article-page \">\n<div class=\"edition-header__brand\">\n<nav>\n<h4><span style=\"color: #800080;\"><strong>Frankfurter Allgemeine Zeitung,\u00a0 Samstag, 02.06.2018<\/strong><\/span><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2840 size-medium\" src=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/978-3-86356-216-8_A-210x300.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/978-3-86356-216-8_A-210x300.jpg 210w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/978-3-86356-216-8_A-768x1097.jpg 768w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/978-3-86356-216-8_A-717x1024.jpg 717w, https:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/978-3-86356-216-8_A.jpg 1654w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/h4>\n<p><a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=1369\">Eginald Schlattner<\/a>: <a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/?p=2839\">Wasserzeichen.<\/a> ISBN: 978-3-86356-216-8, 628 Seiten, \u20ac[D]29,00<\/p>\n<\/nav>\n<\/div>\n<\/header>\n<p class=\"article__title\"><strong>Im Land der verletzten Erinnerungen<\/strong><\/p>\n<p class=\"article__subtitle\">Der Pfarrer und Autor Eginald Schlattner hat unser Bild vom Leben der Siebenb\u00fcrger Sachsen in finsteren Zeiten gepr\u00e4gt wie kein Zweiter. Nun erscheint sein Lebensroman \u201eWasserzeichen\u201c. <a href=\"http:\/\/plus.faz.net\/faz-plus\/feuilleton\/2018-06-02\/im-land-der-verletzten-erinnerungen\/158331.html?GEPC=s2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weiter lesen &#8211;&gt;<\/a><\/p>\n<h3 class=\"newspaper\">Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, <a class=\"newspaper\" href=\"https:\/\/www.perlentaucher.de\/buecherschau\/2018-06-02.html#FAZ\">02.06.2018<\/a><\/h3>\n<div class=\"paragraph\">Rezensent Elmar Schenkel entdeckt ein Vielerlei in Eginald Schlattners &#8222;Lebensroman&#8220;. Ob es um das Verh\u00e4ltnis des Autors zum Glauben geht, zur russischen Orthodoxie, zum Klosterleben, um seine Erinnerungen an den Nationalsozialismus, dann den Sozialismus in Rum\u00e4nien, oder um das Hadern mit sich selbst, um die Siebenb\u00fcrger Landschaft oder das eigene Liebensleben, immer trifft der Rezensent auf Unkonventionelles, auch sprachlich, wenn der Autor poetische Wendungen vollzieht. Schlattners poetisches und historisches Bild Siebenb\u00fcrgens bleibt Schenkel im Ged\u00e4chtnis. Eine Lebensbeichte, meint er, die als Vertiefung und Erl\u00e4uterung von Schlattners Romanen gelesen werden kann.<\/div>\n<div class=\"block-border-space\"><\/div>\n<p><strong><span style=\"color: #800080;\"><a style=\"color: #800080;\" href=\"https:\/\/www.buecher.de\/isbn.asp?isbn=9783863562168&amp;wea=1100485#reviews\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> Lesen Sie die Rezension bei <b>buecher.de<\/b><\/a><\/span><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<header class=\"entry-header\">\n<pre class=\"hgroup full-container \"><a class=\"logo\" title=\"Hermannstaedter Zeitung\" href=\"https:\/\/www.hermannstaedter.ro\/\" rel=\"home\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"logo-height-constrain\" src=\"https:\/\/www.hermannstaedter.ro\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/logo-HZ4.png\" alt=\"Hermannstaedter Zeitung Logo\" width=\"562\" height=\"65\" \/><\/a><\/pre>\n<h4 class=\"entry-title\"><strong>Ausgabe Nr.<\/strong> <strong>2573<\/strong><\/h4>\n<h4 class=\"entry-title\">Posted on <a title=\"12:24\" href=\"https:\/\/www.hermannstaedter.ro\/2018\/04\/traenen-flossen-in-vielen-sprachen\/\" rel=\"bookmark\"><time class=\"entry-date\" datetime=\"2018-04-13T12:24:54+00:00\">13. April 2018\u00a0<\/time><\/a><a href=\"https:\/\/www.hermannstaedter.ro\/2018\/04\/traenen-flossen-in-vielen-sprachen\/\">&#8222;Tr\u00e4nen flossen in vielen Sprachen\u201d<\/a><\/h4>\n<h4><strong>Eginald Schlattners neues Buch tr\u00e4gt den Titel \u201eWasserzeichen\u201c<\/strong><strong>Ausgabe Nr.<\/strong> <strong>2573<\/strong><\/h4>\n<p><strong>Nach drei erfolgreichen Romanen \u2013 \u201eDer gek\u00f6pfte Hahn\u201c, \u201eRote Handschuhe\u201c und \u201eDas Klavier im Nebel\u201c -, die ihm internationale Anerkennung gebracht haben, wollte Eginald Schlattner eigentlich nichts mehr schreiben und sich \u2013 laut eigener Aussage \u2013 letzten Dingen widmen: dem Ewigen Leben und der H\u00f6heren Mathematik.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Anno Domini, 2018, Deutschland, Leipziger Buchmesse: Das neue Buch Eginald Schlattners\u00a0 \u2013 \u201eWasserzeichen\u201d \u2013 wird vom Ludwigsburger Pop-Verlag vorgestellt. Nach fast 13 Jahren erscheint damit auch der Schlussstein der Schlattnerschen literarischen T\u00e4tigkeit; es ist ein Buch, das die schlichte Widmung \u201eMIR\u201c tr\u00e4gt.<\/strong><span id=\"more-13019\"><\/span><\/p>\n<p>Das Werk, an dem \u00fcber zehn Jahre herummodelliert wurde, l\u00e4sst sich als Ergebnis sehen. Der Titel des Bandes hat eine erhebliche Geschichte hinter sich, denn bis der endg\u00fcltige Titel festgelegt wurde, gab es noch drei verschiedene Varianten: \u201eDie 7Sommer meiner Mutter. Ersonnene Chronik\u201c, \u201eDie Stacheln der Kastanie\u201c und \u201eBruchstriche\u201c, wobei der letztere eher der Biografie Schlattners entsprochen h\u00e4tte. Doch der Autor entschied sich letztendlich f\u00fcr \u201eWasserzeichen\u201c.<\/p>\n<p>Hierzu eine Erkl\u00e4rung aus einem im Januar auf dem Rothberger Pfarrhof durchgef\u00fchrten Interview: \u201eDas, was durch dieses Wort bezeichnet wird, versteckt vieles und macht manches sichtbar, je nachdem. Es birgt in sich das Verh\u00fcllte, das Verschleierte einerseits und gleichzeitig das Durchscheinende. Wobei das, was durchschimmert, durchleuchtet, wiederum von der Optik her in verschiedenen Deutungsvarianten aufscheint. Beides ist gegeben: Das Verhohlene und das Durchsichtige, das Verborgene und das Ersichtliche\u201c.<\/p>\n<p>Das Buch enth\u00e4lt Erz\u00e4hlungen aus der Zeit zwischen 1950 und 1960, die Schlattner als R\u00fcckblenden w\u00e4hrend seiner Klausuren im Nonnenkloster \u201eSf. Spiridon\u201c bei Bistritz aufgezeichnet hat. \u201eEs gibt Zeitspr\u00fcnge zwischen der Jetztzeit im Kloster, wo man sich jenseits der vernetzten Welt Erinnerungen hingibt, und andererseits den erinnerten Ereignissen von einst, die man niederschreibt. Das sind zwei Erz\u00e4hlebenen, die Edith Konradt reinlich auseinanderdividiert hat: Hier Kloster mit dem exotischen Alltag und den liturgischen H\u00f6hepunkten, durchkreuzt f\u00fcr den Schreibenden von pers\u00f6nlichen Eingebungen aus beispiellosen Sph\u00e4ren diesem Ort gem\u00e4\u00df, ja von Erleuchtungen, die die erinnerten Geschehnisse erheben, \u00fcberbieten, bitte transzendieren\u201c.<\/p>\n<p>Die Frage nach dem inneren Zusammenhang der Texte stellt sich nun akkut. Da tritt der m\u00fcndige Leser in Erscheinung; er, der Rezipient, muss die f\u00fcr sich passende Botschaft selbst entdecken. Der Leser sollte dieser Aufgabe gerecht werden und den Inhalt vom Titel her in Bezug auf sich deuten.\u00a0 Das, was man als disparate Geschichten wahrnimmt, \u201ewird in der R\u00fcckschau im Kloster nicht nur getreu erinnert, sondern in der Ausschau auf die Wirklichkeit Gottes hin transzendiert, \u00fcberschritten, \u00fcberboten und somit vereinigt und abgeschlossen\u201c.<\/p>\n<p>In diesem Werk erscheinen sowohl Figuren aus den Vorg\u00e4ngerromanen als auch neue Gestalten, die einer \u201egewussten Wirklichkeit\u201c einzuordnen sind. Jedoch wird die\u00a0 Dimension der \u201egewussten Wirklichkeit\u201c meiner Beobachtung zu Folge mit einer neuen Dimension erg\u00e4nzt, und zwar geht es um die \u201eerlebte, gelebte Wirklichkeit\u201c des erwiesenerma\u00dfen Tats\u00e4chlichen.<\/p>\n<p>Was auff\u00e4llt, anders als bisher: Neben der kraftvollen\u00a0 Schilderung von erlebten Begebenheiten gibt es nunmehr Passagen geistlicher Reflexion im Umkreis\u00a0 allumfassender Lebensfragen.<\/p>\n<p>Das Buch hat einen betont theologischen Hintergrund, nicht nur weil der Ort der Niederschrift das Kloster ist. Soweit ich das herausgelesen habe, k\u00f6nnte es um Folgendes gehen: Die Besch\u00e4ftigung mit Gott und seinem Plan f\u00fcr jeden einzelnen von uns steht im Mittelpunkt von Schlattners Aufmerksamkeit. Der Spruch \u00fcber dem Haupteingang der Rothberger Kirche: \u201eWeise mir, Herr, Deinen Weg!\u201c fasst die obige Aussage zusammen. Der Mensch sollte danach trachten, Gottes Weg zu erkunden und zu erf\u00fcllen, denn nur dann kann er im Einklang mit sich selbst und den anderen leben. Das ist wahrscheinlich die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung unseres irdischen Lebens zwischen Verfehlung und Vergebung.<\/p>\n<p>Der siebenb\u00fcrgischen Wirklichkeit wird erneut ein Denkmal gesetzt. Es hei\u00dft im Buch: \u201eTr\u00e4nen flossen in vielen Sprachen\u201c \u2013 die triste Realit\u00e4t im Kommunismus wird f\u00fcr die V\u00f6lkerschaften Siebenb\u00fcrgens zum gemeinsamen Schicksal. Eginald Schlattner entsch\u00e4rft diese Tatsachen und verdeutlicht durch seine Schrift, dass in den \u201evierzig Jahren Diktatur nicht nur gelitten, sondern auch gelebt und geliebt worden ist, mit allem was dazu geh\u00f6rt, vom Lachen bis zu L\u00e4cherlichkeiten, vom Meer bis zum Gebirge, von rauschenden Festen bis tr\u00e4nenreichen Abschieden. Und das gilt selbst f\u00fcr die zwei Jahre Arrest bei der Securitate in der Zelle 28: Auch dort, \u201aam Ort und im Schatten des Todes\u2018, wie es im Evangelium hei\u00dft,\u00a0 wurde nicht nur gelitten, sondern auch gelacht\u201c.<\/p>\n<p>Im Weiteren werden einige Aspekte aus dem Inhalt herausgegriffen, die die Leser dazu verleiten sollten, aufzuhorchen. In den Geschichten aus den 1950er und 1960er Jahren finden sich vielleicht wenige Aussagen, die einen Identifizierungsprozess der Leserschaft mit dem Geschehen erleichtern w\u00fcrden. Das Subjektive der Erinnerung gewinnt die Oberhand. Andererseits k\u00f6nnten die theologischen Gedankeng\u00e4nge, so von Schuldigwerden und Wiedergutmachung, den Lesenden erreichen. Wie immer, man bleibt bei der Lekt\u00fcre sich selbst \u00fcberlassen, muss sich selbst einen Reim auf das Gelesene machen.<\/p>\n<p>Der Text beginnt mit einem Einblick in das Klosterleben, womit eine Parallele zur eigenen Identit\u00e4t erm\u00f6glicht wird. Die Eigenpositionierung best\u00e4tigt ein tradiertes Modell; die Siebenb\u00fcrger Sachsen sind evangelisch Augsburger Bekenntnisses, die Rum\u00e4nen orthodox.<\/p>\n<p>Das sich ergebende Bild des Klosterdaseins vervollst\u00e4ndigt sich im Laufe des Buches bis hin zu skurillen Begebenheiten. Der Schwerpunkt liegt jedoch in der Vergegenw\u00e4rtigung des eigenen Schicksals und dessen Verflechtung mit geschichtlichen Ereignissen. Der Kommunismus, der den Rahmen der Erz\u00e4hlungen bildet, erweist sich sowohl als streckenweise scheinbar freundlich wie auch als menschenverachtend, doch wie immer dauernd zum F\u00fcrchten. Der allgegenw\u00e4rtige Sicherheitsdienst leistet dem Regime blinden Gehorsam und verbreitet Angst und Schrecken. Die Siebenb\u00fcrger Sachsen \u2013 einige einst Sympathisanten des Nationalsozialismus \u2013 leben im sich wandelnden Rum\u00e4nien und m\u00fcssen nach neuen Wegen zur Erhaltung der Identit\u00e4t suchen. Der Ich-Erz\u00e4hler konfrontiert sich mit diesem Sachverhalt schon in seiner Jugend, als er eine Beziehung zu Susanne Sara Blau eingeht. Sie ist vom Vater her j\u00fcdisch, von der Mutter gut s\u00e4chsisch und kann sich nach Belieben in die eine oder in die andere Kategorie einordnen lassen. Sie w\u00e4hlt zuerst ihre j\u00fcdische Identit\u00e4t, um aber nach einer Fahrradtour durch das s\u00e4chsische Burzenland wieder zu ihren anderen Wurzeln zu finden. Es bleibt offen, ob sie sich f\u00fcr ihre s\u00e4chsischen Herkunft entscheidet oder dem Davidsstern verpflichtet bleibt. Die Liebesgeschichte zwischen dem Ich-Erz\u00e4hler und Susanne Sara wird durch andere zwischenmenschlichen Beziehungen erg\u00e4nzt. All diese Verbindungen f\u00fchren zu einem notwendigen Reifungsprozess, der von jedem jungen Menschen erfahren werden muss. Davon h\u00e4ngt eigentlich auch das \u00dcberleben in einem menschenverachtenden Regime ab.<\/p>\n<p>Nationalisierung, Verfolgung und Verhaftung sind drei weitere Themen, die zum Gesamtbild des Buches geh\u00f6ren. Der politisch bestellte \u201eSchwarze Kirche\u201c-Prozess wird aufgegriffen und die eigene Verhaftung Schlattners angesprochen.<\/p>\n<p>Der letzte Teil des Buches widmet sich der eigentlichen Gegenwart. Ein Schlusskapitel ist Eginald Schlattners Frau gewidmet: Susanna Dorothea. Der Anfang ihrer Liebesgeschichte wird behutsam preisgegeben.<\/p>\n<p>Zwischendurch folgen weitere, oft auch verschrobene\u00a0Szenen zum Klosterleben. Doch bleibt das Kloster mit seiner Ikonenwand ein Ort von Schauungen und Erleuchtungen, die Lebenskonflikte in das Licht einer h\u00f6heren Vers\u00f6hnung\u00a0 erheben, wo \u201eRache der Vergebung\u201c weicht.<\/p>\n<p>Nach \u00fcber 600 Seiten Text kann getrost behauptet werden, dass das siebenb\u00fcrgische Gesamtbild mit einer neuen Dimension erg\u00e4nzt worden ist. Der Protagonist, durchaus der Autor selbst,\u00a0 hat den Kommunismus bestanden, selbst wenn er jetzt noch mit den\u00a0seelischen Folgen zu k\u00e4mpfen hat. \u201eWasserzeichen\u201c versucht die Seele zu reinigen, indem es zu Kl\u00e4rungen von Vergangenem kommt in einem irenischen Sinn.<\/p>\n<p>Andreea DUMITRU<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.rheinpfalz.de\/lokal\/ludwigshafen\/artikel\/botschaften-der-vergaenglichkeit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">31.12.2016 \u2013 Die Rheinplaflz von Hans-Ulrich Fechler \u2013<\/a><\/strong><\/p>\n<div class=\"header\">\n<p>Ludwigshafen: Kultur Regional. Botschaften der Verg\u00e4nglichkeit.Der Ludwigshafener Hans-Walter Voigt kombiniert in seinem Buch \u201eDie Ameise wollte mich treffen\u201c Gedichte und Fotografien<\/p>\n<\/div>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.morgenweb.de\/nachrichten\/kultur\/regionale-kultur\/bitte-mehr-emotionen-1.3096096\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">28.12.2016 \u2013 Mannheimer Morgen von\u00a0Julia Wadle <\/a>\u2013<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<div id=\"trfCDCheck-41\" class=\"content content-outer-2col\">\n<div id=\"trfCDCheck-46\" class=\"content-outer-tcover\">\n<div id=\"trfCDCheck-56\" class=\"article-head\">\n<p class=\"preheadline\"><span class=\"department\">Literatur regional:<\/span> Lyrikband von Hans-Walter Voigt. Bitte mehr Emotionen!<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/aus_Saaarbr\u00fccken-Zeitung-28.12.2016.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">28. 12. 2016 \u2013 <strong>Saarbr\u00fccken Zeitung (SZ) | von Christoph Schreiner<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5319838\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">24. 07. 2016 \u2013\u00a0<strong>Die Tageszeitung Berlin (TAZ) | von<span class=\"body\"><span class=\"credit\">Thomas Gerlach<\/span><\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<h4><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5319838\/\">Sorbische Kultur. Der Dichter im Pf\u00fctzenland. <\/a><\/h4>\n<p>Benedik Dyrlich ist Lyriker. Er gibt B\u00fccher heraus und scheint manchmal zu verzweifeln, weil die Deutschen keinen sorbischen Schriftsteller kennen\u2026<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wp.pop-verlag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Aus_\u041b\u0456\u0442\u0435\u0440\u0430\u0442\u0443\u0440\u043d\u0430-\u0423\u043a\u0440\u0430\u0457\u043d\u0430-21.-7.-2016.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">21.07.2016 \u2013<strong> \u041b\u0456\u0442\u0435\u0440\u0430\u0442\u0443\u0440\u043d\u0430 \u0423\u043a\u0440\u0430\u0457\u043d\u0430 (Literaturna Ukraina\/Kiev\/Ukraine) | von\u00a0<em>Tetjana Dzjuba<\/em><\/strong><\/a> \u2013 <strong>38. <\/strong><strong>internationales Fest der sorbischen Poesie 2016<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.dnn.de\/Kultur\/Kultur-News\/Die-Literaturzeitschrift-Matrix-laesst-Autoren-das-andere-Dresden-praesentieren\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span class=\"dtstamp\" title=\"2016-03-19T11:00:00+01:00\">19.03.2016 \u2013 <strong>Dresdner Neueste Nachrichten (DNN) | von\u00a0<i class=\"pda-abody-i\">Tomas G\u00e4rtner<\/i><\/strong> \u2013 <\/span><strong>Kontraste, Unbehagen, Analysen Die Literaturzeitschrift \u201eMatrix\u201c l\u00e4sst Autoren das \u201eandere Dresden\u201c pr\u00e4sentieren<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Was ist los da bei euch in Dresden? Viele fern der Stadt w\u00fcssten\u2019s gern genauer. K\u00f6nnen Schriftsteller, K\u00fcnstler sie wom\u00f6glich besser unterrichten als andere, Journalisten zumal? \u201eMatrix\u201c, eine Zeitschrift f\u00fcr Literatur und Kunst, unternimmt den Versuch\u2026<\/p>\n<p>\u00dcber Charlotte Ueckert: Je l\u00e4nger die Lekt\u00fcre dauert, desto mehr erschlie\u00dft sich der innere Zusammenhang &#8230; Alles scheint miteinander verwoben. Immer wieder sind es Menschen, auf deren Spuren sich die Autorin begibt.<br \/>\n(Siegener Zeitung)<\/p>\n<p>Mit dem Gesp\u00fcr f\u00fcr historische Dimensionen und der Lust am scheinbar Unscheinbaren&#8230;<br \/>\n(Die Zeit)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/!1767573\/\"><span class=\"Titel\">\u201eEs gen\u00fcgten ihm seine Empfindungen der Welt gegen\u00fcber\u201c <\/span>\u25a0\u2009Mit Ralf Rainer Rygulla, dem langj\u00e4hrigen Mitarbeiter von Rolf Dieter Brinkmann, unterhielten sich Gunter Geduldig und Marco Sagurna \u00fcber den Autor<\/a><\/p>\n<\/header>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3. August 2025 \u201eEhrenplatz im Jenseits\u201c \u2013 nachrufende Gedanken eines Freundes anl\u00e4sslich des letzten Lyrikbandes des am 6. Juli verstorbenen Schriftstellers Franz Hodjak An eines der vielen Gespr\u00e4che mit Franz Hodjak erinnere ich mich besonders gern. Ich war in den &hellip; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/?page_id=3467\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":3244,"menu_order":2,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-3467","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3467","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3467"}],"version-history":[{"count":30,"href":"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3467\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7351,"href":"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3467\/revisions\/7351"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3244"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp.pop-verlag.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3467"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}